Zu dieser Reise habe ich mich relativ kurzfristig innerhalb von 14 Tagen aufgrund „Quarlons“ Posting entschlossen.
Zur Anreise bot sich am 24.03. ein Charterflug mit der Condor nach Bangkok an. Flugdauer ab Frankfurt knapp 11 Stunden. In Bangkok blieb ich 2 Nächte, um mich etwas an die Zeitumstellung zu gewöhnen. Gewohnt habe ich im Hotel „Holiday Inn“. 4 Sterne und nur etwa 60€ pro Nacht. Merkwürdig erschien mir für ein seriöses Hotel dieser Klasse allerdings, dass zwischen Zimmer und Bad ein riesiges Fenster(mit Jalousie) war, durch das man das gesamte Geschehen im Bad vom Bett aus verfolgen konnte. Ich konnte natürlich nichts verfolgen, da ich im Bett liegend nicht gleichzeitig im Bad sein konnte.
Zum 27.03. hatte ich mir ein Taxi bestellt, welches mich an die Grenze nach Kambodscha bringen sollte. Der Preis für die knapp 300km(ca. 4 Std.) wurde vorher festgelegt und betrug rund 75€. Lächerlich, wenn man bedenkt, dass der Fahrer auch noch zurück musste.
Der Grenzübergang war leicht chaotisch, da sich jede Menge Helfer aufdrängten, die Visa und alles sonstige für einen erledigen wollten. Das Ende vom Lied war, dass mich ein kambodschanischer Offizier auf sein Moped lud und für umgerechnet 4,50€ alles für mich erledigte und auch noch zum Hotel fuhr.
Die bessere Methode ist sicherlich, wie von „Quarlon“ schon erwähnt, bereits im Office vom „Ho Wah Genting“ in Bangkok alles zu organisieren und sich von denen transportieren zu lassen.
Poipet, wie ich es kennen gelernt habe, ist eigentlich nur eine Ansammlung von einigen Casinohotels zwischen der thailändischen und kambodschanischen Grenzkontrolle aber auf kambodschanischem Boden. In den weiter landeinwärts gelegenen Ort Poipet habe ich mich nicht so richtig getraut, wogegen ich mich innerhalb der Hotel- und Casinozone völlig sicher gefühlt habe. Unangenehm waren dort nur einige in Gruppen sehr aggressiv bettelnde Kinder.
Nun zu den Casinos:
Besichtigt habe ich 7 von wahrscheinlich insgesamt 8. Leider gab es sehr wenig Roulettes, weil Asiaten eben mehr auf Karten stehen. Baccarat wird in allen möglichen Varianten ohne Ende gespielt. Black Jack spielt ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle. Dafür sind mir aber keine MM aufgefallen.
Für mich habe ich keine Chance gesehen, obwohl es sich um sehr gut geeignete Kessel(Singlezero) und Kugeln handelte, weil praktisch unmittelbar nach Abwurf auch abgesagt wurde. Eine interessante Methode, den Kessel zu tarieren, fand ich im „Holiday Palace“. Man hat einfach so lange einzelne Blätter Papier unter verschiedene Punkte des Kessels geschoben, bis er in der Waage stand. Kurioserweise habe ich das dann paar tausend km entfernt in Macau erneut beobachtet. Einige der Kessel befanden sich schon optisch in einem so miesen Zustand, dass KF-Spieler sicher ihre helle Freude gehabt hätten.
Die Limite liegen im Schnitt bei Minimum 2,20€ und maximal 25€ auf Plein. Allerdings weiß ich nicht, wie es in den VIP Räumen aussah, weil ich in keinem drin war.
Obwohl die Casinos auf kambodschanischem Staatsgebiet liegen wird der gesamte Geldverkehr in thailändischen Bath abgewickelt. Auch Chips, Limite und sonstiges sind in Bath angegeben.
Nach 2 Tagen hatte ich genug gesehen und bin wieder mit dem Taxi zurück nach Bangkok ins „Holiday Inn“ gefahren, um am nächsten Tag über Hongkong nach Macau zu starten.
Davon bald mehr.
sachse
Teil II : Macau
Von Bangkok kann man zwar auch direkt nach Macau fliegen aber da ich die Airlines nicht kannte, bin ich lieber mit „Thai“ nach Hongkong geflogen, um dann mit der Fähre nach Macau überzusetzen. Flug Bangkok-Hongkong und zurück kann man bei im Flughafen umherlaufenden Reiseagenten schon für 250€ erwerben. Ist Graumarkt aber legal und korrekt.
Vom Hongkong Airport verkehrt ein Airportexpress direkt zum Macau-Pier, von dem die Fähren auslaufen. Mit dem Jetboot geht es in einer Stunde für rund 30€ in der „Superklasse“ nach Macau. Da es sich sowohl bei Hongkong als auch Macau um chinesische Sonderwirtschaftszonen handelt, gibt es bei der Ausreise aus Hongkong und der Einreise in Macau Kontrollen wie an einer normalen Grenze.
Ich hatte wie bei meinem ersten Besuch vor knapp 10 Jahren wieder das „Holiday Inn Macau“ reservieren lassen und war angenehm überrascht, dass ich nicht wie damals umgerechnet 250€ zahlen musste sondern nur etwa 70€. Der Grund ist wahrscheinlich, dass beim ersten Mal gerade das Formel III Rennen stattfand und die Stadt voll war und zweitens im Hotel neuerdings auch ein Casino ansässig ist.
Wer Las Vegas kennt und glaubt, die dortigen Reklame- und Lichterflut wäre nicht zu übertreffen, so irrt sich der. Es gibt Casinohotels mit 30 Etagen, deren gesamte Vorderfront bis zum Dach nur aus bunter Lichterwerbung bestehen. Selbst ein ebenerdiger chinesischer Imbiss hat noch bis in die 2. Etage flackernde Werbung.
Ich habe mich am ersten Abend trotz oder eigentlich eher wegen der vielen Lichter erst einmal in den Straßenschluchten verlaufen und mich nicht gleich zum Hotel zurück gefunden. Offensichtlich sind schon sehr viele Rotchinesen in der Stadt, denn die Frage nach dem Weg wurde von mindestens 10 Leutchen gar nicht verstanden und die englisch sprechenden chinesischen Touristen aus Hongkong kannten den Weg natürlich selbst nicht. Ein wild blinkendes Haus sieht aus wie das andere und dazu sind sie auch alle 15 Etagen und höher. Obwohl der gesamte Stadtteil mit den Casinos höchstens 1.000m x 800m groß ist, hat man anfangs wenig Orientierungspunkte.
Nach der Rückgabe von Macau durch die Portugiesen an China hat sich die Casinolandschaft stark verändert: Bisher gab es nur einen Monopolisten namens Stanley Ho, der alle Casinos besaß. Mittlerweile wurden 4 Lizenzen vergeben und zwar an Ho und die 3 US Gesellschaften MGM-Mirage, Sands und Wynn. Das „Sands“ ist als Nur-Casino unmittelbar neben dem „Mandarin Oriental“ bereits eröffnet. Das „Wynn“ ist fast fertig und sieht ebenso aus wie das Vorbild in Las Vegas – nur 2 Nummern kleiner. Die Baustelle vom „MGM-Mirage“ habe ich nicht gesehen aber es gibt sie. Passend zum allgemeinen Casinobauboom, bei dem insgesamt etwa 15 Milliarden US$ investiert werden, zieht auch Stanley Ho unmittelbar neben seinem Flaggschiff dem „Hotel Lisboa“ nun das „Grand Lisboa“ hoch. Wahrscheinlich wird es etwas ganz besonderes, denn aus den Umrissen kann man das vermuten. Umrisse nur deshalb, weil in der dortigen Gegend mindestens bis zur 50. Etage noch immer mit Bambusgerüsten gearbeitet wird, die wiederum mit Netzen verkleidet sind.
Casinoüberblick:
Stanley Ho(ihm gehört u.a. auch das Riesencasino „Genting Highland Resort“ in Malaysia) verfügt in Macau über ca. 15 Casinos. Sie sind vorwiegend in großen Hotels untergebracht. Am Eingang gibt es Dedektoren wie auf dem Flughafen aber das ist an Kontrolle auch schon alles. Ausnahme: Im „Landmark“ und dem dortigen „Pharao Casino“ muss ein Ausweis gezeigt werden. Eine besondere Attraktion ist das schwimmende Casino „Macau Palace“. Vor 20 Jahren ist dort schon Bud Spencer in einem seiner Filme über die Casinoveranda ins Wasser gesprungen, um seinen Verfolgern zu entgehen. Hübscher Laden nur leider ohne Roulette. In etwa 10-12 besichtigten Casinos habe ich zwar mindestens 1.000 Spieltische gesehen aber höchstens 15 Roulettes. Dabei gibt es mehrere Kuriositäten: Im „Sands“ hat man normale Huxley mit Singlezero. 3 der 7 Kessel haben jedoch zwar auch nur 37 Fächer aber mit der amerikanischen Zahlenfolge. Sie haben ganz einfach die Doppelnull zwischen 2 und 28 herausgeschnitten. Wofür das ganze gut sein soll hat sich mir nicht erschlossen.
Noch einen Zacken schärfer geht es im „Lisboa“ zu: Dort haben sie insgesamt nur einen Kessel in einem Doppeltisch. Es ist ein französischer Huxley und auch ihn hat man mit der amerikanischen Nummernfolge ohne 00 vergewaltigt. Das Tableau ist aus Glas und alle gewinnenden Chancen werden von unten erleuchtet, damit das Personal keine Fehler macht. Ringsherum ist noch so eine Art kleiner Zaun, damit Pousetteure(Nachschieber nach Fall der Kugel) keine Chance haben.
Nun kommt das beste: Irgendwann beginnt eine Uhr mit Leuchtdioden einen Countdown von 2min. Die letzten 10sec werden mit Gongschlägen über Lautsprecher richtig laut runtergetrommelt. Damit ist aber noch nicht Schluss. Nun schlägt der Tischchef mit einem Stab nochmals auf eine der Tischklingeln, wie sie üblicherweise an Hotelrezeptionen verwendet werden und damit ist endgültig abgesagt. Weitere 5-10sec später wird dann die Kugel geworfen. Da jubelt der Kesselgucker.
Fazit: Außer Spesen nichts gewesen.
Für Black Jack Spieler ist es auch kein günstiges Pflaster. Gesehen habe ich nur Mischmaschinen. Baccaratfans dagegen können sich richtig austoben. Darum dreht sich eigentlich alles - auch wenn sie noch solche Räuberspiele wie SicBo und schlimmeres zocken.
Das soll es erst einmal gewesen sein. Sollte mir etwas wesentliches einfallen, schiebe ich es noch nach.
sachse
Bearbeitet von sachse, 10 April 2006 - 20:29.












