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nodronn

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  1. Ich muss mich hier auf die Seite von fritzl stellen. Tronc ist eine absolut freiwillige Sache des Spielers, üblicherweise sollte zumindest bei Pleintreffer Tronc in Höhe des Einsatzes spendiert werden. Das soll aber jeder halten, wie er will. PFLICHT ist es jedenfalls nicht. Wie läuft denn so ein Abend ab, am Empfang wirst du genötigt, deine Personalien anzugeben, sonst wird dir der Eintritt verwehrt. Dann bekommst du als Gast 2,50 Euro oder mehr abgeknöpft, damit du im Spielsaal dein Geld riskieren darfst. Sobald ich irgendwo Eintritt bezahlen muss, fühle ich mich automatisch nicht mehr als Gast. Ruhig gestellt wirst du, indem du einen Getränkegutschein bekommst. Oder sogenannte Glücksjetons, die du im günstigsten Fall nicht nur auf Plein verspielen darfst. Und wenn fritzl die Casinoangestellten etwas respektlos bezeichnet, nun ich möchte nicht Mäuschen spielen, was so im Croupier-Pausenraum abgeht. Manche können sich ja kaum am Tisch zurückhalten mit ihren spielerunfreundlichen Bemerkungen. Wofür nun soll ich denn Tronc geben? Dafür, dass der Zufall die Kugel in das Fach mit der Nummer „34“ im Kessel gelenkt hat? Dafür, dass der Croupier mir brav aufzählt, wie viel ich gewonnen hab? Nun konsequenterweise müsste ich bei jedem Einsatz dem Croupier ein Trinkgeld spendieren, denn eine "Dienstleistung" ist auch, wenn er das Tableau von meinem Chips auf den nicht getroffenen Feldern befreit. Tut mir leid, aber das ist sein JOB. Dienstleistung sieht anders aus. Selbst wenn du als Spieler mächtig im Brand bist – und das bleibt den C. auch nicht unbemerkt – wird beim ersten Plein-Treffer um Tronc „gebettelt“. In vielen Bundesländern sind die Spielbanken zu 100 Prozent landeseigene Gesellschaften. Ich darf jedem Bundesland zumuten, seine Angestellten üblich zu bezahlen. Als Spieler bin ich dafür nicht zuständig. Ich drück der Dame am Kinoeinlass auch nicht nen Euro in die Hand, damit sie meine Kinokarte entwertet. Und wenn fritzl darauf hinweist, dass sich hier im Forum auch neue unbedarfte Spieler anmelden und nach Informationen suchen, dann muss klargestellt werden, was PFLICHT und was FREIWILLIG ist. Tronc ist nun mal keine Pflicht. Punkt aus.
  2. Die meisten von euch werden mir zustimmen, so ein Spiel ist langweilig, wenn man schon weiß, dass man gewinnt. Irgendwann sind dann alle „vermeintlich“ offenen Rechnungen mit Casinos und Croupiers beglichen. Grundsätzlich bin ich kein nachtragender Mensch, dennoch strebe ich nach Ausgleich, und Verluste gehören eben ausgeglichen. Ich hab mir oft die Frage gestellt, warum suche ich die Schuld für meine Verluste beim Croupier? Eben noch hat er bei jedem Rechtsabwurf Wurfweiten zwischen 14 und 25 Zahlen geworfen, jetzt wo ich setze, rollt die Kugel nur noch 12 Runden und drei Zahlen weiter, also völlig außerhalb meiner prognostizierten Wurfweite. Ich hab natürlich die Große Serie a Louis gesetzt, nun kommt die „36“ und ich verliere. Seltsamerweise in den nächsten drei Rechtsabwürfen rollt die Kugel innerhalb der vorher festgestellten Wurfweiten und ich hätte gewonnen. Genau das Spiel, wo der Croupier eben nicht wie prognostiziert trifft, setze ich. In solchen Situationen würde ich am liebsten alles hinschmeißen und wer würde in solchen Situationen nicht die Schuld beim Croupier suchen? Anderes Beispiel beim BlackJack, der weibliche Croupier zieht einfach keinen Bust, nein aus einer „5“ zieht die sich noch ne „21“ zusammen. Da schaust du mit zwei Bildern in der Box echt bescheuert aus, besonders wenn du vorher die Zehn gedoppelt hast. Am Tisch wird anfangs gemurrt und irgendwann lautstark Handwechsel gefordert. Der Tischchef gibt nach und der nächste Croupier überkauft sich dreimal hintereinander und auch sonst sieht es für die gespielten Boxen besser aus. Genau in diesen Situationen ziehe ich innerlich mein schwarzes Buch aus der Tasche und schreib diese „Unglückscroupiers“ auf die Liste der offenen Rechnungen. Nüchtern betrachtet muss ich feststellen, dass ich fürs Spielen wohl nicht geeignet bin. Im Alltag relativ emotionslos und sachlich kocht in mir in solchen Situationen der Kreislauf hoch. Ich hab mir angewöhnt, nur noch nach zwei Stunden Sport ins Casino zu gehen. Körperlich bin ich dann zwar platt, aber mein Gehirn ist ordentlich aufgeräumt und ich mache weniger Fehler im Spiel. Wenn meine Spielbank etwas besser besucht wäre, hätte ich auch mehr zu schauen. Ich beobachte gerne die Gäste, ohne selber zu spielen. Ein wirklich interessantes Spiel ist mir noch nicht untergekommen. Die meisten spielen irgendwie ohne Struktur, da werden wild einige zusammenhängende Kesselbereiche gespielt und dann noch unmotiviert einige Zahle gesetzt. Also wenn ich Cheval 5/8, 23/24, 30/33 spiel, würde ich nie auf die Idee kommen, auch noch Cheval 9/12 zu setzen. Ab und an kommt ein Herr, der schreibt die gefallenen Zahlen mit. Irgendwann steht er auf und spielt zwei Kolonnen mit je einem 50er. Hab ihn nur einmal dreimal hintereinander verlieren sehen, ansonsten hat er stets gewonnen, wenn ich da war. Nun, wirklich eingestiegen in die Spielerszene bin ich wohl 2001. So langsam setzt sich bei mir der Gedanke fest, ich bin satt und sollte meine geistige Schaffenskraft auf andere Projekte lenken. Roulette und BlackJack waren Hobbys, wenn auch die bislang teuersten. Sicherlich werde ich meiner Spielbank treu bleiben, aber die Besuche auf wenige male im Jahr beschränken. Allerdings beunruhigt mich ein wenig der Gedanke, dass ich noch keine Ahnung habe, in welche Richtung ich meine Freizeitaktivitäten entwickeln werde. Grüße an alle Spieler
  3. 7. Tag – Bad Harzburger Festspieltage Bad Harzburg – dieses kleine verträumte Städtchen am Rande des Harzes soll Schauplatz meines nächsten Auftrittes werden, denn mit dem einen Croupier habe ich noch eine Rechnung offen. Ich verzeihe ja viel, aber ich vergesse nichts. Vor einiger Zeit spielte ich dort am Rande einer Pokerveranstaltung BlackJack. Streng nach Basisstrategie versenkte ich dort einiges an Spielkapital. Bei jeder 16 zog ich noch eine Karte gegen eine 10 bei der Bank und überkaufte mich sehr häufig. Der Croupier versuchte, mich zu überreden, in einer solchen Situation keine Karte mehr zu ziehen, aber ich hielt an der Basisstrategie fest. Irgendwann begann mein Croupier mitzuzählen. „1 zu 0 für mich“, „2 zu 0 für mich“. Bei 18 zu 3 für die Bank hatte ich mein Spiel an diesem Abend beendet. Aber heute gibt es Revanche – und das nicht zu knapp. Nach meiner Arbeit, und ich jobbe immer noch volle 8 Stunden, bereite ich mich auf meinen Auftritt in Bad Harzburg vor. Mittlerweile verschlüssele ich meine Permanenzzettel entsprechend, so dass ein Außenstehender nicht unmittelbar erkennen kann, was für einen Schatz ich da in meiner Hand halte. Ich gehe zu meinem Wagen, werfe mein Sakko auf die Rücksitzbank und denke kurz an meinen Freund Pierre. Ihn kenne ich noch aus der Schulzeit und ich weiß, er hat so einiges an Schulden. Wegen seiner Privatinsolvenz ist er in den Spielbanken meines Bundeslandes gesperrt und wird es wohl auch auf alle Zeit bleiben. Ich rufe ihn an und er sagt sofort zu mitzukommen. Keine Ahnung wie der Typ das macht, aber irgendwie hat er immer ein wenig Geld in der Tasche. Ich denke nur: ’Hoffentlich hast du nicht die Haushaltskasse geplündert’ und wir beide rauschen in Richtung Bad Harzburg. Pierre ist ein Zocker und kaum haben wir in der Spielbank eingecheckt, stürzt er sich an den ersten Tisch. Er wechselt 150 Euro in 5er Jetons ein und setzt wild auf Carré. Ich brauch eine kühle Hopfenkaltschale und begebe mich erst mal zur Bar. Nach einer viertel Stunde kommt Pierre zu mir und triumphiert, er hätte schon 100 Euro gewonnen. Ich gratuliere ihm und bestelle ebenfalls ein Bier für ihn. Etwas abseits frage ich ihn, ob er schon einmal was von Wurfweiten, Wurfweitenwiederholungen oder Wurfweitenwanderungen gehört habe. Neugierig saugt er meine Bemerkungen auf und wir beschließen, ein kleines Sektorenspielchen auf Plein zu wagen. An der Kasse wechsele ich 500,- Euro in Louis ein und mit Stückgröße a 20 lasse ich Pierre nach meinen Anweisungen setzen. Mein Croupier war noch nicht zu sehen, Namen kann ich mir schlecht merken, aber Gesichter umso besser. Wir liegen gut vorne und Pierre wundert sich über meinen scheinbar mühelosen Erfolg. Mittlerweile hat auch er sich hochkapitalisiert, weil er mit eigenem Geld mitgesetzt hat. Ich ermahne ihn, 1.000 Euro in richtiges Geld zurück zu wechseln und er soll nur mit dem Rest weiterspielen. Erst der Hinweis auf seine kleine Familie lässt ihn meinen Rat befolgen. Gegen 21 Uhr beginnt auch mein spezieller Freund seine Schicht und es wird Zeit für mich, endlich selber zu setzen. Mit einem freundlichen „Guten Abend“ begebe ich mich an den Tisch und lasse mir markierte Jetons mit Stückwert 50 geben. „Mal schauen, ob ich heute ausgleichen kann, denn ich liege ja 18 zu 3 hinten!“ Verständnislos schaut mich mein Freund an und ich kläre ihn auf. Endlich erinnert er sich und meinte: „Vielleicht bringt dem Herrn das Roulette heute mehr Glück.“ Mit einem wehmütigen Blick auf den Kessel sage ich: „Ich hab schon mit der Lady Kontakt aufgenommen und sie hat mir eine heiße Nacht versprochen!“ Die anderen Gäste am Tisch müssen lachen und die Atmosphäre lockert ein wenig auf. Ich setze die „20“ und ihre beiden Nachbarn und ermahne meinen Kessel, sehr nett zu mir zu sein. Der Croupier dreht an, wirft in die entgegengesetzte Richtung ab und macht seine obligatorischen Ansagen. „1, Rot, Impair, Manque. Nichts aus Orphelins!“ lautet die von mir erwartete Ansage. Mein Croupier zahlt mich aus und ich sage: „Ein Stück für Sie und nur noch 18 zu 4 für die Bank.“ Jetzt belege ich das Zerospiel mit Maximum, denn es kommt die „26“. In solchen Fällen spiele ich gerne das Zerospiel, sichert es mir doch einen vollen Pleingewinn. Mein Croupier dreht ab und ich gewinne erneut. „18 zu 5 für die Bank.“ und einige Spieler begreifen so langsam, dass ich im Wettstreit mit dem Croupier stehe. Ich wechsele meine Spielweise und setze hoch auf Transversale Plein, mal auf Carré, mal auf Cheval und gewinne. Mein Freund Pierre fragt nach, ob er mitsetzen darf. Ich habe nichts dagegen und frage spaßeshalber den Croupier: „Wenn mein Freund mitsetzt und gewinnt, hole ich dann zwei Punkte gegenüber der Bank auf?“ „Bitte das Spiel zu machen!“ erwidert lakonisch der Croupier. „Hey ich nehme es doch auch nicht persönlich, als Sie mich damals am BlackJack-Tisch ausgezählt haben.“ war meine Antwort. Pierre und ich haben unseren Spaß und schließlich beendet der Croupier seine Schicht. „Nach dem Spiel wechselt die Hand!“ Manchmal sind diese Roulettesprüche sprachlich nur daneben. Als ob wirklich nur die Hand wechselt und nicht der ganze Croupier. Ich frage meinen Croupier, ob er heute noch mal eine Schicht hat. Schließlich hätte er ja das Hinspiel gewonnen und ich das Rückspiel. Er meinte nun: „Mein Herr, wir sind zwar punktgleich, aber Sie haben eine bessere Tordifferenz.“ Endlich sieht auch er es sportlich. Der Witz des Abends gehört mir. Ich gehe in Richtung Kessel und stelle mit Blick auf den Kessel und mit den Worten: “Weil du mir soviel Glück gebracht hast alte Lady.“ eine kleine Flasche Möbelpolitur auf den Tisch. Pierre und ich gehen zur Bar und bestellen ein Abschiedsgetränk. Der Abend hat sich für uns beide gelohnt und ich stelle fest, alleine spielen und gewinnen macht eben auch nur halb so viel Spaß.
  4. 6. Tag – Luigis Trauma Es wird Zeit, nach Hause zurück zu fahren. Es war ein tolles Wochenende im Rheinland, aber im eigenen Bett schläft es sich eben am besten. Nach dem Mittagessen geht es in Richtung Heimat und unterwegs denke ich mir, die Permanenzen aus Hohensyburg und aus Duisburg müssen doch nicht unnütz herumliegen. Gemütlich reihe ich mich in den obligatorischen Stau rund um Köln ein, auf der A1 geht es dann doch ein wenig flüssiger. An der Abfahrt 87 verlasse ich die A1 und scheuche meinen Wagen durch die Kurven hoch zur Syburg. Der Parkplatz vor dem Casino ist gut belegt, ich muss also ein Stück gehen. Ich brauch die frische Luft, um mir eine Strategie für heute auszudenken. Allerdings fällt mir nichts Gescheites ein und ich bereite mich auf ein langweiliges Spiel vor. Ich betrete das Haus und bin erst mal völlig orientierungslos. Hier kannst du dich echt verlaufen, denk ich mir. Alles architektonische Absicht und mich überkommt ein Gefühl, dass das Haus mich zwar wohlwollend aufnimmt, aber nicht mehr loslassen will. So steige ich ein wenig beklommen die Treppen hoch in die oberste Etage zum klassischen Spiel. Ich lege meinen Ausweis vor und der Empfangsangestellte tippt meine Daten ein. Er schaut mich an, überprüft noch mal meinen Ausweis und sagt dann zu mir: „Sie waren aber schon lange nicht mehr unser Gast!“ Ich sage: „Bei Ihnen war ich noch nie, aber erst gestern besuchte ich eines Ihrer Häuser.“ „Hm, hier steht, Sie waren 1992 in Aachen, wahrscheinlich kann ich Ihren Besuch von gestern noch nicht einsehen.“ erwidert der Angestellte. Ich frage mich, wie lange die bei Westspiel wohl meine Daten speichern und betrete den Spielsaal. Ich muss sagen, es erschlägt mich und ich benötige eine ganze Weile, um mich zu orientieren. Wie ferngesteuert laufe ich von Tisch zu Tisch und prüfe die Zahlen. Auch hier stimmt alles mit meinem Zettel überein. Ich brauch einen Kaffee und so setze ich mich in eine Ecke. Hier habe ich Zeit, auf die Details zu achten und ich stelle fest, der einstige Glanz in dieser Spielstätte verliert sich langsam. Abgewetzte Polster, angeschlagenes Mobiliar und so langsam gewinne ich meine Sicherheit zurück. Ich tausche 10.000,- Euro in 1.000er Stückgröße ein und beginne mit einem langweiligen EC-Spiel. Ich setze die Chancenpaare Rot-Impair und Schwarz-Pair mit anschließendem Paroli, wenn es sich laut meiner Permanenz anbietet. Ich muss auf die vielen Kameras achten und fülle zur Sicherheit ein Alibi-Permanenzkärtchen aus. So spiele ich unauffällig, aber eben auch langweilig. Schnell habe ich mich auf 30.000 hochkatapultiert und lasse mir regelmäßig 5.000,- Euro zurückwechseln. Für einen EC-Spieler ist es nicht ungewöhnlich, mit hohen Einsätzen zu spielen. Trotzdem habe ich das Gefühl, irgendwie satt zu sein. Nur Gewinnen ohne Anstrengung ist eben auf Dauer echt langweilig. Ich schaue mir die übrigen Spieler an, vorwiegend älteres Publikum und ich schaue bewusst, ob ich nicht einen Kesselgucker bei der Arbeit erspähe. Die Chance ist am Sonntag jedoch eher gering. Da waren sie, die üblichen Verdächtigen, die Zwei-Dutzend-Spieler, die Finale-Spieler, die Pflasterer und die EC-Spieler. Das Einzige, worin sie sich unterscheiden, ist die Höhe ihrer Einsätze. Spieler sind irgendwie kranke Gestalten. Ich zähle mich selbst dazu und beschließe, meine Spielerkarriere nach meiner Gewinnerkarriere nicht fortzusetzen. Weil sich meine Kontaktfreudigkeit gerade im Spielermilieu innerhalb enger Grenzen bewegt, suche ich mir einen Croupier, bei dem die anderen Spieler oft und viel verlieren. Bald darauf ist der passende Kandidat auserkoren. In Gedanken nenne ich ihn Luigi, mit seinen schwarzen, nach hinten gegelten Haaren macht es ihm offensichtlich einen Heidenspaß, seine Gäste verlieren zu sehen und animiert sie sogar zu noch höheren Einsätzen. Fast spöttisch klingen seine Ansagen: „Nichts aus den Annoncen!“ Ich suche Augenkontakt und schließe mit ihm eine Wette: „Ich glaube nicht, dass Sie in den nächsten zehn Spielen die Große Serie treffen!“ „Bitte das Spiel zu machen!“ flötet er zurück, aber ich sehe ihm an: ’Wette angenommen’ „Na dann mal los, a 300 auf die Kleine Serie“ mache ich meine Ansage und lege zwei Jetons entsprechender Stückgröße hin. „300 a Kleine Serie, sechs Stücke, Zweihundert zurück“ und der Croupier beginnt zu drehen. Ich weiß, es kommt die „6“, eine wirklich undankbare Zahl für die Kleine-Serie-Spieler und so ergänze ich die „6“ mit den beiden zurückgegebenen 100er Jetons. ‚Dein wenn auch innerlich höhnisches Grinsen wird dir noch vergehen’ denke ich beim Lauf der Kugel. „Sechs, Schwarz, Pair, Manque. Nichts aus der Kleinen Serie“ verkündet der Croupier und zieht genüsslich meinen Einsatz auf der Kleinen Serie ein. Ich lass mich bezahlen und annonciere gleich mal nach: „A 400 bitte auf die Kleine Serie“ und lege zwei 100er Jetons zusätzlich auf den Tisch: „Wenn Sie die Große Serie treffen, verdoppel ich die 200 und gebe 400 in den Tronc!“ So langsam läuft mein Croupier heiß. Es kommt noch dreimal hintereinander die Kleine Serie, ich gebe kein Trinkgeld und erhöhe jedes Mal den Stapel mit den Jetons, die es als Belohnung für die getroffene Große Serie. Mittlerweile liegen da 1.500 Euro Belohnung und Luigi ist sichtlich bemüht, die Große Serie zu treffen. Mal wirft er rechtsherum genau unter der Zero ab, mal genau unter der „5“. Nie will es ihm gelingen, die Große Serie zu treffen. Mein eigentliches Spiel gerät zunehmend in den Hintergrund, Luigi zahlt mich zwar aus, aber mit gierigem Blick auf den Belohnungsstapel wird sein Spiel immer fahriger. Wie muss sich wohl ein Croupier fühlen, der gegen einen Spieler um Trinkgeld dreht? Wohl genau wie ein Spieler, der beim nächsten Coup unbedingt gewinnen muss. Verwirrt schaut Luigi drein, als er die „9“ trifft. „Das war aber knapp!“ sage ich und ziehe meinen Gewinn auf Orphelin a Plein ein, nicht ohne jedoch den Belohnungsjetonstapel um weitere 400 zu erhöhen. Der Tischchef blickt missmutig drein, zu Beginn zieht sein Croupier die Spieler ab und nun will es ihm nicht gelingen, die Große Serie zu treffen? Luigi verkrampft immer mehr, einerseits gönnt er mir wohl meine Gewinne nicht, andererseits sieht er sein eigenes Unvermögen, die Große Serie stets zu verfehlen. ‚Du wirst in deiner Pause nichts zu erzählen haben!’ denke ich mir und mein abschließender Satz ist, dass ich den Belohnungsjetonstapel auf Rot setze: „Der Einsatz spielt für Sie!“ war meine begleitende Bemerkung, „Jetzt müssen Sie nur eine der 18 roten Zahlen treffen, bei der Großen Serie haben Sie ja kläglich versagt, vielleicht klappt es diesmal!“ „Bitte das Spiel zu machen!“ und kurz darauf „Nichts geht mehr!“ Ich weiß, was kommt „26, Schwarz, Pair, Passe. Ein Stück aus dem Zerospiel a Plein. Keine weitern Annoncen“ und Luigi muss mit schweißnassen Händen den gesamten Stapel der Masse zuführen. „Einen schönen Tag.“ wünsche ich noch und mache mich auf den Weg zur Kasse. So hatte ich doch noch ein interessantes Spiel und verließ die Hohensyburg mit 78.000,- Euro Gewinn. Unterwegs habe ich noch mehrfach herzlich gelacht, denn Luigis Gesichtsausdruck bei meinem letzten Spiel mit ihm war unbeschreiblich. Auch wenn ein Croupier selbst kein Spieler ist, Luigi war sichtlich froh, dass es vorbei war. Ein ähnliches Gefühl wie bei einem Spieler, der sich erst dann richtig befreit fühlt, wenn der letzte Euro des Spielkapitals verloren wurde.
  5. Hi @water, bin Anfang September beruflich in Berlin. Wenn mich mein Chef da übernachten lässt, können wir am PP ruhig ne Runde klönen. nodronn
  6. Ach bester Boulgari, in diesem Fall ziehe ich mich noch nicht einmal auf meine schriftstellerische Freiheit zurück. Hier stimmt meine Geschichte mit meiner persönlichen Meinung überein. Bei jedem Wurf hat jede Zahl die gleiche Wahrscheinlichkeit, getroffen zu werden. NICHTS anderes lasse ich da gelten. Komm mir jetzt bitte nicht mit Zwei-Drittel-Gesetz oder dem Gesetz der Großen Zahl. Verwechsel hier nicht Ergebnis mit Ursache. Das Zwei-Drittel-Gesetz ist nicht die Ursache dafür, dass sich meistens innerhalb von 37 Coups nicht alle Zahlen zeigen. Es ist ein Ergebnis und mehr nicht. Ich bin mir sicher, irgendwo existiert die Permanenz, bei der in 37 Coups alle 37 Zahlen erschienen sind. Und nun? have a nice day nodronn
  7. 5. Tag – Der Kaiser von Aachen Meine Freunde und ich haben den Tag genossen, Frühstück mit Rheinblick und anschließend legten wir eine Wellness-Etappe im Mediterana in Bergisch Gladbach ein. Eigentlich bin ich nach einem Thermenbesuch richtig schlapp und antriebslos, doch meine Freunde fiebern unserem Besuch in Aachen entgegen. Das ist ausreichend Motivation für mich. Während der Fahrt schwätzelten wir, die Was-Wäre-Wenn-Phantasien kennt jeder und es entstehen die abenteuerlichsten Ideen. Oliver und seine Freundin wollen unbedingt mal Luxus-Urlaub machen, Karsten will sich ein größeres Motorrad kaufen und seine Sabine ist ebenfalls begeisterte Bikerin. Innerlich notiere ich die Wünsche meiner Freunde und schätze ab: ‚Banyan Tree an der Anse Intendance auf Mahé mit Abstechern nach Praslin und La Digue für zwei Personen – 30.000,- Euro. Die neue Suzuki GSX-R 1000 mit ein wenig Schnick-Schnack ebenfalls 15.000,- Euro. Mein Ziel steht fest!’ Wir kennen uns jetzt schon seit zehn Jahren und es wird Zeit, auch mal Dankeschön zu sagen. Im Casino angekommen – und die Ladys meiner Freunde hatten sich richtig chic gemacht – schauten wir erst ein wenig beim Pokern zu. Als es uns zu langweilig wurde, erzählte ich von meinem ersten Casinobesuch überhaupt. Der war nämlich 1992 in Aachen und ich erinnere mich noch ganz genau. Ein Kollege von mir ging damals regelmäßig abends ins Casino und erzählte anderntags von seinen Gewinnen. Die unschlagbare Martingale war sein Geheimrezept und damals war ich echt unbeleckt in diesen Sachen. Ich kaufte mir bei C&A ein dunkelrotes kariertes Sakko und eine Polyester-Krawatte. So ausgestattet ging es an einem Samstag in das Casino. Ehrfurcht befiel mich und ich habe mich wie ein kleines Licht gefühlt. Damals verfolgten wir die Permanenzen und nach dreimal Rot setzten wir Minimum auf Schwarz. Mein Herz schlug bis zum Hals, als ich meinen ersten Einsatz tätigte und ich verlor. Also setzte ich noch mal doppelt auf Schwarz und gewann schließlich. Ich gewann damals 50,- DM und ich konnte dem Roulettespiel gar nichts abgewinnen. Was ich damals nicht wusste, bis zu meinem nächsten Spielbankbesuch sollten 8 Jahre vergehen. Wir lachen herzlich, als ich meinen Freunden das Prinzip der Martingale erkläre. Ich erhebe dennoch den Zeigefinger und warne vor diesem Spiel. Es kann lange gut gehen, aber auch sehr schnell schief. An der Kasse tausche ich 2.000,- Euro in 100er Jetons um und gebe jedem meiner Freunde 5 Jetons. Die erklären mich für verrückt, aber ich mache ihnen den Vorschlag, entweder selber die Jetons zu verspielen oder nach meinen Anweisungen zu setzen. Letzterer Vorschlag wird angenommen und ich ziehe mich ein wenig zurück. Wie ein Dirigent teile ich jedem Pärchen einen Spieltisch zu und beginne piano. Oliver bekommt die Anweisung, 200 auf das dritte Dutzend zu setzen und seine Stefanie soll auf die letzte Kolonne setzen, „36“ und Treffer. Karsten und Sabine setzen 200 Euro überschneidend auf die Transversalen Simple „10/15“ und „13/18“, es kommt die „14“. Gewinnen macht Spaß, ich sehe es den Vieren an und überlege, sie nicht auch mal verlieren zu lassen. Zwischendurch behaupte ich, dass ich keine Idee habe, was zu setzen wäre. So habe ich Zeit, ihnen den Kessel und das Tableau näher zu erklären. Karsten und Oliver sind naturgemäß aufgeschlossener und verstehen sofort, was Kleine Serie, Zero-Spiel, Große Serie und die Orphelins bedeuten. Den Mädels genügt es, über die Finale-Spiele Bescheid zu wissen. Mit diesen Erkenntnissen schicke ich sie nun als Einzelkämpfer an die Tische zurück und kann sie ganz konkrete Zahlen spielen lassen. Stefanie traut sich nicht so richtig, ganze 100er Jetons nur auf eine Zahl zu setzen. Ich kann sie verstehen, sie ist Krankenschwester und 100 Euro sind für sie viel Geld. Ich beruhige sie und sage, 1.000,- Euro darf sie auf jeden Fall behalten auch wenn sie verliert. Sie wird nicht verlieren, das weiß ich. Ich spiele mein Konzert, lasse Finale-Schnaps setzen, lasse Kleine Serie spielen, lasse die Waisen nicht unberücksichtigt und liebe den Doppelschlag. Die Vier kommen aus dem Staunen nicht heraus und fragen mich, warum ich nicht spiele? Ich entgegne, dass ich doch schon gestern genug gewonnen hätte und ich nicht gierig bin. Okay, das war gelogen, aber ich hab doch trotzdem meinen Spaß. Nachdem jeder so um die 10.000,- Euro gewonnen hat, verkünde ich, dass jeder nur noch einmal setzen darf. Karsten ist der Erste und er soll bitte die „9“ setzen. „Aber die kam doch schon zweimal und überhaupt kam das erste Dutzend fünfmal hintereinander. Jetzt muss doch mal was anderes kommen?“ Aber ich dulde keinen Widerspruch: „Was habe ich vorhin erklärt? Du kannst nicht aus dem, was gekommen ist schließen, was jetzt kommt oder was gar nicht kommt. Willst du gewinnen?“ und er setzt 400 auf die „9“. Karsten gewinnt und ich bitte ihn um Entschuldigung, dass ich eben so harsch gewesen war. Der Gewinn ist genug Schmerzensgeld. Jetzt schicke ich seine Sabine an die Front mit dem Tipp, dass die „26“ kommt. Sabine denkt sicherheitsbewusst und setzt nicht nur die „26“ sondern auch noch die beiden Nachbarn aus. ‚Unnützer Umsatz’, denke ich mir, halte mich jedoch zurück. Fasziniert schaut Sabine in den Kessel und ich denke, Karsten ist schon ein Glückspilz, so eine attraktive Lady und die beiden werden einen tollen Urlaub auf den Seychellen haben. Rhrhrhrhrhr – dreht die Kugel ihre Runden und Sabine schaut wirklich skeptisch. Tock-Tocktocktocktock – ich höre förmlich, wie widerwillig sich die Kugel in Richtung Zahlenkranz bewegt um es sich schließlich schwerfällig in dem Fach mit der „26“ bequem zu machen. Anfängerhaft kann Sabine ihre Freude nicht unterdrücken und nimmt deshalb auch allen Gewinn und den Einsatz vom Tisch. Ich frage sie: „Hast du nicht was vergessen?“ und plötzlich fällt es ihr wieder ein. Sie geht zurück zum Tisch und will dem Croupier einen 500er Jeton in die Hand geben. Wie süß denke ich und der Croupier muss ihr höflich verständlich machen, dass sie den Tronc bitte auf den Tisch legen soll. Sabine ist richtig aufgeregt und es wird Zeit, unser Spiel zu beenden. Ich instruiere Stefanie, an Tisch 1 bitte die “20“ zu spielen. „Warum?“ fragt sie mich und es ist typisch, denn Stefanie will immer alles ganz genau wissen. Ich sage ihr: „Weil Oliver dich mit 20 Jahren kennengelernt hat!“und grinse sie an. „Was für ne bescheuerte Begründung.“ sagt sie und lacht ebenfalls. Der Croupier dreht an und ich ermahne sie mit Handzeichen, endlich zu setzen. Gerade noch rechtzeitig vor der Absage platziert sie ihr Stück auf die „20“. Ich glaube ja, sie hat mit Absicht so lange gewartet, um mich zu ärgern. Ich sehe es sportlich. Selbstverständlich gewinnt sie und erinnert sich noch rechtzeitig an Sabines Fauxpas. Der Troncbehälter ist um ein weiteres Stück voller. Zurück an unserem Tisch müssen sich Sabine und Stefanie sofort über ihre eben gewonnenen Eindrücke austauschen. Als Letzten schicke ich Karsten an einen der Tische. „Hast du gut aufgepasst?“ frage ich ihn wie einen Lehrer. Genau diesen Vorwurf bekomme ich gerechterweise zurück. „Selbstverständlich Herr Oberlehrer!“ und das saß. „Okay, machen wir es kurz, ich würde auf die „16“ setzen.“ Ich weiß, mit Oliver muss ich nicht lange diskutieren. Er setzt die „16“, der Croupier überprüft die Höhe der Einsätze und beginnt mit dem allseits bekannten Ritual. Er nimmt die Kugel aus dem Kessel, dreht in die entgegengesetzte Richtung und wirft in Höhe der vorher gekommenen Zahl ab. „16, Rot, Pair, Manque. Zwei Stücke aus 5-ZwoZwo. Ein Stück aus 33-ZwoZwo. Keine weiteren Annoncen!.“ Oliver kommt mit seinem Gewinn zu unserem Tisch zurück. Da liegt er nun der Jetonstapel und ich lasse die Bombe platzen. „Weil ihr so erfolgreich gespielt habt, teilt ihr bitte den Gewinn untereinander auf.“ Ich sehe ihre Fassungslosigkeit, klar hatten sie mit einer kleinen Gewinnbeteiligung gerechnet. Aber nicht mit meiner Großzügigkeit. „Soviel Geld!“, „Das können wir nicht annehmen.“, „Du bist verrückt“, waren nur die harmloseren Reaktionen. „Nun beruhigt euch mal, ihr beide wollt doch chic Urlaub machen und Seychellen kosten nun mal. Und du Karsten schläfst doch schon mit dem Motorrad-Prospekt. Erfüllt euch eure Wünsche, Geld ist zum Ausgeben da und wenn ich das so richtig überblicke, bleibt sogar noch was für die Urlaubs- und Benzinkasse übrig. Ende der Diskussion.“ entgegne ich, „Machen wir uns auf den Heimweg.“ Ich teile den Jetonstapel gleichmäßig auf und wir verlassen den Spielsaal in Richtung Kasse. Ein schöner Abend und ich weiß, die vier werden eine schlaflose Nacht haben.
  8. 4. Tag – Besuch bei Freunden Es ist Freitag und ich konnte meinen Chef überreden, dass ich für geleistete Überstunden frei bekomme. Ich packe meine Tasche fürs Wochenende, denn ich möchte meine Freunde in Bonn besuchen. Das passt, denke ich mir und gleich drei Spielbanken im Einzugsgebiet Ich mag solche Wortspiele, denn Einziehen werde ich bestimmt etwas und ich packe mir vorsichtshalber nicht nur die Permanenzen für Hohensyburg, Aachen und Bad Neuenahr ein, nein auch noch für Duisburg.. Okay, was habe ich vergessen? Richtig, eine CD-Auswahl für unterwegs. Und schon geht es in Richtung Rheinland. Ich merke, ich fahre antizyklisch, denn mir kommen eine Menge Fahrzeuge entgegen, wahrscheinlich alles Pendler die nach Hause wollen. Ich habe meine Freunde schon sensibilisiert und sie wollen wirklich mit mir in eine Spielbank gehen. Es ist schön, Freunde zu haben, die dem Spiel nichts abgewinnen. Aber im eigentlichen Sinne spiele ich nicht, denn ich kenne bereits die Zahlen des Abends. Wir haben uns für Neuenahr entschieden und die 50 Kilometer sind schnell zurückgelegt. Selbstverständlich übernehme ich alle Unkosten oder sollte ich besser sagen, ich gehe in Vorleistung? Denn nur ich weiß, wer wirklich die Rechnung des Abends bezahlt. Ich hatte mir natürlich vorher Gedanken gemacht, wie ich meinen Freunden die Gewinne erklären soll, doch alles zu seiner Zeit. Wir schauen uns ein wenig um und ich schnappe mir ein Permanenzblatt der Spielbank zum Mitschreiben. Ich tue so, als ob ich die gefallenen Zahlen notiere, in welche Richtung die Kugel geworfen wurde und welche Wurfweite sich ergibt. In der letzten Spalte notiere ich irgendwelche Besonderheiten. Anhand meiner Vorbereitung weiß ich, wann der Croupier besonders gleichmäßig wirft und identische Wurfweiten produziert. Meine Freunde interessiert es nicht, was ich mir da notiere. Ich weiß, welche Zahlen kommen und damit auch meine Gelegenheit. 5/8/28/7/36/27/9/14 sind die kommenden Zahlen. Nach der „28“ steige ich ein und annonciere: „7 ZwoZwo a 50 bitte.“ Der Croupier wiederholt brav meine Ansage und weil noch genug Zeit ist, setzt er die Stücke aus. Am Tisch ist nicht viel los und auch sonst habe ich den Eindruck, meine Stückgröße für Pleinsätze ist nicht selten. Gut so, das kommt mir entgegen. Erwartungsgemäß kassiere ich für meinen Treffer einen Gewinn in Höhe von 1.750,- Euro, das Einsatzstück bekommen die Angestellten. Der Croupier wartet kurz auf meine Ansage, ich schaue ihm tief in die Augen und frage ihn, ob er nicht eine Idee hätte. Die Standardantwort auf diese Frage kennt jeder Spieler und so entgegne ich: „ Na wenn Sie schon keine Idee haben, dann habe ich auch keine!“. Ich warte ab, bis er die „36“ wirft, um danach gleich die „13“ und ihre beiden Nachbarn mit 200,- zu belegen. Diesmal setze ich selber aus. Der Croupier dreht ab und wirft die Kugel ein, wie ich es schon unzählige Male gesehen habe. Es herrscht Ruhe am Tisch und die Absage nehmen alle gelassen entgegen. Auch nach der Absage werden Einsätze zumindest geduldet, nur sollte es der ältere Herr im hellen Sakko nicht übertreiben, denke ich mir. „27, Rot, Impair, Passe, drei Stücke aus der Kleinen Serie. Keine weiteren Annoncen.“, der Croupier scheint mit seinem Wurf zufrieden zu sein. Ich bekomme 7.000,- Euro in Jetons ausgezahlt und jetzt werden auch meine Freunde auf mich aufmerksam. „Wahnsinn!“ höre ich von Oliver, „Wie machst du das nur?“ Und ich antworte ihm ausweichend: „Schau mal auf die Permanenz!“ Was ich damit meinen würde, schließlich versteht Oliver nicht sehr viel vom Spiel. Ich erkläre ihm, dass ich auf Wurfweitenwiederholung spiele. Die „8“ liegt in der Nähe der „5“, die „7“ liegt gleich neben der „28“ und wie die „36“ und die „27“ zueinander stehen, wird er schon selber herausfinden. „Und was ist mit den anderen Zahlen?“ fragt Oliver? Ich sage zu ihm: „Das funktioniert nur, wenn der Croupier in Uhrzeigersinn dreht. „Aha“ bekomme ich zur Antwort, so ganz verstanden hat er mich nicht. Nun landet die Kugel in der „9“ und ich frage meinen Freund, was er nun spielen würde. Er meint: „Nach deiner Theorie die 9 und die anderen Zahlen um die 9.“ Ich nicke, setze und gewinne. „Es reicht,“ sage ich zu meinen Freunden, „vielleicht spielen wir nachher noch mal, jetzt lade ich euch zum Essen ein.“ Vergnügt verlassen wir den Saal. Für diesen Abend hatte ich mir mehrere Permanenzabschnitte herausgesucht, wo ich mit einem Wurfweitenmodell gewonnen hätte. Ich habe gesetzt und jedem, der es wissen wollte, mein Wurfweitenmodell auch erklärt. Einmal hab ich sogar besonders hoch gesetzt und absichtlich verloren. Warum nicht auch mal zeigen, dass so etwas nicht immer funktioniert. Am Ende des Abends waren wir uns einig, am Samstag der Domstadt Aachen einen Besuch abzustatten. Ich mag es nicht, meine Freunde anzulügen und ich habe meine Spielerklärung auch nicht als Lüge angesehen. Bad Neuenahr strahlt eine gewisse Sattheit aus, alles sehr prunkvoll eingerichtet um die unerfahrenen Spieler zu blenden. Ich habe mir erlaubt, mir diesen Abend mit 75.000,- vergüten zu lassen. Meine Freunde trauten sich nicht zu setzen. Das ist gut so, denn ich will sie nicht zum Spielen verführen.
  9. Danke für euer feedback Wertester Boulgari, ich nehme mir meine schriftstellerische Freiheit, wie ich sie brauche. Danke für deine Hinweise, aber ich schreibe nur für mich und auch zur Unterhaltung anderer. Du bist hiermit aufgefordert, dich gerne zu beteiligen und eine eigene kleine Geschichte zu verfassen, die zum Thema passt. Hochachtungsvoll Der Nodronn
  10. 3. Tag – Der BlackJackCrack Über Nacht hatte ich eine Idee, die mich auch tagsüber im Büro nicht mehr losgelassen hat. Ich bereite mich auf meinen Auftritt vor und nehme heute den Permanenzzettel für die Spielbank Berlin mit. Meinen Wagen muss ich allerdings noch volltanken, die Vollgasorgie gestern Nacht auf meinem Heimweg hat Spuren im Tank hinterlassen. Kurz noch das Navigationsgerät auf den „Potsdamer Platz“ eingestellt, im Autoradio einen Musiksender ohne Werbeunterbrechung gesucht und die Klimaautomatic auf eine angenehme Temperatur eingestellt. Es regnet leicht, aber ich komme gut voran, denn der Wagen liegt gut auf der Straße. Autofahren entspannt mich ungemein und wie jeder Künstler benötige auch ich eine Konzentrationsphase vor meinem Akt. In Berlin angekommen, mache ich einen Abstecher in die Katakomben der Spielbank. Man ist das bedrückend denke ich beim Anblick des Automatenspielsaals und ab geht es in die obere Etage. Meine Rolle ist mir klar und ich bitte den Saalchef, den BlackJack-Tisch für mich zu öffnen. Am Tisch wechsele ich 1000,- Euro gegen Jetons in 50er Stückgröße und beginne mein Spiel. Die Basisstrategie ist mir nicht unbekannt und doch wogt das Spiel hin und her. Ich komme in eine längere Verlustphase, aber ich werde nicht unruhig. Genau diesen Moment habe ich einkalkuliert. Nur noch zwei Jetons vor mir liegend, sage ich: „Einen Moment, ich muss mir neues Kapital besorgen.“ Der Croupier grinst mich an, stellt aber dennoch ein Reservierungsschild auf meinen Platz und ich wechsele an den Roulettetisch. Ein kurzer Blick genügt mir und ich weiß, es kommt die „2“. Schnell lege ich zwei 500,- Euro Scheine auf das erste Dutzend. „Scheine spielen erstes Dutzend!“ sagt der Tischcroupier pflichtgemäß an, überprüft das Geld auf Echtheit und wechselt es ein. Danach legt er den 1000er Jeton auf das Tableau. Ich denke mir: „Du musst gleich noch zwei Platten drauflegen!“ und bestimmungsgemäß fällt die Kugel in das Fach mit der schwarzen „2“. Ich nehme Einsatz und Gewinn und wechsele zum BlackJack-Tisch zurück. „Da bin ich wieder!“ erkläre ich freudestrahlend und wechsele 1000,- Euro in eine kleinere Stückgröße. Mein Blackjack-Spiel geht weiter. Kurze Zeit später setze ich eine konzentrierte Miene auf und springe vom Blackjack-Tisch auf. Zügig begebe ich mich an Roulettetisch 2, schaue auf mein kleines Geheimnis, um schließlich 500,- Euro auf die Transversale Plein 19/20/21 zu setzen. „19, Rot, Impair, Passe, Zwei Stück aus der großen Serie, keine weiteren Annoncen!“ die Antwort des Croupiers schien auswendig gelernt. Schließlich bemerkt er meinen Einsatz und zieht kurz die Augenbrauen hoch. Für einen echten Croupier ist das schon ein überschwänglicher Anfall von Emotionen. Er bezahlt mich und ich gehe zurück an meinen Platz am BlackJack-Tisch. Dort angekommen meinte ich nur: „Intuition, eigentlich bin ich BlackJack-Spieler.“ „Vielleicht sollte der Herr doch lieber Roulette spielen.“ frotzelt der Croupier. ‚Du kannst mich mal, ich spiele nur Roulette’ denke ich mir, aber meine Rolle gefällt mir. Jetzt erhöhe ich auf 200er Stückgröße beim BlackJack und wie es der Zufall will, gerate ich in eine Gewinnserie. Oft lasse ich Einsatz und Gewinn stehen und spiele Paroli. Ob ich beim BlackJack verliere, ist mir egal. Ich gewinne woanders ganz sicher. Aber der BlackJack-Gott ist sehr gnädig. Streng nach Basisstrategie mache ich einen ordentlichen Schnitt. Es gesellen sich andere Spieler an den Tisch und für mich ist es Zeit, eine Pause zu machen. ich gönne mir einen leckeren Snack, nämlich Caesar Salad Classic mit gebratenen Riesengarnelen. Mir fällt ein junger Mann auf, der mit der Martingale sein Glück versucht. Ich fühle mich in meine Anfangszeit zurückversetzt und schaue ihm ein wenig zu. Ich weiß, er wird noch ein wenig gewinnen, das kann ich an meinem Permanenzzettel abschätzen. Doch schließlich gerät er in eine Rot-Serie und setzt dagegen. Er verliert alles, seine Gewinne und sein Spielkapital. Hoffnungslos mit Händen in den Taschen steht er ein wenig abseits. Ich weiß, wie sich solche Spieler fühlen. Du gehst nicht sofort nach Hause, das würde zu sehr nach Niederlage aussehen. Nein du wartest einen vermeintlich günstigen Moment ab und schleichst dich aus der Spielbank. Aber ich fange ihn ab und lade ihn auf ein Getränk ein. Er lehnt ab, ich bleibe dran und bitte ihn, bei einem Pils kann er mir mal seine Spielweise erklären. Es fällt dem jungen Mann schwer, meiner Bitte zu folgen. An der Bar angekommen, lockere ich die Atmosphäre ein wenig auf und erzähle von mir, wie lange ich schon spiele und was ich schon alles erlebt habe. Er erklärt mir die Martingale, ruhig lasse ich ihn ausreden und stelle ihm die alles entscheidende Frage: „Warum glaubst du, aus den bereits gekommenen Zahlen schließen zu können, was jetzt kommt? Die Wahrscheinlichkeit, ob Rot oder Schwarz kommt, ist bei jedem Coup gleich.“ Er schaut mich verständnislos an und ich erkläre es ihm. Ich sehe den Ärger über sich selbst in ihm hochsteigen. Ich drücke ihm einen 100er Jeton in die Hand und sage zu ihm „Bitte an Tisch 2 auf die 36, den Gewinn kannst du behalten!“ Sein Gesicht werde ich nicht so schnell vergessen, wie ferngesteuert steht er auf und setzt schließlich den Jeton auf die „36“, anschließend schleicht er zum Kessel und schaut der Kugel bei ihrem Lauf zu. Ich weiß, was kommt, nämlich die „36“. Der Croupier macht seine Ansage: „36, Rot, Pair, Passe, zwei Stücke aus der kleinen Serie, ein Stück aus 27-Zwo-Zwo. Keine weiteren Annoncen“. Ungläubig kommt der junge Mann mit seinem Gewinn auf mich zu, „Ich darf das wirklich behalten?“ und ich antworte: „Ja, aber nur, wenn du diesen Blödsinn mit der Martingale lässt.“ Er fragt mich nach meinem System und ich muss ihm antworten, dass ich kein System habe. Ich gebe ihm den Tipp mit diesem Forum hier und hoffe, dass er danach das Spielen lässt oder zumindest überdenkt. Zeit für die nächste Runde BlackJack und ich kämpfe mich zum Tisch. Alle Plätze sind besetzt und so muss ich aus der zweiten Reihe mitspielen. Ich frage laut, wer hier am Tisch nach Basisstrategie spielt und ob derjenige ein Problem damit hätte, wenn ich seine Box mitspiele. Ein Mann in meinem Alter nickt mir kurz zu und unser Pakt ist geschlossen. Es kommt mir sehr entgegen, dass ich aus der zweiten Reihe spiele, denn so kann ich mich geräuscharm zu meinen Roulettetischen gehen und dort meine Gewinne abholen. Ich spiele klein, mal 1.000,- auf Dutzend, mal je 1.500,- auf zwei Kolonnen, mal ein Transversalenspiel a 500. Regelmäßig kehre ich an den BlackJack-Tisch zurück, wo ich für Außenstehende erkennbar die meiste Zeit verbringe. Den Abend beende ich schließlich mit einem Gewinn von knapp 50.000 Euro. An der Kasse bemerke ich, dass es heute sehr gut bis ausgezeichnet gelaufen ist und hinterlege meine Bankverbindung, weil ich mit soviel Geld nur ungern unterwegs bin. Auf der Autobahn muss ich mich zwingen, ruhig zu bleiben. Gedanken schießen mir durch den Kopf, fast hätte ich mein Spiel verraten, fast wäre ich gierig geworden. Ich hatte mich wirklich dabei ertappt, hier mal so richtig abzuräumen. Ich bin sauer auf mich selbst und auch wenn es schwer fällt, verordne ich mir einen Tag Gewinnpause.
  11. 2. Tag Ich habe herrlich geschlafen und mir ein ausgedehntes Frühstück gegönnt. Nun wird es Zeit, meinem Chef zu verklickern, dass ich das nächste Jahr nur noch halbtags arbeiten werde. Er fand meine Idee nicht so toll und würde es sich überlegen. Ich überlege natürlich auch, aber in einem Jahr ist meine Gewinnerkarriere vorbei und warum soll ich mir eine Chance selber verbauen? Zudem bin ich hin und hergerissen, warum nicht einfach jeden Tag ein anderes Casino besuchen und das Maximale rausholen, frage ich mich. Nein, das würde mir keine Freude bereiten, denn ich möchte ja MIT dem Casino spielen und nicht nur IM Casino. Außerdem, mein Spiel wäre durchschaubar und warum sollte ich eine Spielsperre riskieren. Die Gewinne unterhalb der Schmerzgrenze einer Spielbank sind mein Ziel und mein Spielergebnis muss zufällig aussehen. Meine Maximum-Abschiedstour kann ich immer noch durchziehen. Gedacht – getan und eingestiegen ins Auto geht es über die BAB 2 nach Potsdam. Nach knappen zwei Stunden erreiche ich mein Ziel. Auch heute bin ich präpariert mit meinem Schummelzettel. Die Permanenzen auswendig lernen, das wäre mir zu aufwändig. Aha, heute werden drei Tische geöffnet, gut so. Im Treppenaufgang in die obere Etage der Potsdamer Spielbank umgibt mich ein Gefühl unendlicher Leichtigkeit. Es ist früher Abend und dennoch erwartet mich ein emsiges Treiben in der Spielbank. Ich frage mich, in welche Rolle schlüpfe ich heute? Will ich ein Sputnik sein, der augenscheinlich gehetzt zwischen den Spieltischen pendelt oder gebe ich mich als Permanenztüftler aus, der umfangreiche Berechnungen anstellt, um sich dann für eine Einfache Chance zu entscheiden? Vieles ist denkbar und um mir die Entscheidung zu erleichtern, suche ich das Café zwischen beiden Spielsälen auf und bestelle mir ein leckeres Duckstein. Ich habe mich entschieden, am Empfang gab es Glücksjetons die ich jedoch nur auf Plein verspielen darf. Ich nähere mich dem ersten Tisch und warte, bis der Croupier abwirft. Kurz nach der Absage platziere ich meinen Glücksjeton auf die „34“. Der Tischchef entgegnet mir freundlich aber bestimmt: „Bitte nicht so spät setzen der Herr!“ Ich gucke unschuldig, als ob ich ihn nicht verstanden hätte und wende mich einem anderen Tisch zu. Natürlich fällt die „34“ und ich strecke meinen Hals in Richtung meines Glücksjetons. Als ich meinen Gewinn entgegennehme, entschuldige ich mich noch mal: „Zwei Stücke für Sie und es tut mir leid, aber meine Intuition für diesen Satz hatte ich erst sehr spät.“ Zufrieden nickt der Tischchef und ich trolle mich. Am BlackJack-Tisch schaue ich den anderen Spielern zu und checke meinen Permanenzzettel. Ah bei Tisch 3 läuft jetzt eine längere Schwarz-Serie, es wird Zeit für ein zünftiges Paroli-Spiel. Gerade noch rechtzeitig schaffe ich es, meinen Jeton zu platzieren. „11, Schwarz, Impair, Manque.“ Verkündet der Croupier und bezahlt mich. Ich lasse stehen und nehme auf einem der Hocker platz, die ein wenig entfernt vom Tisch stehen. Nachdem noch sechsmal Schwarz kam, blickt sich der Tischchef um, als suche er den Besitzer des Jetonstapels. „Na freundlich sind sie zumindest hier, machen sich Sorgen um die Gewinne des Spielers!“ denke ich, aber ich weiß auch, dass der Croupier noch viermal Schwarz treffen wird. Ich genieße das Schauspiel und es kommt die „29“ und danach die „28“. Der Tschchef läutet nach dem Saalchef und deutet auf meinen Jetonstapel, mittlerweile liegen hier Jetons im Wert von 2.560,- Euro. Der Saalchef winkt ab und lässt abdrehen, es kommt die „24“. Nun befiehlt der Saalchef einen Handwechsel. Innerlich grinsend verfolge ich das Schauspiel und überlege, ob ich nicht noch zusätzlich Plein a Maximum belegen sollte, verwerfe aber den Gedanken. Schließlich bin ich gerade in die Rolle eines EC-Spielers geschlüpft. Auch der neue Croupier muss die „35“ drehen, so steht es auf meinem Permanenzzettel. Der Croupier dreht an und verfolgt nach seiner Absage den Kugelverlauf. Eigentlich darf er das nicht, denke ich mir, denn schließlich muss er das Tableau überwachen und unzulässige Sätze abwehren. Klack, klackklackklackklack, „35“ zeigt die Permanenzanzeige an. Jetzt stehe ich auf, denn nun muss ich reagieren. Nicht nur, weil jetzt die Schwarz-Serie abreißen wird, nein, auch weil ich das Tischmaximum auf EC erreicht habe. Ich ziehe meinen Gewinn ab und beobachte nur noch, wie andere Spieler Schwarz mit ihren Einsätzen zupflastern. Ich weiß es besser, es kommt nämlich die „7“. Der Croupier wechselt die Drehrichtung und wirft die Kugel ein. Nach einer Kugelrunde platziere ich eine 5.000,- Platte auf Rot. Sofort setzt Tumult am Tisch ein, alle wollen ihre Schwarz-Einsätze nun auf das rote Feld verschieben. Ich achte nur auf meine Platte, man weiß ja nie. Der Croupier sagt ab und ich seh den Leuten um mich herum die Angst an, ob sie wohl verlieren. „7, Rot, Impair, Manque, nichts aus den Annoncen“ fast betonungslos sagt der Croupier die gefallene Zahl an. „Rot bezahlt“ ist mein Pausensignal und ich begebe mich zum Cafe und bestelle einen Haussalat, schließlich geht der ja aufs Haus. Frech grinse ich in mich hinein. Mit einem erfolgreichen EC-Spiel hat meine Spielweise gar nichts gemein. Es gibt kein erfolgreiches Systemspiel. Ich werde nach meiner Bestellung auf mein System angesprochen und muss mir mein Lachen verkneifen. Da ich aber jahrelang in den einschlägigen Internetforen unterwegs war, fallen mir die passenden Begründungen natürlich ein: „Die Schwarz-Serie war fällig, schauen Sie sich doch bitte mal den Vorlauf an, verstehen Sie etwas von Sigma-Grenzen? Nein? Informieren Sie sich doch bitte, es hilft ehrlich! ich kann Ihnen mein Spiel nicht erklären, aber es beruht auf Spiegelungen“ Die Wahrheit sieht anders aus, aber die Leute wollen genau das von mir hören. Einen pathologischen Spieler kannst du nicht helfen, denke ich mir. Außerdem muss ich an meine Fassade denken. An diesem Abend setze ich nur noch dreimal, wenn auch in entsprechender Stückgröße. Irgendwann nervt der Tross der Nachspieler nur und ich mache mich auf den Heimweg. 30.000,- Euro sind genug Gage für meine schauspielerische Leistung. Höhere Gagen gibt es in größeren Häusern tröste ich mich, trete das Gaspedal durch und gleite in Richtung Heimat.
  12. Wie würde ich spielen, wenn ich die Roulette-Permanenzen eines ganzen Jahres für alle Casinos und Spielbanken im Voraus wüsste? 1. Tag – Besuch in meiner Hausspielbank Gegen 21:00 Uhr verlasse ich meine Wohnung, nur bewaffnet mit meinem Permanenzzettel für diesen Tag, Ausweis und 1.000,00 Euro. Am Empfang lege ich meine Bonuskarte vor und bekomme zu meiner kostenlosen Eintrittskarte auch noch einen Getränkegutschein dazu. Gemütlich schlendere ich zu meinem Stammplatz an der Bar und nicke dem Barmann kurz zu. „Wie immer?“ fragt er ein wenig abwesend. Ich nicke erneut und überschaue das Geschehen in meinem Spielrevier. „Wenig los heute“, grummele ich, als er ein Hefeweizen vor mich hinstellt. „Ja, na vielleicht wird’s noch.“ antwortet der Barmann und wünscht mir noch viel Glück. Ich weiß, Glück brauche ich heute nicht. Mein Vorteil befindet sich in der Jacketinnentasche. Ich verfolge den Permanenzverlauf an Tisch 1 und wundere mich nicht über die bereits gefallenen Zahlen, ich kenne sie bereits. Mit einem freundlichen „Guten Abend“ stelle ich mich an den American Roulettetisch Nr. 1, ziehe schwerfällig einen 500 Euro Schein aus der Hosentasche und lege ihn auf das Tableau: „A Louis bitte!“ Der Tischcroupier fragt vorsichtig nach: „A Louis der Herr?“ „Ja bitte“ antworte ich knapp und schon schiebt er eine Stick rote Jetons zu mir und zählt kurz vor: „200, 400, 20, 40, 60, 80, 500 a Louis gewechselt, bitte sehr!“. Ich bedanke mich mit einem Nicken, man kennt mich hier als wortkarg. Der Tischchef schaut sichtlich gelangweilt, ist aber doch auf mein Spiel gespannt. Ich setze irgendwas, alles was mir gerade einfällt, Transversale Plein, Carré, Plein, Dutzend Kolonne. Mal gewinne ich, meistens verliere ich. Sichtlich nervös ziehe ich mein Taschentuch aus der Hose und schnäuze mich. Mein Spiel dauert nicht lange und ich habe keine Jetons mehr. Zeit für den obligatorischen Toilettenbesuch, der zu meiner Show gehört. Zurück an den Tisch und rechtzeitig zum Handwechsel poltere ich los: „Hoffentlich bringen Sie mir mehr Glück als ihr Kollege!“. „Mein Herr, ich gebe mir die größte Mühe!“ antwortet der neue Croupier. „Das will ich hoffen“ und lege meinen letzten 500 Euro-Schein auf den Tisch: „A 50 bitte!“. Kurz vorgezählt schiebt der Croupier meine 10 Jetons zu mir. Ich schaue den ersten drei Coups nur zu. Der Croupier versucht, mich zum Spiel zu animieren: “Bitte das Spiel zu machen.“. Ich weiß, es kommt die „9“ und annonciere dennoch die „Große Serie“ a 50. „So ein Mist“ zische ich oskarverdächtig, als die Kugel in der „9“ landet. Ich bekomme ein emotionsloses „Schade“ zu hören, „Du kannst mich mal mit deinem ‚Schade’.“ denke ich. Den letzten 50er Jeton wechsle ich nun in Zweier-Jetons um und spiele unmotiviert und wie ein echter Verlierer irgendwelche Kolonnenspiele. Erwartungsgemäß verliere ich und in meiner Hand halte ich nur noch drei Jetons. Ich bestelle ein zweites Hefeweizen und bezahle mit zwei Jetons. „Das ist mein Glücksjeton, der letzte meiner 1.000,- Euro“ verkünde ich lauthals am Tisch und lege ihn auf die „29“. Der Croupier schaut mich mitleidig an, schon oft hat er dieses Schauspiel erlebt und er erwartet, dass ich kurz darauf wie ein begossener Pudel die Spielbank verlasse. Er dreht an, wirft die Kugel ein und die Kugel beginnt ihren Lauf. Wie der Croupier es erwartet, wende ich mich vom Geschehen am Tisch ab und blicke gebetsartig zur Decke. Ich spiele mein Spiel, hier ist meine Bühne. Die Kugel beginnt zu klackern, kollidiert mit einer Raute und fällt in die „3“. Sie hat aber genug Schwung und springt aus dem Fach heraus und landet wenige Fächer weiter in der „29“. Ich sehe es dem Croupier an „Noch mal Glück gehabt“ denkt er. Nein mein Freund, es war kein Glück. Der Croupier zahlt die unteren Chancen aus und schiebt mir 35 Jetons zu: „Ein Plein a Zwo, 35 Stücke, 70“. „Der Einsatz ist für Sie und bitte alles a Fünf“ ist meine kurze Antwort. Ich bekomme meine 14 Stücke a Fünf und setze die „Kleine Serie“ doppelt aus und zwei Stücke auf die Transversale Plein „10-11-12“, denn ich weiß, jetzt fällt die 11. Der Tischchef ist mit meinem Satz nicht einverstanden, ich sehe es ihm an, aber ich spiele mein Spiel mit der Bank. Es fällt die „11“ und ich bin mit 280 Euro Gewinn dabei. Ich tue überrascht und gebe großzügig zwei Stücke in den Tronc, bemerke aber am Tisch, dass ich noch ziemlich weit hinten liege. Jetzt sollte die „21“ kommen und ich annonciere: “Finale 1 a 10 bitte“. Meine Annonce wird wiederholt und der Croupier legt jeweils zwei Stücke auf die „1“, „11“, „21“ und die „31“. Die Kugel rollt und landet schließlich mit einem satten Klack in der „21“. Ich bekomme meinen Gewinn vorgezählt: „Ein Plein a 10, 35 Stücke, 350.“ Ich gebe ein Gewinnstück in den Tronc und lasse mir alle bisherigen Gewinne in Louis wechseln. „Jetzt brauch ich ne Pause.“ bemerke ich am Tisch, schnappe mir mein Hefeweizen und schlendere zurück an die Bar. Geduldig warte ich ab, bis der Croupier seine Schicht hat, bei dem ich mit meinem Spiel begann. Gegen 23:00 Uhr ist es soweit – Handwechsel. Ich werfe einen kurzen Blick auf meinen Permanenzzettel und wechsele an den Tisch. Der Croupier erkennt mich und erwartet meinen Einsatz. Ich weiß, er wirft die „23“. Ich lege vier Louis auf die 23 und ergänze die umliegenden vier Chevals mit jeweils sechs Louis-Stücke. Am Tisch regt sich erste Aufmerksamkeit, so hoch wird hier normalerweise nicht gesetzt. Der Croupier dreht langsam den Kessel und wirft die Kugel ein. Irgendwie rattert die Kugel seltsam, sie läuft nicht rund und stabilisiert sich erst gegen Ende ihres Laufes. Die Kugel hat unterwegs soviel Energie verloren, dass sie fast senkrecht in den Kessel hineinstürzt. „23, Rot, Impair, Passe“ verkündet der Croupier und freut sich auf ein sattes Trinkgeld. Er zahlt die Einfachen Chancen aus, die Drittelchancen werden bezahlt und dann bin ich an der Reihe: „Ein Plein a 80, vier Cheval a 120, 10.960, alles groß der Herr?“. „300 auf die 37.“, antworte ich und ein lakaienhafter Dank erreicht mich. Ich habe die Situation im Griff und weiß, Doppelschlag auf die „23“. Darum lasse ich den Croupier auf Maximum erhöhen: „Zweihundert auf die „23“ und jeweils Vierhundert auf die Chevals „22/23“, „23/24“, „20/23“ und „23/26“.“ Der Croupier blickt fragend zum Tischchef und der presst heraus: „Nehmen Sie die Annonce an“. Fasziniert schauen die übrigen Gäste auf den Tisch, ein Nachspieler fasst sich den Mut und spielt a 10 auf die „Kleine Serie“. Der Croupier dreht an und wirft ungewöhnlich scharf die Kugel ein. Nach fast unendlich langen zwanzig Runden senkt sich die Kugel in Richtung Kessel, springt über den Zahlenkranz hinweg und legt noch mal fast zwei Runden auf dem Teller zurück. Die Kugel entschließt sich, im Fach mit der Nummer „23“ ihren Lauf zu beenden. Bingo! Ich verzichte auf die erforderliche Nachlage und lasse den Finanzbeamten meinen Gewinn in Höhe von 34.200,- Euro ordentlich protokollieren. Die Einsätze gebe ich in den Tronc, immerhin 1.800,- Euro gab es für die Angestellten. Zum Schluss schnappe ich mir vier Platten und verkünde arrogant am Tisch: “Jetzt gebe ich Ihnen die Chance, sich einen Teil des Geldes zurückzuholen.“ Der Croupier dreht und ich lege zwei Platten auf Impair und zwei Platten auf Manque aus. Es fällt die „1“, ich ziehe meinen Gewinn und den Einsatz ab und verlasse den Spieltisch in Richtung Kasse. 2.000,- Euro lasse ich mir auszahlen und den Rest auf mein Konto überweisen. Zur Erinnerung an diesen Abend stopfe ich mir eine Platte a 1.000 in meine Sakkotasche. Am Empfang lass ich mir noch ein Taxi rufen und kurz bevor ich gehe, fragt mich der Saalchef, ob ich die Spielbank bald wieder besuche. Keine Sorge denke ich, morgen werde ich eine andere Spielbank beehren, aber ich komme wieder.
  13. Mich findet man eher am BJ-Tisch. Habe hier ziemlich ungünstige Bedingungen für mein Spiel, denn ich spiel gegen ne Mischmaschine. Meine Hausspielbank ist so dürftig besucht, da bin ich in der Woche eh nur der Einzige am BJ-Tisch. Alleine am Tisch macht das keinen Spaß, allerdings auch nicht, wenn Idioten am Tisch sitzen und ne 10/10 nochmal splitten gegen ne 10 bei der Bank. Roulette spiel ich nur bei bestimmten Croupiers und nur in der Woche, wenn es ruhiger ist. Ich brauch einen Vorlauf, wo ich die Wurfweise und -geräusche beachte und setze dann auf Sektoren, wo ich denke die Kugel landet dort (letztens in beide Wurfrichtungen 8x Kleine Serie hintereinander, hab leider nicht Paroli gespielt ) . Ansonsten gerne auch mal Finale-Restanten, also wenn beispielsweise in den letzten 18 Coups keine Finale 5, 8 und 9 kam, setz ich mal mit Minimun drauf. Früher fand ich EC das Maß aller Dinge, jetzt verfolge ich eher einen physikalischen Ansatz.
  14. Hallo flush, ein wenig OT aber was soll´s. 1. Immer wenn ich meinen Freunden in der Spielbank etwas beweisen wollte, ging es in die Hose. 2. Immer wenn ich eine Verlust aus dem letzten Besuch tilgen wollte, ging es in die Hose. 3. Immer wenn ich mehrere Tage hintereinander vorne lag, baute sich in mir eine Spannung auf und ich verlor. 4. Immer wenn ich eine ganz bestimmte Gewinnsumme erreichen wollte, ging es in die Hose 5. Immer wenn ich nur in der Spielbank Fußball schauen und ein lecker Bierchen dazu trinken wollte, verließ ich die Spielbank trotz fehlender Gewinnerwartung mit einem satten Plus. 6. Immer, wenn ich mit einem bestimmten Betrag vorne lag und mehr wollte, kam der Rücklauf. Mitunter erreichte ich die Gewinnzone, kam aber nie über den zuerst gewonnenen Betrag hinaus. Manchmal schaffe ich es, die Spielbank mit Gewinn zu verlassen, oft jedoch hatte ich im Minus abgebrochen. Also was ich damit zum Ausdruck bringen wollte, neben dem richtigen Einsatzsignal und der EIN-STÜCK-Gewinn-Strategie gibt es noch ne Menge anderes zu beachten.
  15. Zum Thema „Nichtraucherschutz“ ZERO-4-4: Also ich bin von dem absoluten Rauchverbot begeistert. Die Zeiten, in denen Kettenraucher die Spielsäle beherrschten, sind glücklicherweise vorbei. Genauso vorbei wie solche Situationen, in denen sich genervte, fast pleite rauchende Spieler mit der Kippe in der Hand oder im Gesicht rücksichtslos an den Spieltisch drängelten, um ihre letzten Jetons der Spielbank endgültig zu überlassen. Mit der gleichen Rücksichtslosigkeit hatten diese Spieler den Angestellten und den übrigen Gästen ihren Rauch mitten ins Gesicht geblasen. Nein, diese Zeiten vermisse ich nicht wirklich. Die Luft ist besser geworden den die Kombination aus abgestandenem Rauch und menschlichem Angstschweiß war nicht wirklich angenehm. Zugegeben, die Gäste sind weniger geworden. Aber ob DAS nur an dem Rauchverbot liegt?
  16. Hallo zwo-zwo-zwo ebenfalls Nichts für Ungut, aber über vielen Druckluftgeräten ist eine Großanzeige, da kannst du gut erkennen, welche Chancen belegt sind!
  17. Hallo Optimierer, was für Hilfsmittel wofür willst du denn einsetzen? Es gibt für alles eine Lösung für das Gehirn. Ist alles eine Frage des Trainings...... Wenn du schon hier offen im Forum fragst, kannst du dich auch gleich vertrauensvoll an die Geschäftsleitung deiner Hausspielbank wenden oder?
  18. nodronn

    Serien

    Annonce "Große Serie" bedeutet, dass du einen zusammenhängenden Kesselbereich von 17 nebeneinaderliegenden Zahlen mit nur 9 Stücken bespielst. Große Serie: 2 Stücke auf 0/2/3 je 1 Stück auf Cheval 4/7, 12/15, 18/21, 19/22, 32/35 2 Stücke auf Carre 25/26/28/29 Gesamt 9 Stücke. 10 Stücke kannst du spielen, wenn du selber auslegst und das zehnte Stück auf eine Chance deiner Wahl plazierst. Die Annoncen "Große Serie", "Zero-Spiel", "Orphelins" und "Kleine Serie" gehören zum ABC des Roulette-Spiels.
  19. Hallo Jamson, hier mal meine kleine Abhandlung über das Kesselgucken. Wer Fehler findet, darf diese behalten. Du, Jamson, wirst erkennen, dass es nicht nur um Berechnung geht. Die Feinheiten der "Nachjustierung" während des Spiels musst du selbst herausfinden. Setzvoraussetzungen: Ist die Fallzone bekannt? Ist die Streuweite bekannt? Ist die Kesselumlaufzeit bekannt? Ist die Umlaufnummer bekannt? Wie ermittele ich die Kesselumlaufzeit? Definition: Kesselumlaufzeit, besser Scheibenumlaufzeit ist die Zeit, in der die 37 Zahlen im Kessel unterhalb eines Referenzpunktes genau einmal abgelaufen sind. Ein Thumper oder anderes geeignetes Zeitmessinstrument wird auf ein Intervall von 1 Sekunde eingestellt. Wir beginnen die Messung, wo steht die Scheibe nach wie viel Takten und wie viel Zahlenfelder sind noch übrig bis zu einer vollen Umdrehung? Beispiel: 3 Sekunden verhalten sich zu 28 Zahlenfelder wie X Sekunden zu 37 Zahlenfelder Die Scheibenumlaufzeit beträgt demnach 3,9 Sekunden. TIPP: Tabelle anlegen und Werte auswendig lernen! Das Problem der Scheibenumlaufzeit ist gelöst! Wie ermittele ich den Loslösepunkt? Definition: Loslösepunkt ist der Punkt, wo sich die Kugel vom Kesselrand/Laufrinne loslöst und ins Kesselinnere stürzt. Im ersten Schritt haben wir die Scheibenumlaufzeit ermittelt, jetzt soll die Kugelumlaufzeit ermittelt werden. Wir müssen also feststellen, wie viel Zahlenfelder läuft die Kugel innerhalb einer Umdrehung ab. Beispiel: Wir suchen uns eine Referenznummer aus. Die Kugel läuft in einer Umdrehung 169 Zahlenfelder ab, wie viel Zahlenfelder hat die Scheibe in derselben Zeit abgelaufen? Beispielsweise 30 Felder. Die Scheibe hat für diese 30 Zahlenfelder (9 Zahlenfelder pro Sekunde) 3,3 Sekunden benötigt. Die Kugel läuft also in 3,3 Sekunden 169 Zahlenfelder ab (unter Einbeziehung der gegenläufigen Scheibe). Dieser Kugelumlaufzeit ordne ich eine Fallzone (Loslösepunkt) zu. Wie viel Umdrehungen macht die Kugel, bis sie sich löst? Beispiel: Bei 3,3 Sekunden läuft die Kugel 12 Umdrehungen bzw. 12 x 169 Zahlenfelder = 2028 Zahlenfelder entspricht 56,333 Kesselumdrehungen effektiv 12 Zahlenfelder weiter = Fallzone! Bei 3,4 Sekunden läuft die Kugel 11 Umdrehungen und 8 Zahlenfelder bzw. 11 x 169 Zahlenfelder + 8 Zahlenfelder = 1867 Zahlenfelder entspricht 51,861 Kesselumdrehungen effektiv 31 Zahlenfelder weiter = Fallzone! Ich ordne also verschiedenen Kugelgeschwindigkeiten die Fallzonen zu. Hierbei kann ich bei entsprechender Schnelligkeit eine zweite Messung im dritten Umlauf vornehmen, um die Fallzone zu bestätigen! Wie ermittele ich die Kugelrestlaufzeit? Definition: Kugelrestlaufzeit ist die Zeitspanne zwischen Loslösepunkt und Kollisionspunkt mit der Raute. Nachdem wir im ersten Schritt die Scheibengeschwindigkeit (Zahlen pro Sekunde) ermittelt haben, wird diese zur Ermittlung der Restlaufzeit herangezogen. Beispiel: Oben haben wir ermittelt, dass eine Scheibengeschwindigkeit von 37 Zahlenfelder in 3,9 Sekunden vorliegt. Das heißt, die Zahlenscheibe legt in einer Sekunde 9 Zahlenfelder zurück. Jetzt messen wir, wie viel Zahlenfelder die Scheibe am Referenzpunkt zwischen Loslösepunkt und Kollisionspunkt zurücklegt. Der Einfachheit halber definiere ich den Loslösepunkt als Referenzpunkt zum Ablesen. Beispiel: Die Scheibe legt unterhalb des Referenzpunktes (bei einer Scheibenumlaufzeit von 3,9 Sekunden) zwischen dem Loslösen der Kugel vom Kesselrand und der Kollision der Kugel mit einer Raute noch 18 Zahlenfelder zurück, die Kugelrestlaufzeit beträgt danach 2 Sekunden (Scheibenumlaufzeit 3,9 Sekunden oder 9 Zahlenfelder pro Sekunde). Spätestens jetzt merken wir, dass wir die Information über die Kugelumlaufzeit gar nicht benötigen! Je weniger Beobachtungen und Berechnungen wir durchführen müssen, um so eher stellen sich Lernerfolge ein. Im nächsten Schritt ordnen wir den Scheibenumlaufzeiten die jeweilige Kugelrestlaufzeit zu. Überrascht werden wir feststellen, dass die Kugelrestlaufzeit nicht konstant ist. Hier hilft nur die Statistik weiter. Wird sich ein Maximum herausstellen, dann bespielen wir dieses. Dieses Maximum ist zu ermitteln für die jeweilige Kugel-Kessel-Kombination. Sollte annähernd Gleichverteilung bestehen, ist dieser Kessel nur sehr breit bespielbar, die Entscheidung, ob gesetzt wird, ist dem Spieler überlassen. Hinweis: Übertragen auf das Roulette kommen unterschiedliche Umlaufgeschwindigkeiten bzw. Restlaufzeiten bei gleichen Ausgangssituationen dadurch zustande, dass die Wurfenergie, mit der der Croupier die Kugel losschießt nicht nur in die Bewegungsenergie der Kugel umgewandelt wird sondern auch in die Rotationsenergie der Kugel (Abrollen und zusätzlicher Effekt durch den Croupier). Je stärker diese (zusätzliche) Rotation der Kugel umso kürzer werden die Zeiten in der betreffenden Runde. Am Ende wird diese Rotationsenergie beim Fall der Kugel wieder in Bewegungsenergie umgewandelt. Das erklärt auch, wenn die Kugeln klappern und nicht "sauber" abrollen, die Energie der Kugel(Abrollen, Eigengeschwindigkeit, Zusatzeffet) ungleichmäßig abgebaut/aufgebaut werden und nicht berechenbar werden. In Abhängigkeit von Kugelgröße, Gewicht, Material, dem Kesselmodell und der Oberflächenbeschaffenheit sind alle möglichen Verlangsamungen Realität. Es gibt Modelle wie einige Huxley/London und vor allem Paulson/USA, bei denen sich die Kugel so stark verlangsamt, dass sie für die letzten 2 Runden über 6 sec benötigt und dann - schon fast anhaltend - meist ohne Rautenberührung fällt. Dort ist die Laufrinne fast ohne Gefälle, sodass die Fliehkraft sehr lange die Oberhand behält. Noch etwas zur Berg- und Talfahrt der Kugel: Vor allem bei französischen Modellen, wo die Rauten relativ weit von der Laufrinne entfernt sind, entsteht eine Art elliptische Schwingung, weil die Kugel beim Verlassen der Bande abwärts auch beim Austarierten Kessel an Geschwindigkeit zunimmt und somit auf der Gegenseite etwas höher rollt. Daraus resultiert aber kein ausnutzbarer Rauteneffekt, weil die Kugel an jeder beliebigen Stelle die Bande verlassen kann und somit dieser Effekt nur für den jeweiligen Coup gilt. Außerdem darf kaum noch gesetzt werden, nachdem die Kugel die Laufrinne verlassen hat, weil sie dann meist weniger als 2 Runden macht. Was haben wir bis dahin? 1. Scheibenumlaufzeit, 2. Kugelumlaufzeit 3. Loslösepunkt 4. Restlaufzeit bzw. Restlaufzeitschwerpunkte (statistisch ermittelt) 5. Streuweite bzw. Streuweitenschwerpunkte je Raute (statistisch ermittelt) Wir müssen jetzt noch ermitteln, welche Umlaufnummer sich im Loslösezeitpunkt unter der Fallzone befindet. Anhand dieser Umlaufnummer und der Restlaufzeit muss ermittelt werden, welche Umlaufnummer sich im Kollisionszeitpunkt unter der Kollisionsraute befindet. Plus statistisches Streuweitenmaximum ist gleich Zu Setzende Nummer. Es gilt also, Lerntabellen anzulegen, dann ist KG lediglich eine Additionsaufgabe.
  20. Eure hochheilige Durchlaucht , aus fernem Lande bringe ich Euch frohe Kunde und berichte untertänigst, das Rouletteproblem ist gelöst . Denn wollt Ihr bei jeder Kugel das Staatssäckl wohl füllen, nun denn eröffnet eine Eisdiele. Untertänigst angehender Hofnarr
  21. Ein wenig off topic - aber wann endlich begreift der seriöse BJ-Spieler, dass das Ziehverhalten auf anderen Boxen KEINEN Einfluss auf die eigene Box hat? In meiner Hausspielbank steht zwar ne MM (counten ist also nicht), aber nur mal so nebenher: ich spiel die erste Box streng nach BS (was bleibt mir anderes übrig?) und auf den restlichen Boxen hat sich ne Gruppe Jugoslawen breit gemacht. Die haben sogar 10/10 gegen ne 10 bei der Bank nochmal gesplittet. Natürlich hab ich auch Situationen erlebt, wie du sie beschrieben hast. Mal hatten sie Glück, meistens eben Pech. Ich hab den Tisch mit 290 Euro plus bei 5 Euro-Einsätzen verlassen. Und nun? Musst nicht antworten, war nur ne Denkanregung.
  22. Was Selbstsperren betrifft, da müsst ihr euch mal etwas genauer informieren! Einheitliche Praxis in Deutschland und Österreich wird werden, dass es nur noch unbefristete Sperren gibt. Nach einem Jahr kann man einen schriftlichen Antrag auf Entsperrung stellen und muss hierfür seine Einkommens- und Vermögenswerte offenlegen. Bei einer solchen Sperre ist dann auch Essig mit höheren Lottogewinnen. Also Vorsicht ist angesagt bei Eigensperren. Früher gab es mal die Staffelung 1 Jahr/ 7 Jahre/ unbefristet.
  23. In der Tat Chemicus, in der Tat! Neulich wieder in meiner Spielbank um die Ecke, ich spielte ein wenig BJ - allein, dann gesellte sich ein Sputnik dazu (pendelte zwischen BJ-Tisch und Roulette) und besetzte die letzten Boxen. Ich spielte streng nach BS und zog bei 16 gegen ne 10 der Bank. Der Typ murmelte ständig irgendwas von "Nein, nicht die kleinen Karten rausziehen" oder "Wer macht denn sowas" und verstand meine Spielweise überhaupt nicht. Natürlich überkaufte ich mich entsprechend oft. Irgendwann schaffte ich die Wende und lag mit 200 vorn. Der Typ blieb mit 13 gegen 10 stehen, splittete auch gern mal 20 (10/10) und hat in der Zwischenzeit ständig nachbezahlt. Genervt hat er mich zwar nicht unbedingt, aber ich fühlte mich durch seine Kommentare zumindest ein wenig gestört. Hab ihn so gut wie möglich ignoriert. Hab dann im Plus aufgehört und wünschte ihm noch viel Spaß mit seinen "kleinen Karten".
  24. Du hast mich nicht richtig verstanden. Jemand, der Basisstrategie spielt, muss nicht automatisch counten. Ob jemand BS spielt, erkennst du an seiner Spielweise, nicht an seiner Satzhöhe. Basisstrategie ist die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches BJ-Spiel, danach kommt counten. Denn wenn du countest, solltest du dennoch nach BS spielen. BS bestimmt die Spielweise (HIT/SPLIT/DOUBLE/STAND) - der Count bestimmt die Einsatzhöhe. Jetzt dürfte alles klar sein.
  25. Hallo Mokhtar27, Bezug nehmend auf deine Frage, ob sinnvollerweise allein oder mit Fremden gespielt werden sollte, überdenke bitte Folgendes: Du willst Karten zählen und hast es auch drauf, den count richtig zu ermitteln. Du findest einen Tisch, der dir die Möglichkeit bietet (keine Mischmaschine, ordentliche Penetration). Dann such dir jemanden am Tisch, der die Basisstrategie ganz streng durchzieht. Wenn dein count dir ein Einsatzsignal gibt, setze einfach die Box des BS-Spielers mit. Gut wäre es, ihn vorher zu fragen, ob er was dagegen hat, wenn du bei ihm mitsetzt. Jeder Spieler hat so seine Eigenheiten. So spielst du kapitalschonender. Bei ausreichender Lage (Eigenkapital) und wenn niemand am Tisch nach Basisstrategie spielt, brauchst du keine Fremdspieler, dann spiel halt deine eigene(n) Box(en) vom Start weg. Auch ich kann dir an dieser Stelle nur empfehlen, lese dich gründlich ein in die Materie. Literaturempfehlung wäre M. Rüsenberg: "Blackjack Handbuch für Strategen".
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