maybe sagte am 17 Jul 2010, 19:53:
das ist das erfolgsrezept. man macht den job 100% ( richtig da reingekniet )
So ist es.
Man soll nicht vergessen, dass diese Freiberufsofferten vielen Gestrandeten Möglichkeiten bieten, die sie woanders nicht mehr angeboten bekommen. Kein Mensch fragt bei MLM ob man vorbestraft, verschuldet oder behindert ist. Dementsprechend hoch ist die Quote, wer es da nicht schafft. Da kann sich jeder verselbstständigen, keiner stellt Fragen.
Oft sind das Labile, die es mit anderen Anläufen nicht gepackt haben. In so einem Geschäft, das man sich selbst aufbauen soll, ist aber eine gehörige Portion Eigeninitiative gefragt. Pünktlichkeit, Organisationstalent, Überzeugungskraft, Umgang mit Geld, sauberes Auftreten, und all sowas. Genau diese Selbstkontrolle, die da verlangt wird, und viele Fähigkeiten, die man mitbringen muss, haben viele nicht. Darum sind sie schon gescheitert, als sie in Jobs von anderen kontrolliert und korrigiert worden sind. Und nun, mit einer solchen Tätigkeit sollen sie das aus sich selbst heraus schaffen?
Ich kenne jemanden in Den Haag, der heute ein eigenes Häuschen da stehen hat. Eine Frau, die Avonprodukte vertreibt, oder besser: vertrieb. Die hatte auch im Bekanntenkreis angefangen und sich ein Vertriebssystem fünf Jahre lang aufgebaut. Sie ist allerdings jetzt bereits 25 Jahre dabei.
Fährt auch einen Stingray (daher kenne ich sie von den Fantreffen)
Sie sagt, als sie anfing hatte sie keine Ahnung von Kosmetik. Von den ganzen Cremes und den Wirkstoffen. Die hat nur das nachgeplappert, was in den Produktbeschreibungen stand.
Das nennt sich dann Kosmetikberaterin
Ich weiss, dass sie selbst das nicht geschafft hätte, wenn nicht dauernd soviele abgesprungen wären. Das ist nämlich auch ein Teil des Erfolgsrezepts, das verschwiegen wird. Springt jemand ab, der schon einige Verkäufer geworben hat, übernimmt der über ihm in der Hierachie stehende dessen Kunden. Rückt man ein wenig höher, übernimmt man die Verkäufer und alle die, die unter diesem Verkäufer stehen. Passiert das zehnmal verzigfacht sich der Umsatz. Da gibt es zwar nur kleine Prozente drauf. Aber im Jahr passiert das zehn oder zwanzigmal. Nach fünf Jahren wird sich das wohl enorm summieren. Meine Bekannte sagt, man braucht selbst keinen Erfolg zu haben. Nur Zeit muss man haben, bei der Sache bleiben, Geduld und korrektes Verhalten reicht. Die meisten merken schon im ersten Jahr, dass es nichts bringt und springen ab. Das ist der Fehler. Seit zwanzig Jahren verkauft sie nun selbst überhaupt nichts mehr! Seitdem organisiert sie nur den Direktvertrieb für die anderen, damit möglichst viele dabeibleiben. Ich schätze mal dass ihr ein Großteil der holländischen Avonumsätze zusteht. Das große Geschäft macht sie heute mit Onlineshops in ganz Europa. Von den Abspringenden hat sie die Webauftritte übernommen und gibt sie an andere, erfolgreichere Verkäuferinnen weiter.
Sicher. 95% scheitern. Aber die anderen machen richtig gutes Geld. Und das ist keine Glückssache.
Das ist harte Arbeit, wie du richtig sagst, maybe. Wahrscheinlich härter als in einem normalen Job.
Die vielen Gescheiterten, die meinen da auf die Schnelle etwas verdienen zu können, sind chancenlos. Sie arbeiten den Erfolgreichen nur zu.
Nur ist das ganz und gar kein Schneeballsystem. Das halte ich für völlig korrekt. Wer wirklich hart arbeiten und dabeibleiben will hat da Erfolg. Es dauert nur sehr lange, bis der eintritt.
Avon ist übrigens eine gute Sache. Viel besser für die Frauen, als in einer Parfümerie oder im Kaufhaus einzukaufen. Zuhause können sie alles ausprobieren. Das gilt wohl für alle Direktvertriebe.
Corvetti