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Roulette For Beginners
Die erste Newbiestunde im Casino
Leitlinien an Roulette-Trainer für Spieleinführungen mit Newbies
Als Coach bedient man sich aller Interessenten.
Notgedrungenerweise.
Man muss ja schliesslich von was leben.
Und Coachen ist hart verdientes Brot.
Man bedient diejenigen mit seinem Wissen, die einem so gerade über den Weg laufen.
Die, die noch hoffnungsvoll sind und die noch genug Geld in der Tasche haben, die Coachgebühren zu bezahlen.
Ob sie nun unter den richtigen Voraussetzungen anfangen oder nicht... ...
... ...würde ein Gesangslehrer,
dessen Kühlschrank leer ist, einen Schüler ablehnen
der es bei genauerem Hinhören nicht mal zur Aufnahme in den Gesangsverein der Eckkneipe schaffen würde?
Oft hört man, dass Roulette
das fairste Spiel unter den Glückspielen ist.
Lasst Euch nicht täuschen; das stimmt nicht.
Roulette ist zwar in seinen Regeln einfach zu verstehen, aber es verhält sich wie's bei allen anderen Spielen der Fall ist, die recht einfache Regeln haben. Und den Verlockungen der Anbieter halten die wenigsten Unerfahrenen stand.
Die Neulinge verlieren trotz fairer Regeln.
Die meisten haben gar keine Chance.
Schuld an diesem Umstand ist Herr
Jean-Baptiste le Rond.
Dieser nette Herr ist
der Urvater des Coachens gewissermaßen.
Und so mancher Roulettelehrer müsste ihm für seine geistesgegenwärtige Coach-Vorlage die Füße küssen.
Ob der alte Herr das seinerzeit hätte ahnen können, dass er Generationen von Newbies in den Ruin stürzen würde?
Jedenfalls machen die Casinos gutes Geschäft mit dessen Setzmethode, die an den Tischen nicht tot zu kriegen ist.
Und die Coaches machen gutes Geld mit dessen
"Geschäftsidee".
Hierin liegt
der Ansatzpunkt unter den Coaches.
Allerdings müssen sie die Newbies aufspüren,
bevor sie die Setzweise des verstorbenen Herrn
de Rond beginnen.
Und das schaffen die, die als Coaches arbeiten wollen, meist nicht.
Ein Newbie mit diesem Vorhaben rennt nicht einen Tag vorher mit dem Sprachrohr durch die Säle und ruft es aus.
Nur nicht auffallen! In der irrigen Meinung, auf das unverlierbare System gestoßen zu sein - er, ein Neueinsteiger!!!
Und die, die's hinter sich gebracht haben, die haben kein Geld mehr für die Coachgebühren

da kommt jede Hilfe zu spät.
Ein verdammter Missstand.
Aber der Coach, dessen Aquise im Spielsaal keinen
"Kühlschrankfüller" erhoffen lässt, der sucht ihn sich auf freier Wildbahn.
Die Wildnis ruft!
Draußen vor den Toren der Spielbank.
An den Casinositzen mit dem wohlklingenden Namenszug
"Bad" auf dem Ortseingangsschild.
Die
Bewerbungsplattform für
Heiratsschwindler, Gigolos und
Spielbankcoaches.
Als Kurschatten mit Gewinnversprechen sozusagen.
So etwas kann in vielfacher Hinsicht Vorteile ergeben.
Vor allem die Kettenreaktion.
Ein zufriedenes "Newbie" bringt Dutzende mit.
Sie stehen natürlich nur dann Schlange, wenn der Coach Qualitäten hat.
Aber als Coach weiß man ja
alle Erwartungen zu erfüllen... ...
Ein gutes Coachbeispiel im Aquirierungstext ist der gezielt eingesetzte Begriff
Schach.
Schach deutet
auf einen höheren Level hin.
Auf
Bildung gewissermaßen.
Schach macht was her.
Zokken dagegen ist im Kurgespräch nicht angesagt.
Schach ist ein edles, anerkanntes Spiel für die Aktivierung der Hirnzellen.
Besonders bei älteren Newbies geschätzt (Klischeevorstellung: wer
Schach spielt kann keine
Alzheimer haben)
Und nichts wiegt besser auf, als ein Spruch wie:
Schachspielen kann jede/r.
Aus dem Mund eines Roulettecoachs wirkt diese Weisheit wie edler Cognac auf den
Wissensdurst eines Newbies.
Mit
Schach vertreibt man sich die Zeit und trainiert das alternde Gehirn. Ein Altersspiel.
Doch auf der Schiene
Roulette taucht man ein in die Welt des prickelnden Glücks, der Jugend und des Wohlstands ...wenn man's richtig macht.
Zumindest -
seriöser formuliert-
verliert man wenig, ein preiswertes Nachtvergnügen.
Nur ...welcher Coach ist schon
seriöser, als sein
Kühlschrank es erlaubt?
Jeder kann Schach spielen?
Kann er das?
Kann er das wirklich?
Nur weil er die Regeln beherrscht?
Im Grunde braucht man beim Schachspielen nur die wenigen Figuren zu kennen, die aufgestellt werden.
Als da sind:
Bauer, Turm, Springer, Läufer, König und
Dame.
Sechs Zugregeln also.
Hinzu kommt die
Kleine und die
Große Rochade.
Naja. Und der "Rest" ergibt sich aus dem Spiel (fällt nicht so auf, wenn man den Rest nicht kennt - weit kommt man ohnehin nicht).
Wenn man jetzt anfängt (was der Begriff
Schach darstellt, braucht man nicht zu wissen - das merkt man früh genug, wenn's soweit ist) ist man noch lang kein Schachspieler.
Man kann lediglich
mit Schachfiguren spielen.
So lockt man die Newbies.
Die Regeln sind leicht, aber anwenden muss man sie können, und weil's die meisten
nicht können, verlieren sie.
Das ist durchaus richtig und insoweit seriös.
Nur: Hat ein Newbie was davon? Macht man Newbies damit zum Gewinner?
Das Werbegespräch ist soweit abgeschlossen. Ein Newbie steigt in das "Lern"verhältnis ein.
Fein ausstaffiert,
mit einem Bündel Geldscheine in der Tasche, erscheint der Lehrling bei seinem Lehrer.
Dass es sich um ein Bündel mir etwas umfangreicherem Durchmesser handeln sollte, ist
die einzige Qualifikation, die dem Coach wichtig ist (was er natürlich nicht verlautbaren lässt).
Denn der Kurs wir im Vorhinein bezahlt - das ist bei der Volkshochschule genauso;
"Newbie" von Welt weiß das.
Außerdem lohnt es nicht die rückständigen Stromkosten, wenn der Kühlschrank nur zu einem Viertel gefüllt ist
"Newbie" hat bezahlt und ist zufrieden.
Immerhin macht der
Häkelkurs an der Volkshochschule zu Hause weniger Spaß als Rouletteunterricht im Kurort.
Die Regeln sind einfach - jetzt sollte man nur ein paar Tricks beherrschen, und schon kann's losgehen.
Und der Coach kann morgen endlich für die Woche einkaufen gehen und ist auch zufrieden.
Was will man mehr?
So leicht sind Menschen zufrieden zu stellen!
Halt!
Da ist noch ein klitzekleiner Unterschied:
Beim Schach muss man sich das Spiel selbst kaufen.
Beim Roulette wird es gewissermaßen gestellt.
Im Internet oder in der Spielbank.
Dass beim Roulette um Geld gespielt wird und beim Schach nicht, gibt "Newbie" zu bedenken.
Verdammt!
"Newbie" denkt mit -
das ist doch garnicht eingeplant!
Aber der Einwand ist schnell vom Tisch.
Den Eintausch an der Kasse sollte man mit einem erfahrenen Lehrer an der Seite nur als
"Pfandgeld" für die Spielbank ansehen.
Sozusagen eine Sicherheit für die Bank: damit die Jetons nicht geklaut werden.
Und:
Beim Schach verdienen die Spitzenspieler auch viel Geld.
Und schon ist "Newbie" beruhigt.
Der Lehrer ist ja dabei.
Da kann ja wohl nix schief gehen.
Bei so einem erfahrenen Spielbankgänger.
Der sich
wie zu Hause fühlt
in seinem Stammcasino, wo ihn jeder kennt.
("...die Rezeption ist meine Diele und der Spielsaal mein Wohnzimmer...")
"Newbie" will ja fachmännisch gecoacht werden - und zumindest wird es dann nicht mehr verlieren.
Irgendwie ist es mit allem Verlockenden gleich.
Am meisten lockt das, was man für ein Schnäppchen hält.
Für die meisten Anfänger scheint Roulette ein Schnäppchen darzustellen.
Die
Martingale zum Beispiel.
Die Verführung per Excellence für alle Newbies.
Auch "Newbie" frohlockt und fragt den Coach im Casino hoffnungsvoll nach der
Martingale.
Jetzt ist es für den Lehrmeister ein Leichtes, die "intellektuelle Sau" 'raus zu lassen
- und dem Newbie zunächst mal den Spass zu verderben.
Man setzt sich nach einem viertelstündigen Sachvortrag an die Casinobar.
Wie bei den I-Dötzen Bleistift und Papier in die Hand nehmen und rechnen lassen.
Bis zum Tischmaximum -versteht sich- und das ohne Taschenrechner... ...
Elektronische Hilfsmittel sind im Casino ja verboten, wurde dem Newbie eingebläut.
Was der Coach alles so weiß!!
Was "Newbie" so schön ausgerechnet hat und sich schon als Großgewinnerin sah, macht der Coach mit zwei Sätzen zunichte.
Und der Coach sitzt daneben, während "Newbie" rechnet, flirtet er mit der Kellnerin.
Irgendwas muss man ja schliesslich machen, während man Geld verdient.
Und "Newbie" mault.
Die Stunde des Lernens sei ja fast schon 'rum, und es sei noch garnichts gesetzt worden.
Aber als Coach verweist man da ganz souverän auf die letzte aufaddierte Stufe in der
Martingaleprogession.
Das sei das Geld, was den Unwissenden in ihrer Anfängereuphorie oft verloren gehe, wenn sie keinen guten Coach haben.
Und "Newbie" guckt ehrfürchtig auf's Blatt mit der zweistelligen Tausenderzahl, die es selbst ausgerechnet hat.
Und dieses Risiko für ein Einsatzstück von 5 Euro!
So muss "Newbie" dem
Big Coach Recht geben und nickt mit dem Kopf.
Diese Erkenntnis waren die 20 Euro sicherlich wert.
Newbie" kannte noch nicht das
Roulette-Forum - aber diese Internetadresse verraten wirtschaftende Coachs keinem unwissenden Newbie.
Das wäre doch schlecht für den Kühlschrank
Und wie die zweite Coachstunde generell im Casino verläuft, erfahrt ihr in der nächsten Folge... ...
» zum Diskussionsthread:
Personal-Trainer — Roulette-Pro wie beim Golf
Eine denkbare Variante des Roulette-Berufsspielers
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