Berufsspieler
eine zweifelhafte Karriere
Leben zwischen Freiheit und Spielsucht...
...die Existenz zwischen Leben und Gelebtwerden auf der Überholspur.
Wer sich offiziell als sogenannter Berufsspieler bezeichnet, der zeichnet sich zumindest in dieser Hinsicht nicht als sonderlich klug aus, da er im Falle eines hohen Gewinns oder im Fall auffälliger Dauergewinne seitens der steuerrechtlichen Vertreter des Staats, die in den Spielbanken ständig anwesend sind, registriert wird.
Diesen Umständen zur Folge belassen Berufsspieler ihre Identität fast ausschliesslich im Hintergrund, was besagt, dass die meisten, die sich als solche bezeichnen, keine sind! Von den Betreibern selbst hört man zu diesem Thema wenig oder verfälschte Informationen, was verschiedene Gründe hat. Wenn Öffentlichkeitsarbeiter der Spielbanken auch schweigen oder durch wage Informationen verwirren: Berufsspieler gibt es reichlich, sie kennen sich untereinander und der Verlust der Spielbanken ist kontinuierlich. Auf Grund ihrer Diskretion bemerkt sie das normale „Fußvolk“ nicht; zumindest ordnet man sie nicht der Liga zu, die einen nicht unerheblichen Teil der Spielergewinne schluckt - während die Masse verliert und die Säckel des Finanzministers, der Betreiber und deren Erfüllungsgehilfen füllt.
Die vom Marketing der Betreiber als „sensationelle Gewinner“ zur Schau gestellten vereinzelten Glückspilze in den Schlagzeilen der Presse oder im Internet sind lediglich geschickt verpackte Lockrufe an die Masse - das Balzen der Casinos um die Gunst der Masse, der sie sich als Freizeittempel in schillerndem Licht präsentieren wollen. Spieler der Liga sind unter den werbemäßig herausgestellten Einzelgewinnern so gut wie nie zu finden ... denn von ihren Gewinnen bekommen die Betreiber meist wenig oder garnichts mit.
Berufsspieler haben mit dem von Schriftstellern und Drehbuchautoren ihnen angedichteten Flair nichts gemein. Die ihnen in Filmen und in Romanen gestrickte Aura der Anrüchigkeit, des Abenteuers, des weltgewandten Auftretens oder der Finanzjongleure an den Spieltischen ist eine im Lauf der Zeit aufgekommene Klischeevorstellung, von der in der Realität lediglich die persönliche Mobilität und die Freiheit übrigbleiben, bei den erfolgreichen von ihnen allenfalls noch ein gewisser Status unter ihresgleichen; bei den weniger erfolgreichen nicht einmal das! Sie sind ständig gefangen im Netz des Sichversteckens, insbesondere, weil sie allerorts auf das Unverständnis der Behörden stoßen, die sie meist ohne Wohnsitz, in den Netzwerken der Sozialversicherung und der Steuerbehörden nicht geführt, zeitweilig den Kontakt zu einer Behörde nicht verhindern können.
Ich selbst wurde mit hohen Geldbeträgen völlig unbescholten mehrfach festgehalten, einige Male verhaftet, indem Beamte die Herkunft meiner materiellen Mittel ohne jeglicher Steuernummer seit meiner Jugendzeit kriminalisierten. Später wurde mir Steuerhinterziehung und Unterschlagung unterstellt, weil ich Verluste in meinen Firmen bilanzierte, jedoch eine Viertelmillionen Mark in bar bei mir hatte. An der brasilianisch-argentinischen Grenze kam ich in Dunkelhaft, weil die junta militaria mir, der ich von brasilianischen Casinos in argentinische wechseln wollte, als Inhaber eines argentinischen Personalausweises Devisenschmuggel unterstellen wollte. In Spanien war ein Haftbefehl wegen illegaler Geldwäsche gegen mich ausgestellt. Und auch beim Wechsel von der polnischen Grenze in die Slowakei beschlagnahmte man mein Spielkapital. Vom Spiel in der Ukraine ist dringend abzuraten; einige Casinos in Kiew lassen die Gäste nicht mehr aus dem Haus, bevor sie ihr Gewonnenes wieder verloren haben. Eine große Gefahr ist das zunehmende Moneystalking über Wochen, bis die organisierte Kriminalität zuschlägt. Dies passierte mir bereits zweimal - in Hittfeld und in Antibes.
Berufsspieler, über deren Existenz manchmal gerätselt und diskutiert wird, und in deren Erscheinung man ein so tolles Leben vermutet, betreiben eine der härtesten und über lange Zeitspannen auch langweiligsten(!) Tätigkeiten, die man sich aussuchen kann, um sich seine Brötchen zu verdienen.
Dies kann ich insoweit bezeugen, indem ich selbst dazugehörte und vielfach verzweifelte.
Die Extrembedingungen bestehen allerdings weniger in der Tätigkeit an sich, sondern in den Rahmenbedingungen, innerhalb derer man seinen Gelderwerb Tag für Tag an den Tischen erzwingt.
NACHTFALKEüberBERLIN
Bearbeitet von Nachtfalke, 24 June 2007 - 16:15.
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