NoHasard sagte am 12 January 2011 - 18:57:
Wirklich nicht?
Vor drei Jahren, nach drei Jahrzehnten Praxis und in Kenntnis der mathematischen und vieler pseudomathischer Literatur zu den Aspekten des Roulettespiels nahm ich mir nochmals genau diese Fragestellung vor mit dem Vorsatz, sie empirisch einfach mal zu testen. Das hieß zunächst mal, eine objektive Versuchsanordnung - eine von jedermann wiederholbare Simulationsmethode - zu regeln und eine penible Datenerfassung zu garantieren.
Vor Augen stand mir, neben vielen anderen Überlegungen, das mythische sogenannte "Ullrichs-Prinzip". Anfang der 50er Jahre (?) des vorigen Jahrhunderts gab es in österreichischen Casinos den Profi-Spieler Stephan Ullrich, der sich an die Fersen von Verlierern heftete. Über seine Vorgehensweise existieren Berichte. K.v. Hallers "Roulettelexikon" von 1994 zitiert aus der Zeitschrift "Casino & TEST" 41,42/ 1988 folgendes:
[indent]"Ein hervorragender Psychologe, der Österreicher Stephan Ullrich, hat erkannt, dass es Spieler gibt, denen der Verlust wie ein Kainsmal auf die Stirn geschrieben steht. Nach seiner Beobachtung sind dies meist Systemspieler. Sie spielen bis zum vollständigen Debakel, verlieren systematisch, und wenn sie ihr Spiel verlassen, sind sie doppelt verloren. Der reine Glücksspieler bringt es dagegen fertig, der Bank auch im Verlust den Rücken zu kehren.
Ullrich hat sich diese beiden Typen ausgewählt und ihnen, wo immer er sie antraf und es technisch möglich war, mit einem Mehrfachen ihres Einsatzes entgegengesetzt. Es versteht sich von selbst, dass dieses Verfahren nur auf den Einfachen Chancen praktiziert werden kann. Ullrich wurde damit angeblich zum erfolgreichsten Spieler seiner Zeit" (Haller, S. 435).
[/indent]
Möglicherweise laufen heute noch immer diskrete Nachahmer in den Spielsälen herum; Roulette-Stalker.
Meine Überlegung damals, man müßte das Ganze irgendwie entpersonalisieren und methodisch auf eine abstrakte Ebene bringen, zum Beispiel durch Anwendung irgendeines grottenschlechten Systems. Nach etlichen Stufen des Experimentierens hatte ich endlich einen roten Faden (die unanfechtbare Versuchsanordnung) und nach Monaten statistischer Fleißarbeit hatte ich Resultate, deren Aussagewert mich selbst verblüffte. Denn ich war bis dahin, wie Sie, mentalist, davon überzeugt, dass sich die allgemeine negative Erwartung "nicht knacken" lasse.
Dass nun ganz anders gekommen ist (nicht bloss auf den EC, sondern auf allen Tableau-Chancen "geht was"), mußte ich erstmal selbst verdauen. Ich habe mich dafür entschieden, die beiden Tatsachen der mathematischen Unmöglichkeit und der empirisch gefundenen Möglichkeit heiter zu nehmen. Und mich immer wieder in der Praxis zu überzeugen (ohne Protz natürlich), dass der Fleiß in der Entwicklungsphase nicht vergebens war.
Die Lehre daraus? Tja, ich weiß nicht. Heißt es nicht in einer lateinischen Formel "quod erat demonstrandum"? Zu einer Behauptung gehört das Zeigen. Ich hab's wenigstens mit Worten zu zeigen versucht, wo der Unterschied liegt.
Freundlichst
NoHazard
genial beschrieben und den Weg aufgezeigt!












