Der Pokertisch (8)
Berechnung, Instinkt und Intuition
Beispielsweise kann man sich als Anfänger an einen Starthandratgeber orientieren, bei dem Lou Krieger meint, dass dieser „für den Anfänger unerlässlich sei, dem mittelmäßigen Spieler als Ratgeber dient und dem Experten als Ansatzpunkt“. (Scharf, 2007).
Es ist sicher von Vorteil, wenn man sich diesen Ratgeber immer Mal wieder ins Gedächtnis ruft. Ich habe ihn bisher nicht benutzt und orientierte mich an der intuitiven Spielerfahrung durch die Trainingssoftware.
Die Tipps zur Berechnung der Pot odds* sind wohl eher für Low-Limit-Spiele geeignet. Bei No-Limit-Spiele, die ich bevorzuge und hier präsentiere, gibt es eine einfache Regel, die der folgende Ratgeber mir während eines Spiels zeigte, als ich einmal nur den Mindesteinsatz setzen wollte:
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Ausnahmen sind zum Beispiel:
* Sie bieten einen kleinen Einsatz, von dem Sie glauben, dass er Ihnen in einer Runde, in der alle Schwäche zeigen, erlaubt, den Pot zu stehlen..
* Sie versuchen jemanden dazu zu bringen, Sie in einen kombinierten Spielzug zu verwickeln (mit einem re-raise oder indem er gegen Sie all-in geht).
In Jan Meinerts „Die Pokerschule“ (2007) lesen wir:
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Der Autor Scharf gibt in seinem Starthandgeber an, dass man mit seiner konservativen Regelung etwa nur alle 10 Hände beim Low-Limit-Hold’em spie (S. 66).
Meinert geht von 20-30% der Hände aus, die man grundsätzlich spielen sollte. (S. 273)
Nehmen wir das Mittel und sagen wir, dass es jede sechste Hand ist, dann wäre das schon bestens. Und es impliziert, dass es bereits eine spielbare Hand ist. Wie sich unsere Hand nach dem Flop, Turn und River entwickelt sehen wir. Und wir halten uns daran lieber einmal mehr auszusteigen, als einmal zu wenig.
Wie bereits angemerkt, bin ich bisher ohne jegliche Berechnungen und stattdessen nur mit meiner intuitiven Einschätzung vorangekommen. Denn ich bin der Meinung, dass das Unterbewusstsein soviel mehr Informationen speichert, umso mehr man es zulässt. (Übrigens ein Vorgang, den ich auch beim IKG, dem „intuitiven Kesselgucken“ beschrieb und bei dem zunächst das Pokern eine gute Schule sein könnte.) Gewissermaßen ein begleitender automatischer Rundum-Service, der den Kopf auch noch nach Stunden frei lässt, eben für die Situationen, wo Berechnungen allein nicht weiterführen. Und gerade diese Momente kommen gehäuft am Ende des Turniers. Meist zu fortgeschrittener Stunde und dafür ist es ganz besonders ratsam wach zu sein. Was man hierzu braucht ist allein Vertrauen zu sich selbst.
Jedem ist anzuraten, sich die Final-Tables der im Sportkanal ausgestrahlten Turniere eingehender anzusehen. Was man bei den Spielern sieht, ist ein veränderter Bewusstseinszustand im Gegensatz zu Anfang des Turniers. Als abseitiger Fernsehzuschauer nimmt man das zunächst nicht wahr. Aber man stelle sich dabei nur vor, dass man beispielsweise selbst bereits 3 Tage gespielt hätte und doch tatsächlich bis zum Final-Table gekommen ist?!
Das letzte Wort hat diesmal Meinert:
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Zum Onlinespiel:
Manche Spieler spielen auch drei Tische gleichzeitig, wobei ich aus eigener Erfahrung sagen muss, dass der dritte Tisch dann eher so nebenbei läuft. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil, weil Sie am dritten Tisch nur relativ schnell und intuitiv entscheiden können. Diese Entscheidungen sind oft die besten. (S. 222)
* Pot odds: Das Verhältnis zwischen der Höhe des Pots und der Einsatzhöhe. Sind $ 100 im Pot und geht man mit $ 10 mit, liegen die Pot odds bei 10:1.
** Outs: Die Anzahl der im Stapel verbliebenen Karten, welche die Hand eines Spielers verbessern können.
Psi
Bearbeitet von PsiPlayer, 30 September 2011 - 00:25.













