Turnierkonzept Nr. 5
"Falls Sie mit einem "Openendstraightdraw" nicht die Pot Odds für einen Call auf die Nuts bekommen, sollten Sie in Multiwaypötten auf jeden Board mit 2 oder 3 gleichfarbigen Karten folden."
Voraussetzung für dieses Konzept: Mit hoher Wahrscheinlichkeit befindet sich ein Flushdraw bei ihren Gegnern.
Zum besseren Verständnis möchte ich gerne auf einen entscheidenden Satz aus der Pokerliteratur eingehen:
Zitat
Jedes Mal, wenn Sie eine Hand anders spielen, als Sie diese gespielt hätten, wenn Sie die Karten all Ihrer Gegner gekannt hätten, profitieren Ihre Gegner. Jedes Mal, wenn Sie Ihre Hand genauso spielen, wie Sie diese im Wissen der gegnerischen Blätter gespielt hätten, verlieren Ihre Gegner
The Theorie of Poker, Zentraler Pokerlehrsatz von David Sklansky
Im Grunde besagt der Lehrsatz das es beim Poker grundlegend darauf ankommt den Kampf der Fehler zu gewinnen. Machen Sie größere Fehler als der Gegner, verlieren Sie - macht der Gegner die größeren Fehler, gewinnen Sie. So einfach ist das! Sind 3 oder mehr Spieler am Pot beteiligt ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch ein Flushdraw unter den Gegnern. Warum ich gerade von Flusdraws spreche? Nun, gegen diese Hände machen Sie die grössten Fehler wenn Sie nicht aufpassen. Ich versuche mal zu erklären warum das so ist:
Ein Problem ist, das diese in Mulitwaypötten immer dabei bleiben, mit Ihnen zusammen einen Pot aufbauen, und wenn Sie Ihre Hand vervollständigen, bekommen Sie bestenfalls am Turn noch ein paar Chips. Am River zahlt Ihr Gegner keinen Cent mehr ein, falls er Sie nicht überholt hat. Es ist wichtig dieses zu Wissen, denn es zeigt dass Sie gegen diese Spieler keine Implied Odds besitzen und am Turn nicht Slow spielen dürfen. Wenn Sie es doch tun, und sie beide den Draw vervollständigen, verfügt Ihr Gegner über Implied Odds, weil Sie ihn hin und wieder mit der schlechteren Hand ausbezahlen werden.
Darüber hinaus wird er sie aber nicht nur schlagen wenn sie beide treffen, sondern auch, wenn sie beide verfehlen. Falls Sie sich "Out of Position" am Turn für eine Bet entscheiden, am River eine Blank erscheint, und sich nicht trauen dort weiter zu betten, kommt es entweder zum Showdown und ihr Gegner gewinnt mit höherer Karte (weil IHR Handspektrum sich meistens nicht im oberen Bereich befinden, seins dagegen schon z.B Ax suited) oder was weniger wahrscheinlich ist, er blufft sie raus. Zwar haben Sie nichts auf der Hand, aber er auch nicht, und gewinnt trozdem. Sehen Sie welchen Vorteil er besitzt? Weil er auf eine Blockbet hin nicht folden kann bzw. der Spot durchgecheckt wird, sind Sie gezwungen, am River einen (letzten) Bluff zu bringen, um ihn bei Gleichstand zu besiegen. Tun Sie es nicht, gewinnt er. Aber natürlich können Sie niemals Wissen was Ihr Gegner auf der Hand hält, und werden mit dieser Spielweise langfristig gesehen viel Geld verlieren. Tatsächlich sind die Umstände so ungünstig das, wenn Sie nicht korrekt spielen, allein die Anwesenheit des Flushdraws ausreicht, um den Wert Ihrer Hand zu mindern. Sie sollten sich unbedingt an die nachfolgende Regel halten um teure Fehler zu vermeiden:
Regel: Spielen Sie in Multiwaypötten -auf 2 oder 3 farbigen Flops- mit 6 Outs weiter, aber niemals mit 8 Outs! (8 Outs ergeben eine Straight aber nicht die Nuts)
Damit wird es unmöglich das Sie in Unterlegenheit mit einem Flushdraw kollidieren und können ausschließlich gegen Gegner spielen die Ihnen Value und Implied Odds zukommen lassen. Natürlich dürfen Sie auch nur einen Einsatz bezahlen, wenn die unmittelbaren Pot Odds den Verbesserungschancen der Hand gerecht werden. Falls Sie mehr bezahlen (was ich Ihnen nicht empfehlen würde), seien Sie vorsichtig, dass Sie auf den einzelnen Setzstrassen nicht zu stark aus dem Fahrwasser driften, um den Gegner nicht unnötig mit Showdownvalue zu versorgen.
Abschließend möchte ich nochmal die Vor-/Nachteile von Bet und Check/Call darstellen. Beachten Sie besonders den neutralen Punkt bei Check/Call. Er trägt unter anderem der Tatsache Rechnung, das Flushdraws das Potenzial besitzen Sie noch am River zu überholen, falls Sie am Turn Ihre Straight gemacht haben.
Vor-/Nachteile von Bet und Check/Call
Bet
Positiv:
Der beste Spielzug, um "Out of Postition" den Pot zu kontrollieren.
Negativ:
Flushdraws sind in vielen Multiwaypötten dabei und callen auch, weshalb Sie kaum Foldequity besitzen.
Es besteht das Risiko das Hände wie Bottom oder Middlepair folden, obwohl Sie normalerweise um sich zu verbessern, im Pot geblieben wären. Gegen diese Hände liegen Sie meistens vorne und können am River eine Auszahlung bekommen (ein Flushdraw erfüllt niemals, weder das eine noch das andere!).
Check/Call
Positiv:
Der beste Spielzug, um auf "Position" den Pot zu kontrollieren.
Die gegenwärtigen Pot Odds lassen sich genauer ermitteln als mit Bet. Wenn sie checken brauchen sie sich erst für einen Einsatz entscheiden, wenn alle Spieler "vor Ihnen" gehandelt haben.
Neutral:
Wenn die Straight am Turn oder River vervollständigt wurde sollten sie "Out of Position" ihre Strategie verlassen und zu Bet oder Check/Raise wechseln. Naturgemäß gilt der Sequenzwechsel für den River (ein Check bringt keine Value wenn der Gegner zurück checkt) aber daraus entsteht auch eine Check/Call Problematik für den Turn. Falls Sie am Turn nämlich Check/Callen müssen sie am River die Handlung des Aggressor´s unterbrechen und "Out of Position" plötzlich in ihn reinbetten. Das ist aus mehreren Gründen schlecht:
- Sie offenbaren plötzlich ihre Stärke.
- Für Hände die ihre Straight am River theoretisch auszahlen (keine Flushdraws) wird die Riverkarte bedrohlich wirken. Der Gegner könnte den Call verweigern.
- Sie vernichten die Möglichkeit sich den Stackgrössen anzupassen.
- Der Gegner bestimmt den Preis am Turn und besitzt das Potenzial ihre Hand am River zu überholen.
Der Sequenzwechsel am Turn bringt folgende Vorteile:
- Sie verwaschen die Stärke ihrer Hand am River und können dort ohne Signalwirkung setzen.
- Man spielt nach der Spieltheorie korrekt wenn man die beste Hand erhöht.
- Sie verringern mit "Bet" das Risiko einer Freecard bzw. mit "Check/Raise" das Risiko gewaltiger Implied Odds beim Gegner
- Sie können den Pot am Turn so vorbereiten das es am River um ganze Stacks geht (Bei besonders großen Stacks sollten Sie ein Check/Raise in Erwägung ziehen).
Negativ:
Out of Position ist die Bet manchmal besser.
Bitte nicht in diesen Thread schreiben. Fragen, Anregungen, Diskussionen können gerne hier weitergeführt werden:
http://www.roulette-forum.de/topic/13527-mibomans-100-holdem-konzepte-diskussion
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Bearbeitet von miboman, 29 February 2012 - 12:43.