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Roulette Forum

Nachtfalke

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Alle erstellten Inhalte von Nachtfalke

  1. Schade, dass man da nicht auch die Jetons umsonst bekommt... ...
  2. Anfängern sei darüber hinaus angeraten, dass sie ihren Entschluss, ihr Spielkapital in mehrere Stöcke aufzuteilen, in die Entscheidung einbetten sollten: Nimm' nicht das gesamte Kapital am selben Tag mit in's Casino. Jeder zuvor kalkulierte Kapitalstock an einem einzelnen Spielabend! So beschränkt sich der in's Roulette einsteigende Spieler, falls er verliert, grundsätzlich auf einen Teilverlust. Und er kann seine Setzweise für den Folgetermin in der Spielbank in Ruhe überdenken. So lernt man am meisten - weniger über das Spiel selbst, als über seine eigene Fehlbarkeit!
  3. Kapitalmanagement ist die Aufteilung des Spielkapitals in mehrere Teile - so, wie's dem „Manager" beliebt. Diese Teile des Spielkapitals müssen ja nicht unbedingt gleich groß sein. Insofern ist die Ansetzung der Wertstellung (im Forum allgemein als Größe bezeichnet) einer Einheit (im Forum allgemein als Stück bezeichnet) nicht immer zwangsläufig eine Progression; in diesem Fall spricht man von einer Überlagerung. So können die besagten 120 Einheiten in beispielsweise drei Teilen drei unterschiedlichen Wertstellungen unterliegen. Vielleicht die erste mit einer, die zweite mit zwei und die dritte mit drei Wertstellungen. Überlagerungen sind eine nicht zu verachtende Möglichkeit, über lange Spielstrecken in jeweils verschiedenen Wertstellungen zu spielen, was man taktisch ausnutzen kann (wobei die Einteilung des Kapitals bei nur drei oder vier kleinen Kapitalstöcken letztendlich weniger Sinn macht, als bei einem hohen Einheitsvolumen (=einer großen Stückmenge), das eine sinnvolle Ansetzung eines solchen Kapitalmanagements zulässt). Für den ersten Casinobesuch an den Roulettetischen ist die Unterteilung des Kapitals in mehrere Stöcke eine gute Übung -egal welche Spielweise zum Ansatz kommt- wobei die Wertstellung der zu setzenden Einheiten bei der geringen Menge am Besten in allen Stöcken gleich sein sollte. Das zumindest ist meine Empfehlung für den ersten (und somit die ersten) Casinobesuch/e.
  4. ... ...und es gibt Spieler, die ausschliesslich zu Zeiten spielen, an denen diese Situation besteht. Beispielsweise eine Stunde vor Schliessung der Spielbanken. Dies habe ich 2005 fast ein Jahr in Potsdam praktiziert.
  5. Kapitalmanagement gehört nur im weitesten Sinn zum Systemspiel. Die Aufteilung des Kapitals und die entsprechende Zuteilung des aufgeteilten Kapitals in seiner Höhe auf einzelne Spielzüge ist die Voraussetzung, sein Spiel überhaupt zu managen. Wie Runa bereits richtig bemerkt hat, ist der hassardmäßige Volleinsatz des zur Verfügung stehenden Kapitals auf einen Spielzug nicht sinnvoll. Die Aufteilung dieses Kapitals ist somit der erste Schritt, dem Spiel eine Grundlage zu geben, damit man genügend Spielraum erhält, es managen zu können. Dieser Schritt ist somit elementar wichtig - es sei denn, man zockt auf's Ganze, was natürlich mehr Nervenkitzel bringt und ertragreich sein kann. Indes hat's mit Kapitalmanagement nicht viel zu tun
  6. zu meinem (gelöschten) Kommentar: Am besten keins ... ...was sich auf's System bezog. Oh, da habe ich meine ersten o.a. Kommentar nicht schnell genug zurückgezogen ... weil ich die vielen Systemanhänger dieses Forums nicht mit einer so kurzen, sporadisch dem Hirn entfleuchenden Kurzantwort vor den Kopf stoßen wollte Aber da Du, Runa, dem selben Gedankengang gefolgt bist, nämlich dem, nicht in wenigen Minuten bei unpassendem Lauf das Geld los zu werden, noch ein paar Worte dazu: Systeme sind nicht geeignet, Verluste zu begrenzen. Geschweige, Gewinne zu erwirtschaften!!! Sie können lediglich die Disziplin fördern. Solang kein mathematischer Vorteil mit (linear!)-systematischer Setzweise jedwie nachweisbar ist, ist die disziplinarische Wirkung eines Systems die einzige (allerdings nicht zu verachtende) Folge eines solchen Spielansatzes.
  7. Zu empfehlen ist ein sinnvolles -nämlich ein an die Verhältnisse des Spielers angepasstes- Kapitalmanagement. Wie man Deiner Ausführung entnehmen kann, gehst Du von einer Stückelung Deines zur Verfügung stehenden Kapitals in rund 120 Stücke aus. Vernünftigerweise siehst Du diesen Spielbetrag als verloren an, wenn Du das Casino betreten wirst; das heisst, dass Du den Verlust einkalkuliert hast, ohne dass Dir dieser Schmerzen bereitet. Sehe ich das richtig? Nun wäre die Partitionierung Deines Kapitals (also dieser 120 Stücke) in drei oder vier gleiche oder in verschieden große Jetontürme (bildlich gesprochen) recht sinnvoll. Dann nämlich hast Du drei oder vier Ansatzmöglichkeiten ... nämlich an drei oder vier Abenden, die Du in's Casino gehen kannst, ohne zittern zu müssen, ob Deine abendliche Investition beim Verlassen der Spielbank noch in der Hose klappert oder ob die Taschen leer sind ... ... ... ...zu Hause warten ja noch drei weitere Türmchen auf Dich Rein psychologisch dürfte Deine Setzweise sich hierdurch verändern. Vereinfacht: Du gehst ganz anders an die Sache 'ran!
  8. Ja, der Falke, den Du suchst, bin ich.Die Frage war unschwer zu beantworten. Aber nun meine Frage: Wer bist Du? Wenn Du ein Praktikum absolvieren willst, schätze ich Dich altersmäßig auf Mitte oder Ende 20; in den Jahren, in denen ich mich in Südeuropa mit Roulette zu beschäftigen begann, warst Du noch gar nicht geboren. Woher also kennt eine junge Französin den „Weissen Falken von Südfrankreich“, der schon weit über ein Jahrzehnt nicht mehr in Frankreich war? Deine Frage habe ich Dir nun beantwortet. Wer also bist Du, Paula Ruenette?
  9. Es ist durchaus erfrischend, in welcher Form Du es zum Ausdruck bringst, dass Du mich vermisst, Sachse.
  10. Nachtfalke

    "Gewissensbisse"

    Naja.Letztlich ist das doch nichts anderes als der ultimative Zokker-Kick. Ist das um so vieles anders, als wenn man beim Roulette Paroli spielt und den angehäuften Gewinn auf einer Einfachen Chance vor aller erstaunten Augen immer noch stehen lässt, wenn man nach fünf, sechs Treffern das Tischmaximum erreicht hat, ...und das halbe Casino progressiert bereits sein Ausgleichsspiel auf der Gegenchance und ruiniert sich??? Ich weis nicht, ob da der Unterschied sooo groß ist.
  11. Nachtfalke

    "Gewissensbisse"

    Nein.Das kann ich nicht wissen. Vielmehr wär's sicher so, dass ich am Pokertisch sitzen und zu den Betroffenen gehören würde, deretwegen der Azure dann schlaflose Nächte hätte und das kann ich nicht verantworten. Ich meine ... nicht gegenüber meinem Geldbeutel und nicht gegenüber Azures Gewissen.
  12. Nachtfalke

    "Gewissensbisse"

    Das kann nicht nur so sein ... das ist so! Ich schreibe auch so gut wie nie in diesem Bereich. Ich kenne nicht mal alle Kartenkombinationen und welche Kombination über welcher liegt - ein absoluter Newbie!!!!!!!!!!!!Ich fasste Azures Kommentation mehr als einen prinzipiell gemeinten Kommentar auf - also auf die gesamte „Casino“szene bezogen ...und das wollte ich nicht so einfach im Raum stehen lassen.
  13. Nachtfalke

    "Gewissensbisse"

    Bah ... was seid ihr fies!
  14. Zurück zu den Rouletteautomaten: Beno, der mir ja immer vorgehalten hat, dass man nur auf mathematischer Grundlage gewinnen könne, erklärt uns jetzt, warum das "...Wackeln..." uns auf Gewinn hoffen lässt.
  15. Auf einem amerikanischen Schiff habe ich mal einen in Öl gelagerten Kessel gesehen, mit eingearbeiteten kleinen Wasserwaagen an allen vier Tischenden. Nicht, dass das dort einem Spieler auf hoher See zum Gewinn verholfen hätte... aber es sah einfach geil aus, diese kleinen Messingschienen mit dem vertikal eingearbeiteten Glasröhrchen und der farbigen Blase da drin, die sich ständig bei jeder Schwankung hin und her bewegten. Der Kessel -vorzustellen wie eine Hohlkugel, in der sich die Scheibe mit dem Zahlenkranz befand- schwamm irgendwie in dem Öl und tarierte sich entsprechend den Schiffsbewegungen aus. Nur bei hohem Wellengang schwankte der Kessel trotzdem und die Bläschen wanderten in den Glasrörchen hin und her.Da das Spiel auch bei unruhigem Verhalten unvermindert weiterging, nehme ich übrigens seit diesem Besuch auf dem Schiff die Verfechter der Theorie nicht mehr so ganz ernst, dass es zum Vorteil für einen Spieler sein soll, wenn die Kesselachse nicht im Lot steht. Wäre dies der Fall, hätte man dort nicht leichtsinnigerweise die Spieler durch die kleinen Wasserwaagen auf den Beginn der Kesselunruhe aufmerksam gemacht, ohne dass das Spiel meines Wissens je unterbrochen worden war. Ich rede hier übrigens nicht von maschinen. Der beschriebene Kessel auf dem Kreuzfahrtschiff war durch Croupiers betrieben.
  16. Konkreter: eine Progression sollte in ihrer Höhe und in der Anzahl ihrer Anwendung der Länge der Spielstrecke angepasst sein. Ein in's Auge gefasstes Gewinnziel sollte in realistischer Höhe begrenzt und auch bei sehr positivem Verlauf progessionierten Setzens eingehalten werden. Ansonsten erweist sich der Hebel, den die Progression ausübt, schneller als negativ, als dass man es schadlos überstehen kann, zumal der dann notwendige Kapitalbedarf in keinem Verhältnis zum später möglichen Gewinn steht.
  17. Sicherlich lässt sich das genauer prüfen. Ich habe ja vor, die Effizienz der verschiedenen Setzweisen, die in diesem Thread vereint sind, zu charten und ihre Ursprungskonzeptionen gegenüber zu stellen. Nur haben sich vor einigen Wochen noch nicht so viele Threadteilnehmer bereit erklärt, sich an einer derartigen Aktion über einen längeren Zeitraum (damit der Aufwand sich auch lohnt) zu beteiligen. Ich hatte um Meldung gebeten, wer sich dran beteiligen möchte. Es sind allerdings zu wenige. Vielleicht melden sich ja noch einige mehr - dann könnte man damit beginnen.
  18. Nachtfalke

    "Gewissensbisse"

    Ob beim Spiel wirklich ein nichtstofflicher Missbrauch vorliegt, sollte genauer untersucht werden. Fest steht, dass es dem am Spiel Beteiligten so viel wert sein muss, dass er bereit ist, sein Geld dafür einzusetzen. Fest steht auch, dass es eine Reihe Spielbeteiligte gibt, die nur dann einen Genuss zu verspüren scheinen, wenn sie um ihre Existenz spielen; für eine Reihe von Spielern anscheinend der „absolute Kick“. Sicher werden viele ihre Handlungsweise später bereuen. Insofern haben sie unter Umständen das Los eines Kaputten am Bahnhof noch vor sich. Indem sie ihr Leben nicht auf diese Stufe hin ausgerichtet haben, ist es sicher als trauriges Los anzusehen. Denn sie werden wohl nicht glücklich mit dieser zukünftigen Situation umgehen. Aber zum Zeitpunkt ihres Auftretens im Spielsaal, befinden sich die betroffenen Spieler, von denen Du schreibst, Azure, in einer ganz anderen Situation; sie nehmen am gesellschaftlichen Leben in einer funktionierenden(!) Form teil, indem sie ihr Geld dort investieren, wo sie es (sowohl regelkonform, als auch betreiberseitig und staatlich kontrolliert, gefördert und nutzbringend) auf die Tableaus der Tische platzieren. Und das ist wohl etwas völlig anderes, als obdach- und mittellos auf irgendeinem Berliner Bahnhof herum zu lungern... ... ...
  19. Nachtfalke

    "Gewissensbisse"

    Das Glücksspiel um Geld sollte dann also von vorn herein durch gesetzliche Regelung ausgeschlossen sein, um die Anteile der Masse vor den möglichen Suchtgefahren zu schützen. Du müsstest aber auch den Vertrieb von Tabak verbieten, den Alkohol abschaffen, die Pferderennbahnen schliessen, den Vertrieb von Spielekonsolen und -programmen unterbinden und die Überstunden im Arbeitsrecht abschaffen, um dem Workoholismus vorzubeugen ... und hunderte Dinge mehr. Alles was von der „Norm“ abweicht, wäre als gesellschaftlich schädlich azusehen. Selbst der Briefmarkensammler, der den Großteil seines Verdiensts zeitlebens in seine Sammlung investiert und für nichts anderes mehr Zeit hat, sodass sein Umfeld darunter leidet, ist dann ein Süchtiger. Und selbst das überdurchschnittliche Arbeiten, auf grund dessen familiäre Pflichten vernachlässigt werden, wäre dann als gesellschaftlich nicht zu akzeptierenes Verhalten zu werten, denn ein Workoholic ist genau genommen ein Süchtiger. Wo willst Du die Grenze ziehen? Was für den einen kaputt ist, ist für den anderen „normal“, weil dessen Maßstäbe auf einer anderen Werteskala liegen. Wer sagt Dir, dass der Bahnhofstyp -vielleicht wohnsitzlos, aber sich frei fühlend- nicht glücklich ist? Die Diskussion um stofflichen und nichtstofflichen Missbrauch hat sich eingebürgert im allgemeinen Sprachgebrauch. Die genaue Abgrenzung kann jedoch niemand ernsthaft festlegen.
  20. Nachtfalke

    "Gewissensbisse"

    Auch wenn man berücksichtigt, dass eine überdurchschnittliche Spielleidenschaft jeden einzelnen irgendwann einmal an einen Punkt bringen kann, seine Funktionen, die er zuvor in seinem Umfeld erfüllte, nicht mehr in vollem Umfang wahrnehmen zu können, ist Dein Vergleich, Azure, meiner Erachtens nicht passend: In jedem gesellschaftlichen Bereich lauert gewissermaßen die Gefahr, der sich jede/r einzelne von uns ausgesetzt sieht, mit einer von der Normalität abweichenden Intensität, sich mit einer Sache zu beschäftigen, im Abseits der Masse zu stehen. Wenn Du meinst, etwas "...nicht Deinem Gewissen vereinbaren zu können..." oder deswegen "...nicht ruhig schlafen zukönnen...", weil Du vermutest, jemand würde sich in diesem Moment an den Spieltischen ruinieren, müsstest Du extrem gesehen alle Casinos schliessen.
  21. Nachtfalke

    "Gewissensbisse"

    Hinter der materiellen Substanz dieser Leute, die ihr Geld während ihrer Spielbankbesuche investieren, steckt ein Potenzial, es zuvor erworben zu haben -gleichgültig auf welche Art auch immer- oder zumindest, es sich zu dieser Nutzung verfügbar gemacht zu haben. Die von Dir, Azure, angeführten Kaputten auf Bahnhöfen ...was sollen die mit den Spielern in den Casinos zu tun haben? Das Potenzial, sich in die Lage von Spielbeteiligungsberechtigten zu versetzen hat diese Klientel unserer Gesellschaft sicher nur in vereinzelten Fällen. Und berechtigt, sich am Spiel zu beteiligen, sind beim gewerblich offerierten Glücksspiel nur diejenigen, die das Geld in der Tasche haben. Selbst unter dem wagen Gesichtspunkt, dass jeder Mensch auf seine ihm eigene Art irgendwo "...einen Defekt aufweist...", besteht dieser Defekt bei den Kaputten am Bahnhof in der Tatsache, dass diese Gruppe schon vor langer Zeit aus dem Rahmen der gesellschaftlichen Funktionen heraus gefallen ist. Sie funktionieren insoweit nur noch als Leistungsempfänger. Ein Spieler erbringt eine Leistung: er legt sein Geld auf den Tisch!
  22. Nachtfalke

    "Gewissensbisse"

    Ich weis nicht.Die „Kaputten“ auf den Berliner Bahnhöfen sind auf eine ganz andere Art psychisch und oft auch physisch zerrüttet, als es Casinobesucher sein könnten.
  23. ...was darauf schliessen lässt, wie alt manche Kessel sein können!!!
  24. Ja, Bernie, man musste sich was einfallen lassen, weil die langjährige Unterbringung in den ehemaligen, überalterten Räumlichkeiten im Harzburger Hof recht mondän und im alt hergebrachten Casinostil gehalten, jahrzehntelang die Gäste auf Grund des besonderen Flairs angezogen hat.Die wenigsten wissen heute, dass der im Verlauf der Jahrzehnte immer mehr heruntergekommene Kasten Harzburger Hof zu den wenigen noch existenten Grand Hotels Deutschlands gehört hat. Er überdauerte die Zeit vor zwei Jahrhunderten bis heute und wurde in der Vergangenheit in einem Atemzug mit dem Kempinski Atlantic und dem Vier Jahreszeiten in Hamburg, mit dem Russischen Hof in Weimar, mit dem Parkhotel in Düsseldorf, mit dem Taschenbergpalais in Dreden, mit dem Raffael in München und mit den ansonsten nur noch wenigen, verbliebenen großen Hoteladressen einer vergangenen Epoche in Deutschland genannt. Das Pumpwerk im heutigen Badepark bot sich als moderne Alternative an, aber wie Du schon sagtest, Bernie, war es nicht angebracht, eine Art Las-Vegas-Stil als Ambiente anzusteuern, weil man auf diese Weise wohl alle Stammgäste, die bisher den Standort aufgesucht hatten, verloren hätte. So wählte man den Mittelweg auf einer Linie, die die neue, jüngere Klientel anzog, und die die alte Gästeschaft nicht vergraulte. Ich war einige Zeit Stammgast in Bad Harzburg. Es schien anfangs fraglich, was man den Spielsälen der bis dahin bewährten Location entgegensetzen sollte; schwere Teppiche, Kronleuchter, aristokratisch angehauchte Wanddekoration... eben die tradionelle Einrichtung der großen Häuser im seinerzeit allerorts gehobenen Stil, überall dort, wo gespielt wurde. Die Atmosphäre war ansprechend, erhaben und gemütlich - man kam nicht nur zum Spielen, sondern Einheimische, die Kurgäste und Spieler von auswärts kamen hier mit steter Regelmäßigkeit zusammen, man traf sich in einer der zahlreichen Eisdielen, nahm einen Nachmittagsumtrunk im Café Decker, auf einer der zahlreichen Terassen oder in der Logis des Hotels Victoria; die Spielerschaft von Bad Harzburg war im Vergleich zu so vielen anderes Casinos in Deutschland sozusagen eine große Spielerfamilie. Zwar war der Locationwechsel auf Veranlassung der Casinogesellschaft erfolgt, trotzdem war der Wegzug aus dem alten Gemäuer nicht ganz freiwillig. Unter normalen Umständen wäre der Sitz der Spielbank noch heute im „Hof“, wie die Einheimischen ihn bezeichneten. Und sicherlich passte die alte Beheimatung der Spielbank sowohl architektonisch, als auch in Bezug auf das Interior, besser zum Flair der anheimelnden Stadt. Der gewaltige, in Holzbauweise gehaltene Monumentalbau mit seinen victorianisch angehauchten, verschnorkelten Fassaden, war am Fuß der Talstation einer Bergbahn im vergangenen Jahrhundert der Prunkbau der kleinen Stadt, der die oberen Zehntausend als Kurgäste international angezogen hatte. Unklar ist, warum sich die seinerzeitige Besitzerin des Hauses, eine gewisse Adele Ramm, die ein Café Rose mit Hotelbetrieb an anderer Stelle des Badekurorts einträglich führte, den Gebäudekomplex schon über Jahre hinweg trotz ihres solventen Dauermieters, des Casinos, mehr und mehr vernachlässigt hatte, bis schliesslich die Baufälligkeit eintrat! Als schliesslich wiederholt Wasser durch das marode Dach in den Spielsaal rann, sodass das Casino über längere Zeiträume das Spiel nicht eröffnen konnte, sah sich die Spielbankgesellschaft verständlicherweise gezwungen, aus dem Pachtvertrag auszusteigen, zumal das zentraler im Kurort befindliche Pumpwerk saniert war und sich als geeignet für die neue Adresse erwies. Für viele alte Gäste der Harzburger Spielbank war es anfangs schwer vorstellbar, nun in einem modernen Ambiente spielen zu sollen. Unter diesen Gesichtspunkten mutet es schon merkwürdig an, das Pumpwerk heute zu betreten - rechts vom Foyer ausgehend der Saal des kleinen, links der des großen Spiels. Vergleicht man die Sorgfalt, mit der die Architekten des Harzburger Hofs vor zwei Jahrhunderten ihr Bauwerk schufen, mit den Sanierern des Pumpwerks, gibt einem zu denken, dass die Architekten in Unkenntnis der Positionierung der beiden Spiele, die Bar, die ursprünglich für das Große Spiel gedacht war, in den Räumlichkeiten des Automatensaals konzeptionierten. So erklärt sich heute das bessere gastronomische Ambiente im Kleinen Spiel. Gewiss, im neuen Harzburger Casino kann man sich auf andere Art wohlfühlen. Der Übergang zur Moderne ist gelungen. Aber in Gegenüberstellung zur seinerzeitigen, traditionellen Spielbank hinkt jeder Vergleich... ...
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