Mein nächster Beitrag behandelt das "Gedankenspiel" von Highlander70, mit dem er heute den Thread "1 Stk. pro Angriff" eröffnet hat.
Zitat
Hallo Mitspieler,
ein Gedankenspiel, das mir schon lange auf der Seele brennt, angefacht durch Beobachtungen vieler Systeme, Setzstrategien und Sitzungen, hier nur für einfache Chancen betrachtet:
1. Jedes unserer Systeme ist doch irgendwann einmal im Plus-Saldo, sei es vielleicht auch nur einmal (vielleicht sogar am Anfang) oder auch nur ein Stück.
2. Wenn dann dieser Angriff beendet wird, schließt er mit einem Stück Gewinn ab.
3. Angriffe, die NIE positiv werden, sollten bei Erreichen eines festgelegten negativen Saldos abgebrochen werden.
Anders ausgedrückt:
- fast die Hälfte aller Angriffe endet nach dem ersten Coup mit einem Gewinn
- die Hälfte aller im ersten Coup erfolglosen Angriffe rettet sich nach dem zweiten Coup auf +/- 0
- zu der Hälfte der gleich erfolgreichen Angriffe kommt noch 1/8 aller Angriffe hinzu, die nach dem dritten Coup mit Gewinn enden
Ich habe das ganze mal für EC, masse-égale angerechnet, hier für einen 5-Coup-langen Angriff (Zeros sind als kompletter Verlust des Einsatzs eingerechnet):
- 63,8 % aller Angriffe kann ich mit einem Stück Gewinn abschließen
- nur 3,6 % aller Angriffe enden mit -5 Stück
- der Rest (32,6%) der Angriffe "dümpelt" im Niemandsland zwischen 0 und -4, kann aber immer noch ins Plus (oder Totalverlust) laufen.
Bei längeren Coups sieht es noch besser aus, da immer wieder einige mögliche Verläufe ins Plus laufen.
........
Kann man darauf ein realistisches, gewinnbringendes System aufbauen?
Was noch nicht berücksichtigt wurde:
- moderate Progression zur schnelleren Erholung
- Auswahl eines guten Marsches (Tendenzspiel wäre angebracht)
- Dynamisierung der Limits (ich würde z.B. nach längeren Plus-Strecken auch mal höhere Verluste akzeptieren, also das Verlust-Limit vom Gesamt-Saldo abhängig machen)
Ich bitte um Kommentare,
viele Grüße,
Highlander70
Durch Zufall bin ich gerade mit einem Programm beschäftigt, das dieses Gedankenspiel simulieren kann.
1. Test
Programm-Parameter:
1000 HH-Permanenzen,
Test über alle 3 EC,
1 Coup Vorlauf pro Partie,
Satz auf Serie,
Gleichsatz,
Abbruch nach + oder max. 5 Coups
Ergebnis:
Gesamt-Saldo aller Partien in Stk.: -8845
darin insgesamt gesetzte Coups: 158261
Stücke/Coup: -0,06
Anzahl plus-Partien gesamt: 56286
Anzahl minus-Partien gesamt: 38372
Anzahl null-Partien gesamt: 67
Anzahl plus-Tische: 297
Anzahl minus-Tische: 682
Anzahl null-Tische: 21
tiefster Partie-Saldo: -3
höchster Partie-Saldo: +3
Zahl der Gewinn-Coups: 77122
Zahl der Verlust-Coups: 81139
Längenverteilung der Plus-Partien
------------------------------------------------
1-10: 46237 0 8033 0 2016 0 0 0 0 0
------------------------------------------------
Anzahl Partien: 56286
------------------------------------------------
Längenverteilung der Minus-Partien
------------------------------------------------
1-10: 14246 17587 40 4344 2155 0 0 0 0 0
------------------------------------------------
Anzahl Partien: 38372
------------------------------------------------
2. Test
Parameter wie unter Test 1, ausser statt Satz auf Serie -> Satz auf Gegenchance
Ergebnis:
Gesamt-Saldo aller Partien in Stk.: -8346
darin insgesamt gesetzte Coups: 157218
Stücke/Coup: -0,05
Anzahl plus-Partien gesamt: 56456
Anzahl minus-Partien gesamt: 38787
Anzahl null-Partien gesamt: 69
Anzahl plus-Tische: 328
Anzahl minus-Tische: 652
Anzahl null-Tische: 20
tiefster Partie-Saldo: -3
höchster Partie-Saldo: +3
Zahl der Gewinn-Coups: 76819
Zahl der Verlust-Coups: 80399
Längenverteilung der Plus-Partien
------------------------------------------------
1-10: 46509 0 8020 0 1927 0 0 0 0 0
------------------------------------------------
Anzahl Partien: 56456
------------------------------------------------
Längenverteilung der Minus-Partien
------------------------------------------------
1-10: 15404 17064 39 4185 2095 0 0 0 0 0
------------------------------------------------
Anzahl Partien: 38787
------------------------------------------------
3. Test
Parameter wie unter Test 2, ausser statt Gleichsatz -> Martingale
Ergebnis:
Gesamt-Saldo aller Partien in Stk.: -8393
darin insgesamt gesetzte Coups: 155438
Stücke/Coup: -0,05
Anzahl plus-Partien gesamt: 59393
Anzahl minus-Partien gesamt: 37172
Anzahl null-Partien gesamt: 58
Anzahl plus-Tische: 344
Anzahl minus-Tische: 644
Anzahl null-Tische: 12
tiefster Partie-Saldo: -3
höchster Partie-Saldo: +3
Zahl der Gewinn-Coups: 76043
Zahl der Verlust-Coups: 79395
Längenverteilung der Plus-Partien
------------------------------------------------
1-10: 47117 0 8180 4096 0 0 0 0 0 0
------------------------------------------------
Anzahl Partien: 59393
------------------------------------------------
Längenverteilung der Minus-Partien
------------------------------------------------
1-10: 15659 17196 36 4281 0 0 0 0 0 0
------------------------------------------------
Anzahl Partien: 37172
------------------------------------------------
Die Zahl der plus-Partien übertrifft die der minus-Partien, aber die minus-Coupzahl ist größer als die plus-Coupzahl, und die minus-Coups sind ausserdem etwas "fetter" (s. Längenverteilungen).
Die Martingale kommt frühestens ab dem 4. Coup zum Zuge und verändert ganz wenig das Verhältnis plus-/minus-Partien und plus-/minus-Tische, ohne den Gesamtsaldo zu verbessern.
Fazit:
Der pure Highlander70-Marsch ergibt keinen Dauergewinn.
Wegen der niedrigen Gesamt-Verlustquote von 5-6% (0,05-0,06 Stk./Coup) sind Erweiterungen aussichtsreich, an die Highlander selbst schon denkt:
- moderate Progression
- Tendenzspiel
- Dynamisierung des Limits.
Gruß!
Dr.Manque