albert m. sagte am 31 October 2011 - 01:39:
meine meinung: wir haben es mit einem reinen steal zu tun und wenn du dann auf widerstand stösst, ist schicht im schacht und ab in den muck.
hallo albert
"ja und nein" würde ich hier sagen.
das problem, wenn du bei widerstand auch nichtpremiumblätter foldest, dann kapiert das auch der größte fisch und raist dich bei jeder gelegenheit. gegen halbwegs gute spieler verlierst du sehr schnell den respekt, den du benötigst, um turniere zu gewinnen.
67s ist für eine heads-up-konfrontation prinzipiell gut genug, um einem raise standzuhalten. ob das in dieser speziellen situation vertretbar ist, ist eine andere sache und man kann darüber diskutieren.
ich hab mir nach meiner ursprünglichen meinung nochmal ein paar vergleiche angesehen und würde sagen, dass der call durchaus vertretbar ist.
mit welchen karten wäre es denn vertretbar, den raise von mibo zu reraisen?
z.b. 2 face-cards:
gegen KJ ist man 40% außenseiter
andere connectors:
gegen dominierende connectors wie 78 sieht es etwas schlechter aus als z.b. gegen 9T. mibo ist aber schlimmstenfalls 30% außenseiter
pockets ab 77:
nur noch 20% equity
pockets bis 55:
coin flip
ein bluff-reraise, der eine overcard beinhaltet (mit z.b. J3o), den man bei aggressiven spielern mit position ganz stark in seine abwägung mit einbeziehen sollte, ist ebenfalls ein coinflip. gegen einen bluff wie 62o ist man dann sogar favorit.
diese berechnungen sind natürlich unter der prämisse: kein weiteres setzen und alle karten bis zum river werden gedealt.
wirklich angst hat man eigentlich nur vor den hohen paaren und einer dominierenden hand wie 78.
ich denke, mibo hatte einfach pech und sein gegner hat wirklich den flop getroffen.
oder aber er hatte den richtigen read und ist furchtlos mit einem bluff all-in gegangen, nachdem mibo den turn gecheckt hat. diese variante halte ich mittlerweile für wahrscheinlicher, da, hätte er eine gemachte hand gehabt, er gleich auf dem flop die entscheidung erzwingen hätte können. aber er hat lieber gewartet, wie mibo auf den call und den turn reagiert. sein stack war groß genug dafür. sein all-in sagte "du brauchst mindestens top pair, sonst ist das turnier für dich beendet". das problem ist nur, dass mibo mit 7 hoch einen bluff nicht callen kann, da bräuchte er schon einen K in seiner hand bei diesem board und dieser call ist dann wirklich sehr heroisch. wenn man mit so einem call aber richtig liegt, was gegen hyper-aggressive spieler oft genug passiert, dann überlegen sich die anderen gegner am tisch zweimal, ob sie dich aus einem pot bluffen wollen. die psychologische wirkung ist nicht zu unterschätzen. normalerweise lassen dir deine gegner ne ganze weile so einiges durchgehen, es sei denn, sie haben wirklich ein gutes blatt.
dann sollte man auch sagen: turniere sollte man auf sieg spielen. dazu gehört diese aggression und furchtlosigkeit. man muss sein glück zwingen.
aber: aufgrund der tatsache, dass heute jeder c-bets kennt und poker mehr auf dem turn als auf dem flop gespielt wird, wäre ein tieferer stack von großem vorteil gewesen.
grüße
s.
ps: mibo, was hatte denn dein gegner für ein blatt?
Bearbeitet von aural, 31 October 2011 - 12:38.