möchte auf diesen Wege mal eine Diskussion anstossen. Dabei würde ich gerne darüber diskutieren, ob man sich vor dem Phänomen der Spielsucht schützen kann. Gerne würde ich mich auch mit Leuten unterhalten, die die Situation nicht nur aus der Theorie kennen.
Das Verarmen von Roulettespielern
#1
Geschrieben 07 September 2005 - 06:22
möchte auf diesen Wege mal eine Diskussion anstossen. Dabei würde ich gerne darüber diskutieren, ob man sich vor dem Phänomen der Spielsucht schützen kann. Gerne würde ich mich auch mit Leuten unterhalten, die die Situation nicht nur aus der Theorie kennen.
#2
Geschrieben 07 September 2005 - 16:50
Entweder Mensch ist suchtgefährdet oder nicht. Wer sich selbst gut einschätzen kann und sich nichts vormacht wird fast nie süchtig werden, er zieht nämlich die Reissleine.
Und ich rede jetzt von jeder Sucht, vor allem natürlich vom Alkohol...
Ciao, Kelt
#3
Geschrieben 08 September 2005 - 14:28
Also erst mal will ich Kelt unbedingt recht geben. Sucht ist Sucht, egal welcher Art. Alle Süchtigen werden irgendwann aufgrund ihrer Sucht verarmen. Ich kenn' das leider selbst aus der Praxis, meine Mama ist seit ich denken kann alkohlsüchtig, das sah zu Hause so aus, dass nix zu Essen da war, aber Wein- und Schnapsflaschen waren merkwürdigerweise immer vorhanden.........
Dass aber die Roulettespieler verarmen, hat nicht nur mit Sucht zu tun, das sieht mensch immer wieder an den "Auf-Teufel-komm'-raus-Progressierern". Hier ist einfach auch Unvernunft im Spiel. Keiner glaubt's, dasses sooo schlecht laufen kann, 's wird halt immer mehr auf 'n Filz geschmissen, irgendwann musses ja wieder geh'n. Oft genug ist das aber erst der Fall, wenn's Kapital fort ist. 's ist wurscht, welches System mensch spielt, 's wird immer wieder Abschnitte geben, die Verluste bringen. Die meisten seh'n 's einfach nicht ein, dass 'ne Partie nicht zu gewinnen ist, mit kleineren Verlusten gibt sich niemand ab, wenn schon, dann musses ganze Kapital fort sein...........
Besser dran sind die, die's so machen wie ich, jeden Monat 'n bestimmten Betrag zum Spielen nehmen (der darf natürlich nicht vom Haushaltsgeld abgezogen werden.......), wenn der weg ist, ist er eben weg, wenn's gut geht, um so besser. Wenn 'n Spiel nicht läuft, wird nur bis zu 'nem bestimmten Verlust gespielt, danach muss mensch einfach die Notbremmse zieh'n..........
Die and're Sache ist die, dasses gleich am Anfang spitzenmäßig läuft, in der Euphorie wird nicht dran gedacht, dasses Spiel jederzeit kippen kann. Da wird dann ganz gern' der Gewinn mitsamt 'm Kapital verzockt. Das muss auch nicht sein, wenn 'n bestimmter Betrag gewonnen ist, sollt' mensch auch aufhör'n, wer weitermachen will, sollt' nur noch 'n Bruchteil des Gewinns dafür nehmen.........
Ich bin diesen Monat ganz gut mit den TVPs gestartet, nach 3 Tagen war's Kapital fast verdoppelt, dann kam 'n Spiel, das mich 150 Stücke gekostet hat. Gestern Abend waren die Stücke wieder da, dann hab' ich mich an 'nen Tipp von Monopolis erinnert und 400 Teuronen ausgezahlt. Somit hab' ich immerhin meinen Einsatz für diesen Monat zurück plus mein Verlust vom letzten Monat getilgt, jetzt wird halt mit den restlichen 170 Stücken weitergespielt. Wenn die bei der nächsten Partie den Bach runter geh'n, ärgert mich das zwar, aber weh tut's mir auch nicht, 's war ja nicht meine Kohle, sondern die der Bank. Und wenn ich noch gewinn', bevor noch mal 150 drauf geh'n, soll's mir auch recht sein..........
Ich denk', wenn mensch vernünftig mit seinem Spielkapital wirtschaftet, dann dauert's 'ne zeitlang, bis sie/er verarmt ist. Und solang' nicht 's letzte Hemd verzockt wird............
Wer allerdings Gedanken dran verschwendet, Kohle zu leihen, wo auch immer, um seine Verluste wieder reinzuholen, sollt' sich überlegen, ob sie/er bei der Suchtberatung nicht besser aufgehoben ist.......
bis denne
liebe Grüße
D a n n y
#4
Geschrieben 09 September 2005 - 10:44
Einige Merkmale für die Sucht:
- man vernachlässigt Freunde oder Arbeit und bevorzugt das Spielen
- man "macht sich krumm" und organisiert irgendwie das Geld zum Spielen (für Alkohol, etc.)
- man fühlt sich irgendwie erleichtert wenn man spielen kann
#5
Geschrieben 09 September 2005 - 12:58
Zitat
Denn wenn es so ist :
Zitat
Oder gar in den Genen versteckt ?
Wie soll dann das funktionieren ?
Zitat
Und ?
Zitat
Zitat
Das aber Spielsüchtige verarmen, hat aber wohl mit der Sucht zu tun.
Ein Spielsüchtiger ist nun mal nicht Gewinnsüchtig oder auch Verlustsüchtig, das Geld ist nur Mittel zum Zweck.
Zitat
Er könnte ja aufhören wenn das passiert:
Ein Spielsüchtiger hat einfach durch das Prinzip der grossen Zahl (auch er hat eine PP), dadurch das er immer spielt mal einen Tag wo Göttin Fortuna ihm im Prinzip die Gewinne nachschmeißt, egal was er spielt.
Nach so einem Tag müßte er
Zitat
Aber er ist ja nicht Gewinnsüchtig. Also wird am nächsten Tag auf der Arbeit Blau gemacht, oder zumindestens eher Feierabend, damit er pünktlich zur Öffnung wieder spielen kann. Und da jetzt ja eine Menge Kohle vorhanden ist, wird auch Richtig angegriffen.Einmal noch zuschlagen, dann wird aufgehört. usw, etc
Jetzt ein Satz der auf der Zimmertür meiner Tochter steht (nur ein Wort verändert), der so wohl auf Spielsüchtige zutrifft.
"Zocken" is a Ring, and a Ring has no End !
CU
#6
Geschrieben 09 September 2005 - 16:40
relieves sagte am 9 Sep 2005, 14:58:
Mag durchaus so sein, aber womit begründet? Erziehung, Umfeld und falsche Freunde ?
Oder gar in den Genen versteckt? Wie soll dann das funktionieren? Man bekommt doch bei der Geburt kein Buch mit der Aufschlüsselung seiner Gen-Sequenzen.
Alles eine Sache der Perspektive!
Wer die Fähigkeit besitzt sich selbst kritisch zu hinterfragen, wird seltenst mit Sucht zu kämpfen haben.
Woher man diese Fähigkeit bekommt lasse ich mal dahingestellt. Das Zusammenspiel deiner obigen Aufzählung dürfte da ziemlich ins Schwarze treffen, die falschen Freunde mal ausgenommen.
Ciao, Kelt
#7
Geschrieben 09 September 2005 - 22:20
<div style=background-color:#FEF0DE><fieldset><legend><small><b>relieves:</b></small></legend><i>Da der Übergang von Spielen zu übermäßigen Spielen, zur Spielsucht wohl ein schleichender Prozess ist, dürfte hier nur ein konsequentes Nichtspielen schützen.</i></fieldset></div>
Das dürft' so ziemlich auf jede Sucht zutreffen, außer bei harten Drogen, die sofort 'ne körperliche Abhängigkeit nach sich zieh'n.......
<div style=background-color:#FEF0DE><fieldset><legend><small><b>relieves:</b></small></legend><i>Das aber Spielsüchtige verarmen, hat aber wohl mit der Sucht zu tun.</i></fieldset></div>
Da geb' ich Dir recht, und hab' ich ja auch dazugeschrieben: Jeder Süchtige wird irgendwann verarmen, egal welcher Art..........
Nur der Spielsüchtige wird halt richtig arm, im Gegensatz zum Raucher oder so, weil der Spielsüchtige immer höhere Beträge einsetzt, um die Verluste wieder reinzuholen. Und das geht meistens schief...........
Vielleicht sollten wir auch erst mal versuchen zu definier'n, was Spielsucht überhaupt ausmacht. Bin ich spielsüchtig, weil ich jeden Monat 'n bestimmten Betrag in's OC überweis'????? Könnt' man doch so seh'n, auch wenn ich vernünftig mit der Sache umgeh'.........
Jedenfalls spiel' ich, weil's mir Spass macht, hätt' ich bis jetzt nur Verluste erlitten, würd's mir mit Sicherheit keinen Spass machen, die Sache wär' für mich erledigt, und ihr hättet hier im Forum 'ne Plage weniger.........
<div style=background-color:#FEF0DE><fieldset><legend><small><b>relieves:</b></small></legend><i>
Zitat
Dazu braucht der Spielsüchtige aber Kohle. 'n Suffkopf kann sich seinen Stoff zur Not im Supermarkt klauen, Drogensüchtige überfallen Apotheken, was aber soll der Spielsüchtige machen?????? 'n Casino rückt mit vorgehaltener Waffe bestimmt keine Chips raus, ob 'n Spielsüchtiger 'ne Bank überfällt, nur um an Kohle zum Zocken zu kommen, na, ich weiß nicht.........
Da muss ich auch sagen, dass die OCs die Spielsucht vermutlich eher fördern; ist ja einfach, Kohle einzuzahlen solange die Kreditkarte und 's Konto noch nicht gesperrt ist.........
Was bei OC-Spielern vielleicht auch noch zu erwähnen wär': Nur dann Spielen, wenn die Zeit dafür da ist und mensch nicht gestört wird.........
bis denne
liebe Grüße
D a n n y
#8
Geschrieben 10 September 2005 - 09:14
Zitat
Doch doch, das tun Die(gut, jetzt keine "Chips" sondern Bargeld...... Chips liegen ja häufig an der Bar und werden zu den Getränken gereicht
Soweit mir bekannt, waren aber immer Mitarbeiter der Casinos(Spielsüchtige? oder Geldgierige?) mit eingebunden....... in Bad Harzburg im wahrsten Sinn des Wortes....... in Teppiche eingebunden und der Page der sich als erstes befreien konnte, war auch sofort verdächtig =Volltreffer.
Gruss pierc
#9
Geschrieben 15 September 2005 - 18:43
relieves sagte am 9 Sep 2005, 14:58:
Ne, ist ein Irrtum, Spielsüchtige sind eigentlich Gewinnsüchtige. Der Spielsüchtige ist jemand der künstlich manische Depressionen erzeugt, ganz ohne Psycho-Pharmaka.
Und wie bei jedem manisch-depressivem geht es nur um die manischen Phasen. Die sind das um und auf, Glückshormone etc.
Die depressiven Phasen erlebt ein Spielsüchtiger genauso niederschmetternd, der Unterschied zum normalen Spieler liegt in der Intensität der Gefühle. Ein nüchtern kalkulierender Spieler läuft nicht Gefahr sich nen Ast zu freuen, wenn er bei 100 Stück minus irgendwann mal 10 Stück gewinnt.
Dem Süchtigen reicht das schon wieder um in eine manische Phase zu gelangen.
Und er spielt weiter und weiter und weiter immer auf der Jagd nach der nächsten Glücksphase.
Das ist der eigentlich Grund, warum ein Spielsüchtiger niemals gewinnen kann, es ist egal ob er um 10.000 Stück hinten oder vorne liegt, er spielt weiter.
Shato
Bearbeitet von shato, 15 September 2005 - 18:44.
#10
Geschrieben 10 November 2009 - 00:22
Ich selber war hochgradig spielsüchtig, jeder Euro in der Tasche, egal ob meiner oder nicht, war für die Daddelhalle.
Wenn die Summe hoch genug war - ab nach Dortmund, wenn nur das Einkaufsgeld da war - in die Daddelhalle.
Wenn man das erlebt hat, weiss man wie sich jemand fühlt, der nur noch spielen will. Diese Jahre waren der
Tiefpunkt in meinem Leben (und meiner Frau). Heute spiele ich immer noch, aber nur "trocken", ich teste Systeme,
die ich wahrscheinlich nie spielen werde, bin aber immer noch "im Thema". Das lässt einen nie wieder los.
Alle Höhen und Tiefen erlebt, 2 Karrieren verzockt, aber immer noch da - und heute - klar sehend, denke ich darüber nach,
WAS IST FALSCH GELAUFEN IN DEINEN LEBEN ??
Von heute auf morgen habe ich es aufgegeben dem "Glück" hinter her zulaufen", mir felht es nicht!
Ich habe heute ein Geschäft, früher wär das nicht gegangen.
Nie im leben hätte ich gedacht, das dieses Spiel mein Leben so bestimmen könnte - heute bin ich schlauer !!
#11
Geschrieben 10 November 2009 - 09:09
Gratulation zu Deinem mutigen Beitrag!
Ein heisses Thema, von dem sicherlich mehr betroffen sind, als mancher ahnt!
#12
Geschrieben 10 November 2009 - 11:28
T-Bone sagte am 10 Nov 2009, 00:22:
T-Bone sagte am 10 Nov 2009, 00:22:
die ich wahrscheinlich nie spielen werde
T-Bone sagte am 10 Nov 2009, 00:22:
Alles was ich von Dir gelesen habe, ist typisch für einen Süchtigen, der erst noch "richtig auf die Fresse fallen muss". Du fühlst Dich jetzt wahrscheinlich angegriffen, aber da kann ich nix für. Dein Weg ist vorgezeichnet.
Gruss
nimmsgern
#13
Geschrieben 10 November 2009 - 12:30
ich glaube auch, Du bist im irrtum, wenn Du glaubst, es überstanden zu haben.
Deine weitere Beschäftigung mit der Materie ist etwa so, als ob ein Alkoholiker
zwar im Moment trocken ist aber in der Likörfabrik als Brennmeister arbeitet.
Du warst und BLEIBST süchtig und die einzige Möglichkeit, dass es nicht zum
Rückfall kommt, ist absolute Abstinenz.
In Deinem Fall heißt das:
Keine Wetten, kein Lotto, kein Spiel und keine theoretische Beschäftigung damit.
Ich habe in den 80ern einige Male Fälle erlebt, wo süchtige Zocker 1-2 Jahre nicht
gespielt haben, ihre Pleitefirmen wieder auf Vordermann brachten und sie nach
ganz kleinen Anfängen(ich will nur mal wieder eine Prise Casinoluft schnuppern)
in kurzer Zeit erneut hingerichtet haben.
Das wird Dir mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann in Deinem Leben auch passieren.
Vermutlich gibt es für einige Süchte keine Heilung, die Krankheit schlummert
potentiell lebenslang in den Betroffenen und kann jederzeit wieder ausbrechen.
sachse
sachse
#14
Geschrieben 10 November 2009 - 23:32
Wer spielt, produziert nichts.
Wer spielt, arbeitet nicht an seiner Karriere.
Wer spielt, kümmert sich nicht um die Hierarchie.
Wer spielt, trägt nichts zur Wertschöpfung bei.
Wer spielt, vergisst die Interessen der Firma.
Wer spielt, verschwendet seine Zeit.
Wer nicht spielt, hat ein Problem.
Aus: brand eins 08/2006: Schwerpunkt SPIELEN
#15
Geschrieben 11 November 2009 - 11:59
T-Bone!
Gratulation zu Deinem mutigen Beitrag!
Ein heisses Thema, von dem sicherlich mehr betroffen sind, als mancher ahnt!
Schließe mich an
aber SACHSE hat voll Recht
Strolchi
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