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Lieber an die Börse


52 Antworten in diesem Thema

#1 AlexM

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Geschrieben 24 February 2011 - 10:46

Ich habe noch nie Roulette gespielt und werde es wohl auch nie tun. Dazu ist mir die Mathematik zu eindeutig. Da verliere ich mein Geld lieber an der Börse, wo es zumindest eine Gewinnchance gibt.
Aber die vielen, die sich hier auf- und unterhalten, scheinen andere Erfahrungen gemacht zu haben, sonst wären sie nicht hier. Da kann man wirklich den Eindruck gewinnen, als wäre etwas dran an den Systemen und Strategien, obwohl der gesunde Menschenverstand ebenso wie das Einmaleins dsa Gegenteil behaupten.
Was mich zu der Vermutung bringt, dass in einem solchen Forum und überhaupt in der Selbstdarstellung der Branche sich nur diejenigen äussern, die - auf welchem Weg auch immer - Spielerfolge erzielen konnten. Die anderen, die es selbstverständlich geben muss (schon aus Gründen der Wahrscheinlichkeit, aber auch, weil es sonst keine Casinos gäbe), sitzen hinter dem Ofen und lecken ihre Wunden und sagen sich: Nie wieder. Bis sie das nächste Mal hereinfallen. Wie an der Börse eben.
In einem Buch von Kurt Vonnegut (ich glaube: Cat's Cradle) wird eine Religion beschrieben, deren Leitgedanke "God the utterly indifferent" ist. Für deren Anhänger ist es eine Sünde zu sagen: Gott hat es gut mit mir gemeint. Diejenigen, die beim Roulette Glück gehabt haben, und den Erfolg ihren Systemen oder ihrer Intuition zuschreiben, befinden sich demnach im Stande der Sünde. Bei den Christen heisst dieser Irrtum Hoffahrt. Die Psychologen haben sicherlich auch einen schönen Namen dafür.
Oder glaubt ihr wirklich daran, dem Schicksal in den Rachen greifen zu können?

#2 KenO

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Geschrieben 24 February 2011 - 10:58

Beitrag anzeigenAlexM sagte am 24 February 2011 - 10:46:



Der Zufall ist nicht so zufällig wie die meisten annehmen.

#3 sachse

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Geschrieben 24 February 2011 - 11:16

Beitrag anzeigenKenO sagte am 24 February 2011 - 10:58:

Der Zufall ist nicht so zufällig wie die meisten annehmen.
Dann wäre er per Definition kein Zufall mehr.


Hallo AlexM,

in den Rachen greifen ist eine wirklich leichte Übung.
Komplizierter wird lediglich der 2. Teil.

sachse

Bearbeitet von sachse, 24 February 2011 - 11:16.


#4 mauvecard

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Geschrieben 24 February 2011 - 11:33

hi alex,

du bist mit mehreren dingen im irrtum...

beim roulette gibt es den zero-vorteil, beim blackjack ist es die schlechte spielweise des spielers, beim poker oder baccarat ist es der/die/das cagnotte...

an der börse werden waren, aktien und anlagen ge- und verkauft. dazwischen liegt immer die provision des maklers. geld hat nicht die eigenschaft, sich in luft auflösen zu können. geld wechselt nur den besitzer. wenn du eine aktie für 100 euro kaufst, und die rasselt dann in den keller auf 5 euro, ist mit deinen 100 euro nichts schlimmes passiert. die schlummern immer noch kuschelig in den taschen des verkäufers und des maklers... nur du findest den typen im spiegel beim rasieren irgendwie blöd... :feuerwerk001:

so gesehen gibt es keinen unterschied zwischen casino und börse. ausser, dass casino ehrlicher ist...

gruß mauvecard :biglaugh:

#5 AlexM

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Geschrieben 24 February 2011 - 13:33

Beitrag anzeigenmauvecard sagte am 24 February 2011 - 11:33:

beim roulette gibt es den zero-vorteil,
Ich dachte immer, das sei ein Nachteil.

Beitrag anzeigenmauvecard sagte am 24 February 2011 - 11:33:

so gesehen gibt es keinen unterschied zwischen casino und börse. ausser, dass casino ehrlicher ist...
Mit Verlaub, das ist Unsinn. Zumindest wenn man "casino" durch "Roulette" ersetzt. An der Börse geht es um Ereignisse, die anscheinend zufällig eintreten, aber durchaus auch gesteuert werden können. Beim Roulette geht man von reinem Zufall aus. Weiter geht es an der Börse um die Erwartung, wie andere auf künftige Ereignisse reagieren werden, und wie das wiederum andere künftige Ereignisse beeinflusst. Es ist also ein Spiel mit so vielen Variablen, dass es zufällig erscheinen mag. Und es geht um die Psychologie der Mitspieler, die beim Roulette völlig egal sind. Vielleicht ist die Börse vergleichbar der Möglichkeit, beim Roulette auf einzelne Spieler setzen zu können. Aber dann hinkt der Vergleich immer noch, weil die Akteure der Börse, nämlich die börsennotierten Firmen, mehr Einfluss haben auf ihr Spielergebnis als der Roulettespieler.
Und wieso ist das Casino ehrlicher? Weil dort die Margen höher sind? Ein anständiger Broker nimmt Promille, nicht Prozente.

#6 sachse

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Geschrieben 24 February 2011 - 13:52

Roulette und Börse sind wie Äpfel und Birnen.
Beim Roulette habe ich eine negative Gewinnerwartung zwischen 1,35% und 5,4%.
An der Börse habe ich seit etwa 1930 eine positive Gewinnerwartung von durchschnittlich 7-8%.

sachse

#7 mauvecard

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Geschrieben 24 February 2011 - 14:28

Beitrag anzeigenAlexM sagte am 24 February 2011 - 13:33:

Ich dachte immer, das sei ein Nachteil.

Mit Verlaub, das ist Unsinn. Zumindest wenn man "casino" durch "Roulette" ersetzt. An der Börse geht es um Ereignisse, die anscheinend zufällig eintreten, aber durchaus auch gesteuert werden können. Beim Roulette geht man von reinem Zufall aus. Weiter geht es an der Börse um die Erwartung, wie andere auf künftige Ereignisse reagieren werden, und wie das wiederum andere künftige Ereignisse beeinflusst. Es ist also ein Spiel mit so vielen Variablen, dass es zufällig erscheinen mag. Und es geht um die Psychologie der Mitspieler, die beim Roulette völlig egal sind. Vielleicht ist die Börse vergleichbar der Möglichkeit, beim Roulette auf einzelne Spieler setzen zu können. Aber dann hinkt der Vergleich immer noch, weil die Akteure der Börse, nämlich die börsennotierten Firmen, mehr Einfluss haben auf ihr Spielergebnis als der Roulettespieler.
Und wieso ist das Casino ehrlicher? Weil dort die Margen höher sind? Ein anständiger Broker nimmt Promille, nicht Prozente.

hi alex,

ob vor- oder nachteil kommt da nur auf die perspektive an... sollte aber egal sein, jeder weiss, was gemeint ist...

was die börse angeht: was du da beschreibst, sind doch unter anderem manipulationen. und ich finde den zufall schon ehrlicher als eine manipulierte börse, du etwa nicht? wir müssen uns doch nur an vw/porsche vor einiger zeit erinnern... wenn das keine manipulation war... die wussten doch genau, was sie tun und was passiert...

bis die blase platzte... :feuerwerk001:

egal, jeder wie er mag...

gruß mauvecard :biglaugh:

#8 mauvecard

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Geschrieben 24 February 2011 - 14:41

Beitrag anzeigensachse sagte am 24 February 2011 - 13:52:


An der Börse habe ich seit etwa 1930 eine positive Gewinnerwartung von durchschnittlich 7-8%.

sachse


aber auch nur, wenn du aktien kaufst, auf denen du dann sitzen bleibst...

gruß mauvecard :feuerwerk001:

#9 sachse

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Geschrieben 24 February 2011 - 14:56

Beitrag anzeigenmauvecard sagte am 24 February 2011 - 14:41:

aber auch nur, wenn du aktien kaufst, auf denen du dann sitzen bleibst...

gruß mauvecard :feuerwerk001:
Nein, nicht unbedingt.
Es geht nur darum, die Aktien des Leitindexes im Depot zu haben.
Wenn man nun wüsste, dass es so weiter geht, brauchte man nur
bei Höhenflügen zu verkaufen und bei Tiefstständen zu kaufen.
Die 7-8% meinen übrigens pro Jahr.

sachse

#10 Fritzl

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Geschrieben 24 February 2011 - 17:07

Hallo Sachse,

Die Börse- ein modernes Krebsgeschwür.

Zitat

An der Börse habe ich seit etwa 1930 eine positive Gewinnerwartung von durchschnittlich 7-8%.

Du ?
Habe ich da etwas nicht mitbekommen, oder bist Du so ne Art Methusalem ?

Gruß Fritzl

#11 sachse

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Geschrieben 24 February 2011 - 17:34

Beitrag anzeigenFritzl sagte am 24 February 2011 - 17:07:

Hallo Sachse,

Die Börse- ein modernes Krebsgeschwür.



Du ?
Habe ich da etwas nicht mitbekommen, oder bist Du so ne Art Methusalem ?

Gruß Fritzl
Na Fritzl,

keine Erbsen zum Zählen gefunden, dass Du ein Härchen spalten musst.
MAN hätte usw.........

sachse

#12 nico1

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Geschrieben 24 February 2011 - 20:13

Beitrag anzeigensachse sagte am 24 February 2011 - 13:52:

Roulette und Börse sind wie Äpfel und Birnen.
Beim Roulette habe ich eine negative Gewinnerwartung zwischen 1,35% und 5,4%.
An der Börse habe ich seit etwa 1930 eine positive Gewinnerwartung von durchschnittlich 7-8%.

sachse
ist da die krise 2008 miteingerechnet?

#13 AlexM

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Geschrieben 24 February 2011 - 20:21

Die Diskussion verläuft leider nicht in die mich interessierende Richtung. Mir geht es nicht um Börse oder Casino. Sondern ich möchte verstehen, wieso so viele wider besseres Wissen systematisch Roulette spielen. Dahinter kann - überspitzt gesagt - doch nur die Hoffnung stehen, eher tot als pleite zu sein. Oder glaubt man als Roulettespieler daran, dass man aufhört nach einer großen Glückssträhne?

#14 AlexM

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Geschrieben 24 February 2011 - 20:25

Beitrag anzeigenFritzl sagte am 24 February 2011 - 17:07:

Die Börse- ein modernes Krebsgeschwür.
Durchaus nicht modern. Derartige Handelsplätze für spekulative Hoffnungen sind so alt wie der Handel selbst.

#15 sachse

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Geschrieben 24 February 2011 - 20:48

Beitrag anzeigennico1 sagte am 24 February 2011 - 20:13:

ist da die krise 2008 miteingerechnet?
Das weiß ich nicht, weil die von mir genannten Zahlen vielleicht schon 5 Jahre alt sind aber auch,
wenn 2008 nicht dabei ist, ist es eben nur einer der Durchhänger, die es seit 1930 schon gegeben hat.
Denk' an den 2. Weltkrieg und jede Menge Krisen wie Ölschock in den 70ern oder Internetblase 2000.
Ich sagte doch, im Durchhänger kaufen und im Moment ist der Index schon wieder ganz schön obenauf.
Jetzt kommt wieder ein kleinerer Ölkrisenrücklauf, wegen der arabischen Probleme und alsbald erreichen
DAX und Dow Jones wieder neue Allzeitrekorde.

sachse

Aus 208 nun 2008 gemacht.

Bearbeitet von sachse, 24 February 2011 - 22:28.






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