Hallo scarface,
schön, ein neues Mitglied, das sich gleich mit einem interessanten Beitrag hier vorstellt.
Warum hast du ihn nicht einfach an den Thread
Leben mit dem Platzer drangehängt, dort hätte er gut hingepasst.
Oha, da hast du uns ja ein tolles Beispiel gegeben:
scarface sagte am 11 Apr 2005, 08:36:
Beispiel:
Spielkapital: 20 St.
spielbare Partien pro Tag: 1
durchschnittlicher Gewinn pro Tag: 2 St.
Kapitalplatzer: durchschnittlich alle 25 Tage

Durchschnittliche Gewinnerwartung 2 Stk./Spiel und einen 20-Stück-Platzer nach durchschnittlich 25 Tagen! Das spült nach 25 Spielen (24*2)–(1*20)=+28 Stücke ins Portemonaie – damit könntest du sofort deinen Job hinschmeißen und ein Schildchen "Berufsspieler" an deine Krawatte klipsen.
Denn dieses System – mit 500er Jetons gespielt, würde dir im Monat (bei "freien" Sonntagen) 14.000 Euro Einkommen garantieren. Dann kannst du bald dem sachse seinen Achtzylinder abkaufen.
Aber es sollte wohl nur ein Beispiel sein.
Was genau ist denn eigentlich ein "Platzer"?
Eigentlich ist der Begriff untrennbar mit einer Verlustprogression verbunden. Denn da wird mit einer ständigen Erhöhung des Einsatzes auf eine Negativkette reagiert. Mathematisch klettert die
kumulierte Trefferwahrscheinlichkeit (gerundet) ständig, bei EC von
48,6486 % beim ersten Satz, dann
73,6304 % bis zum zweiten,
86,4588 % bis zum dritten
usw. bis
99,8725 % bis zum 10. Satz.
Und dann in Hundertstelschritten weiter.
Doch verdoppelt man bei jedem Fehltreffer (= Martingale), dann sind es beim 10. Satz auch schon 512 Stücke, die man auf den Tisch legen muss.
Geht dieser Satz verloren, dann kann man mit Recht von einem Platzer sprechen. Und die Wahrscheinlichkeit,
diesen Satz zu gewinnen ist leider nicht 99,8725 Prozent, sondern eben nur 48,6486 Prozent.
Dabei ist die Martingale besser als ihr Ruf. Ich habe sie bei einer Auswertung mal interessehalber über eine lange Strecke mitlaufen lassen – ohne Limit –, sie hat Partie für Partie (immer zwei Kesselrotationen) zwischen 20 und 50 Stück Gewinn gebracht. Der höchste dabei beobachtete Einsatz waren 2.048 Stücke, es war aber eine Ausnahme, sonst reichten 256 Stücke.
Klar, für schwache Nerven ist das nichts.
Was könnte man beim Gleichsatz als Platzer bezeichnen?
Ein Gleichsatz-Spiel wird – egal auf welcher Chance – entlang der wegen der Zero abwärts gerichteten Nulllinie schwanken. Wobei die Schwankungen
anfangs noch deutlich über die horizontale Start-Nulllinie gehen können. Das versuchen Tendenzspieler auszunutzen. Erweist sich das Signal aber als falsch, kann man in eine Abwärtswelle geraten, die einen runterdrückt. Passiert das drei ... vier Mal nacheinander erreicht man schnell das Ende des Tischkapitals. Das wäre dann der Gleichsatz-Platzer.
Ist eine Gewinnprogri die Lösung?
Sicherlich nicht die schlechteste Strategie im Kampf mit dem Zufall. Meine Dauerempfehlung für EC-Spieler ist die
1-2-3-2-2-... Gewinn-Progri, eine Contre-d'Alembert-Variante. Also Paroli -> halbes Paroli –> Degression und von da ab Gleichsatz mit 2-facher Stückgröße. Mit dem zweiten Treffer sichere ich so meinen Einsatz, nach dem dritten Treffer nehme ich weitere 4 Stücke raus (im Saldo jetzt bereits 1 mehr als bei Gleichsatz) und nur mit dem Geld der Bank spiele ich dann mit High-Sätzen weiter bis zum Abbruch der beginnenden Serie. Wenn die dann noch weiterläuft ... Diese Progri brachte in einem Langstreckentest das mit Abstand beste Ergebnis. Unbedingt ausprobieren!
Aber auch eine Gewinnprogri – nehmen wir als Beispiel diese 1-2-3-2-2-... – kennt ihre Platzer. Erwische ich nämlich eine Permanenz, bei der mein Marsch viel intermittiert und bestenfalls Zweierserien erzeugt, wird mein Saldo recht schnell in die Tiefe sausen Weil nämlich der Parolisatz oft "platzt" und damit sowohl der Einsatz als auch das Gewinnstück, das ich bereits in Händen hielt, verloren gehen. Kommen dann doch mal zwei Treffer in Folge und
der dritte bleibt aus, dann habe ich zwar meinen Einsatz zurück, aber nix dazugewonnen.
Was bleibt?
Ein intelligentes
Money-Management, das den Platzer einkalkuliert, wie du es im Ansatz beschreibst, könnte dem Spieler eine Überlegenheit bringen. Ich habe ja an anderer Stelle schon die provozierende These aufgestellt, dass man mit einem System, das beständig und verlässlich kalkulierbare Gewinne und Verluste produziert (wie dein eingangs genanntes Beispiel), mit nur
500 Euro Kapital durch Hochkapitalisieren nach
200 Partien einen
Gewinn von 250.000 Euro einfahren kann. Ein solcher Angriff wird nicht gleich beim ersten Mal gelingen, auch nicht beim zweiten Mal, doch mit jedem Anlauf steigt die kumulierte Wahrscheinlichkeit, dass der Durchmarsch gelingt. Und bei
der Gewinnerwartung lohnt es sich, mehrfach an den Start zu gehen! Wenn der Saldo nach Spielstart gleich nach oben klettern sollte, kann man auch nach und nach ein wenig Kapital rausnehmen. Zumindest das eingesetzte – für den nächsten Versuch ...
Einen hatte ich letztes Jahr im OC gestartet mit 360 Euro und einer Start-Stückgröße von 3 Euro. Nach 30 ... 40 Partien war ich schon bei einer Stückgröße von 18 angekommen, bevor mich eine lange Minuskette auf den Boden zurückgeholt hat. Natürlich muss man in dieser Situation die Stücke wieder kleiner werden lassen.
Mein nächster Versuch ist in Planung. Diesmal besser vorbereitet, denn damals hatte ich noch keine 100% ausgereifte Satzstrategie, sie reifte quasi erst im Spiel. Das Money-Management ist allerdings top, das werde ich unverändert anwenden.
Zitat
Huhu Danny,
ich würde eher sagen du gehörst in die Schublade Realist.
Da hast du die Danny gut einsortiert, scarface. In dieser Schublade bin ich auch die meiste Zeit zuhause. Doch da drin gibts noch 'ne Trennwand: auf der einen Seite die, die jeden Ansatz zu Tode rechnen und sofort abschießen, und auf der anderen Seite Danny und ein paar andere, die sich mit der Realität arrangieren und dabei still und leise einen guten Schnitt machen.
GN8
webpirat
Bearbeitet von webpirat, 13 April 2005 - 09:44.