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100 Holdem Konzepte


5 Antworten in diesem Thema

#1 miboman

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Geschrieben 08 January 2012 - 21:18

........................................100 Konzepte..............................................



Turnierkonzept Nr. 1



"Falls sie zwei hintereinander folgende Bluffsalven planen, bluffen sie am Flop genug aber nicht so hoch, wie am Turn. Bluffen sie nicht umgekehrt am Flop viel und am Turn wenig"



Beide Varianten unterscheiden sich nur geringfügig im Chipeinsatz. Wenn Sie das Board sehen und zwei Bluffsalven abfeuern wollen (Flop und Turn) ist es besser den Turn stärker zu betten, als sie den Flop gebettet haben. Wenn sie umgekehrt bluffen, wird ein vllt. durch ihre Flopbet verängstlicher Gegner am Turn wieder bestärkt weil die Turnbet im Verhältnis zur vorherigen Flopbet deutlich kleiner ausfällt. Mal ganz davon abgesehen das es in diesem Fall -durch die guten Potodds für den Gegner- schwer wird, bessere Hände zum folden zu bewegen, sind positive Signale bei einem Bluff fast immer ein Fehler. Hier jedoch besonders, weil die positive Signalwirkung auf einer teuren Setzstrasse stattfindet.

Sie müssen den Gegner entmutigen und auf weiteren Setzstrassen eine Bedrohung für ihn bleiben. Das geht aber nur wenn sie den Druck auf ihn konstant aufrecht erhalten und nicht abschwächen. Natürlich sollten sie für diesen Spielzug die Boardtextur berücksichtigen.

Bringen sie dieses Konzept in Einklang mit Konzept Nr. 2.


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Bearbeitet von miboman, 31 January 2012 - 16:03.


#2 aural

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Geschrieben 09 January 2012 - 12:27

gel., weil im post bereits geklärt...

Bearbeitet von aural, 09 January 2012 - 12:32.


#3 miboman

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Geschrieben 23 January 2012 - 16:12

Turnierkonzept Nr. 2



"Bluffen Sie auf unkoordinierten Boards häufiger als auf koordinierten Boards"



Dieses Thema ist nur kurz angeschnitten da es sich um Allgemeinwissen handelt. Man unterscheidet bei der Floptextur in zwei Kategorien: unkoordinierte Flops sowie koordinierte Flops (auch trockene bzw. nasse Flops genannt). Ein unkoordinierter Flop ist wenn wenig Draws möglich sind wie z.B K74 in drei verschiedenen Farben. Ein koordinierter Flop ist z.B J98 in zwei verschiedenen Farben. Auf einem koordinierten Flop ist das Spektrum brauchbarer Holecards größer aber die Hand muss am Ende auch deutlich stärker sein um zu gewinnen.


unkoordinierter Flop:

- einen unkoordinierten Flop gut zu treffen ist schwieriger als einen koordinierten Flop, dafür reichen bei ihm schwächere Hände wie Toppair um am Ende die Gewinnerhand zu halten.

- mit hoher Wahrscheinlichkeit hält man am Flop entweder keine Hand oder eine Hand die nicht besonders stark ist, aber trotzdem nicht mehr überholt wird.

- da Villain oft den Flop verpasst bietet dieses Board eine gute Gelegenheit zum Bluffen (cbet, 3bet, float etc). .


koordinierter Flop:

- auf einem koordinierten Board befinden sich mehr Karten im Deck die im weiteren Verlauf eine Verbesserung bringen, weshalb ein Bluff aussichtloser wird.

- standart cbets - mit dem Ziel den Pot am Flop mitzunehmen- haben wenig Erfolgsaussichten, da Villain häufig callt.

- man sollte mehr die Karten spielen als den Gegner :eii:



Obwohl das Thema komplexer ist möchte ich es bei diesen Punkten belassen. Letzendlich ist wichtig das sie den Unterschied erkennen. Wann Sie Bluffen können und wann nicht, auf welchen Boards Sie einer Bet widerstehen um zu Floaten oder Showdownvalue mit Ace High Card auszuspielen bestimmt u.a die Floptextur.


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Bearbeitet von miboman, 19 February 2012 - 17:48.


#4 miboman

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Geschrieben 25 January 2012 - 14:45

Turnierkonzept Nr. 3



"Bluffen Sie nicht, wenn ein Jack und eine Zehn am Flop erschienen sind. Seien Sie auch vorsichtig, wenn nur eine dieser beiden Karten fällt."



Villain´s wahrscheinlichstes Handspektrum (Die besten 25% aller Starthände + Abwärts) kann dieses Board meistens sehr gut gebrauchen. Hände mit denen er auf einem Flop mit JTx dabei bleibt sind u.a : AA, KK, QQ, JJ, TT, AK, AQ, AJ, AT, KQ, KJ, KT, QJ, QT, Q9, JT, 9J, 9T, 8T und 89.

Was glauben Sie, wie oft Villain eine dieser Blätter auf der Hand hält, wenn er Preflop gecallt oder geraisest hat? (Es spielt keine Rolle welche Turnierphase gerade ansteht oder wie hoch die Stacks sind, mit diesem Handspektrum spielen die meisten Leute Poker)


Bedenken Sie auch das bereits eine dieser beiden Karten gefährlich ist und aus jeder weiteren Bildkarte ein halbwegs koordiniertes Board wird (Konzept Nr. 2). Häufig sorgt dann die Mischung von "hohen Broadwaykarten" und "Drawlastigkeit" für explosive Pötte :sv2: Hier haben Sie mit ihrer Schrotthand nichts verloren, warten sie für den Bluff auf aussichtsreichere Momente. :duck:


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Bearbeitet von miboman, 19 February 2012 - 17:48.


#5 miboman

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Geschrieben 28 January 2012 - 17:01

Turnierkonzept Nr. 4



"Falls Sie einen Semibluff mit Ihrem gesamten Stack planen (All-in), spielen sie Check/Raise damit der Gegner vorher in den Pot reinbetten kann. Kommen Sie der Aktion des Gegners nicht zuvor, indem sie sofort All-in gehen"



Vorteile dieser Spielweise:


1. Ihr Semibluff muss seltener funktionieren.
Setzt der Gegner 500$ in einem Pot von 1000$ und Sie haben noch 2000$ für ihren Semibluff übrig, bekommen sie Pot Odds von 1500 zu 2000 oder 1 zu 1,33. Das heißt der Gegner muss in mindestens 57% aller Fälle seine Karten folden damit der Bluff langfristig profitabel ist. Wenn Sie aber dem Gegner zu vor kommen und am Flop direkt All-in gehen, bekommen sie nur Pot Odds von 1000 zu 2000 bzw. 1 zu 2. Die Erfolgsquote des Bluffs müsste nun mindestens 66% betragen, was kolossale 9% mehr sind. :hammer3:
Das Ziel dieses Konzeptes ist ihr Bluffverhalten zu optimieren. Bedenken Sie aber das sich bei einem Semibluff die Equity nicht allein aus der Erfolgsquote des Bluffens zusammensetzt.

2. Das Semibluffen mit Pocketpaaren funktioniert
Haben wir ein Pocketpaar z.B 99 und es kommt der Flop K74 so können wir "nur" profitabel All-in gehen, wenn der Gegner vorher eine knackige Bet abgefeuert hat. Der Grund sind die vielen Folds des Gegner als Reaktion auf unser All-in. Seine kleinen vergeblichen Angriffe finanzieren uns die seltenen Fälle, in denen er eine gute Hand hält und callt. Pushen wir direkt ohne das der Gegner vorher in uns reingebettet hat, riskieren wir unseren Stack ohne was gewinnen zu können. :patsch:

3. Sie können bessere Hände vertreiben
Ein Spieler der z.B K5 auf einem Board K74 hält, hat es durch unsere Aktion sehr schwer. Seine Fehlerquote ist -mit dem korrekten Spielzug gegen uns- so hoch, das er langfristig gesehen unprofitabel spielt. Man riskiert einfach nicht aus der Passivität heraus, sein Turnierleben mit hoch spekulativen Händen. Ein Check/Raise sieht stärker aus als ein direktes All-in, der Gegner sollte mit schlechtem Kicker die Möglichkeit eines Folds in betracht ziehen.

4. Sie können eine Freecard bekommen
Wenn der Gegner eine Freecard verteilt ist das das beste was ihnen passieren kann, auch wenn sie ihren Plan zu Semibluffen vorerst beiseitelegen müssen. Lassen Sie sich aber deswegen nicht verunsichern. Gute Blätter zu erhöhen,- Draws zu checken -und schlechte Blätter zu folden, ist eine sehr starke Strategie (weil sie sich unmittelbar auf das Fundament der Spieltheorie stützt). Mit einem direkten All-in nehmen sie sich selber die Chance eine Freecard zu erhalten. :ph34r:



Ausnahmen:

- Sie waren der Preflopaggressor weshalb eine Continuationsbet von Ihnen erwartet wird.
- Siehe Konzept Nr. 12
- Siehe Konzept Nr. 17


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Bearbeitet von miboman, 19 February 2012 - 17:50.


#6 miboman

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Geschrieben 18 February 2012 - 19:35

Turnierkonzept Nr. 5



"Falls Sie mit einem "Openendstraightdraw" nicht die Pot Odds für einen Call auf die Nuts* bekommen, sollten Sie in Multiwaypötten auf jeden Board mit 2 oder 3 gleichfarbigen Karten folden."



Voraussetzung für dieses Konzept: Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind Flushdraw´s bei ihren Gegnern vorhanden.



Zum besseren Verständnis möchte ich gerne auf einen entscheidenden Satz aus der Pokerliteratur eingehen:

Zitat

Jedes Mal, wenn Sie eine Hand anders spielen, als Sie diese gespielt hätten, wenn Sie die Karten all Ihrer Gegner gekannt hätten, profitieren Ihre Gegner. Jedes Mal, wenn Sie Ihre Hand genauso spielen, wie Sie diese im Wissen der gegnerischen Blätter gespielt hätten, verlieren Ihre Gegner

The Theorie of Poker, Zentraler Pokerlehrsatz von David Sklansky


Im Grunde besagt der Lehrsatz das es beim Poker grundlegend darauf ankommt den Kampf der Fehler zu gewinnen. Machen Sie größere Fehler als der Gegner, verlieren Sie - macht der Gegner die größeren Fehler, gewinnen Sie. So einfach ist das! Sind 3 oder mehr Spieler am Pot beteiligt befindet sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch ein Flushdraw unter den Gegnern. Warum ich gerade von Flusdraws spreche? Nun, gegen diese Hände machen Sie die grössten Fehler wenn Sie nicht aufpassen. Ich versuche mal zu erklären warum das so ist:

Ein Problem ist, das diese in Mulitwaypötten immer dabei bleiben, mit Ihnen zusammen einen Pot aufbauen, und wenn Sie Ihre Hand vervollständigt haben, bekommen Sie maximal am Turn ein paar Chips von ihm. Am River zahlt Ihr Gegner keinen Cent mehr ein, falls er Sie nicht überholt hat. Es ist wichtig dieses zu Wissen, denn es besagt dass Sie gegen ihn keine Implied Odds besitzen und am Turn nicht Slow spielen dürfen. Wenn Sie es doch tun, oder sie beide ihren Draw vervollständigen, verfügt der Gegner über Implied Odds, denn Sie können niemals gegen ihm im Showdown gewinnen.

Darüber hinaus wird er sie nicht nur schlagen wenn sie beide treffen, sondern auch, wenn sie beide verfehlen. Falls Sie sich "Out of Position" am Turn für eine Bet entscheiden, am River eine Blank erscheint, und sich nicht trauen dort weiter zu betten, kommt es entweder zum Showdown und ihr Gegner gewinnt mit höherer Karte (weil IHR Handspektrum sich meistens nicht im oberen Bereich befinden, seins dagegen schon z.B Ax oder Kx suited) oder was genauso wahrscheinlich ist, er blufft sie raus. Zwar haben Sie nichts auf der Hand, aber er auch nicht, und gewinnt trozdem. Sehen Sie welchen Vorteil er besitzt? Weil er auf eine Blockbet hin nicht folden kann bzw. der Spot durchgecheckt wird, werden Sie gezwungen, am River eine "blinde Bet" zu bringen, um ihn bei Gleichstand zu besiegen. Tun Sie es nicht, gewinnt er. Natürlich können Sie nie Wissen ob er auch tatsächlich einen geplatzten Draw auf der Hand hält und werden langfristig gesehen mehr verlieren als gewinnen. Man kann es drehen und wenden wie man will, ihr Gegner hat das kleinere Risiko zu tragen. Spielen Sie ohne nachzudenken, reicht allein die Anwesendheit des Flushdraws, um den Wert Ihrer Hand zu mindern.

Die wichtigste Regel: Spielen Sie in Multiwaypötten ausschließlich mit 6 Outs weiter, aber niemals mit 8 Outs! (8 Outs ergeben eine Straight aber nicht die Nuts)

Wenn Sie nicht bluffen und sich an diese Regel halten, ist es unwahrscheinlich das Sie in Unterlegenheit mit einem Flushdraw kollidieren werden, und wenn der Pot nicht zu groß ist, können Sie auch anderweitig nicht großartig aufeinander prallen. Natürlich dürfen Sie auch nur einen Einsatz bezahlen, wenn die unmittelbaren Pot Odds den Verbesserungschancen der Hand gerecht werden. Falls Sie ein wenig mehr bezahlen, seien Sie Vorsichtig das Sie auf den einzelnen Setzstrassen nicht zu stark aus dem Fahrwasser driften, um ihn nicht unnötig mit Showdownvalue zu versorgen.

Abschließend nochmal einmal die Vor-/Nachteile von Bet und Check/Call. Beachten Sie besonders den neutralen Punkt bei Check/Call. Er trägt der Tatsache Rechnung, das ein Flushdraw -falls Sie ihre Hand am Turn vervollständigen- keinen Cent mehr am River bezahlen wird, aber das Potenzial besitzt sie noch zu überholen und dort zu schlagen.


Vor-/Nachteile von Bet und Check/Call


Bet

Positiv:
Der beste Spielzug, um "Out of Postition" den Pot zu kontrollieren.

Negativ:

Flushdraws sind in vielen Multiwaypötten dabei und callen auch, weshalb Sie kaum Foldequity besitzen.


Es besteht das Risiko das Hände wie Bottom oder Middlepair folden, obwohl Sie normalerweise um sich zu verbessern, im Pot geblieben wären. Gegen diese Hände liegen Sie meistens vorne und können am River eine Auszahlung bekommen (ein Flushdraw erfüllt niemals, weder das eine noch das andere!).


Check/Call

Positiv:
Der beste Spielzug, um auf "Position" den Pot zu kontrollieren.


Die gegenwärtigen Pot Odds lassen sich genauer ermitteln als mit Bet. Wenn sie checken brauchen sie sich erst für einen Einsatz entscheiden, wenn alle Spieler "vor Ihnen" gehandelt haben.

Neutral:

Wenn die Straight am Turn oder River vervollständigt wurde sollten sie "Out of Position" ihre Strategie verlassen und zu Bet oder Check/Raise wechseln. Naturgemäß gilt der Sequenzwechsel für den River (ein Check bringt keine Value wenn der Gegner zurück checkt) aber daraus entsteht auch eine Check/Call Problematik für den Turn. Falls Sie am Turn nämlich Check/Callen müssen sie am River die Handlung des Aggressor´s unterbrechen und "Out of Position" plötzlich in ihn reinbetten. Das ist aus mehreren Gründen schlecht:

- Sie offenbaren plötzlich ihre Stärke.
- Für Hände die ihre Straight am River theoretisch auszahlen (keine Flushdraws) wird die Riverkarte bedrohlich wirken. Der Gegner könnte den Call verweigern.
- Sie vernichten die Möglichkeit sich den Stackgrössen anzupassen.
- Der Gegner bestimmt den Preis am Turn und besitzt das Potenzial ihre Hand am River zu überholen.


Der Sequenzwechsel mit den Nuts am Turn bringt folgende Vorteile:

- Sie verwaschen die Stärke ihrer Hand am River und können dort ohne Signalwirkung setzen.
- Man spielt nach der Spieltheorie korrekt wenn man die beste Hand erhöht.
- Sie verringern mit "Bet" das Risiko einer Freecard
- Sie können den Pot am Turn so vorbereiten das es am River um ganze Stacks geht (Bei besonders großen Stacks sollten Sie ein Check/Raise am Turn in Erwägung ziehen,

..das bereitet den Pot auf das Ausscheiden des Gegner vor und verwehrt ihm profitable Implied Odds).

Negativ:
Out of Position ist die Bet manchmal besser.



*oder second Nuts wenn eine gepaarte Karte am Flop erscheint



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Kopieren des Textes untersagt

Bearbeitet von miboman, Gestern, 12:46.






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