fiftysix sagte am 24 Jun 2010, 16:12:
Ach, ist das schön schizophren hier!
Das sagste was!
Den Zeitungsartikel, auf den sich Fritzl bezieht, habe ich jetzt mal rauskopiert. Ich hoffe das macht nichts, wegen der Copyrights. Aber das ist schon interessant.
Nur ganz und garnicht so, wie unser Fritzl das schildert!
Der Artikel:
Neue deutsche Werte
Eine Niederlage verändert nicht alles: Das Auftreten der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika ist gut für das Land. Ein multikulturelles Hoch auf deutsche Tugenden.
20. Juni 2010
Können ein Platzverweis und ein verschossener Elfmeter alles verändern? Am Mittwoch ist die Weltmeisterschaft für Deutschland nach der Vorrunde vielleicht zu Ende. Das wäre die größte Niederlage in mehr als 75 Jahren. Man fragt sich, ob bei diesen Aussichten eine 0:1-Niederlage gegen Serbien die Kraft besitzt, die Sympathien zu vertreiben, die eine junge deutsche Mannschaft in der ersten Woche der Weltmeisterschaft hervorgerufen hat. Wenn man die ersten Reaktionen auf die Niederlage richtig deutet, dann haben die jungen Profis, die auf dem Spielfeld und mit ihrer Haltung die Herzen von Millionen Deutschen eroberten, bei dieser Weltmeisterschaft weit mehr gewonnen als nur ein einziges 4:0 über Australien.
Der jungen Mannschaft wird Mut zugesprochen. Sie erhält Aufmunterung. Der Wunsch ist förmlich zu spüren, dass diese Fußball-Geschichte in Südafrika noch nicht enden soll. Das ist ungewöhnlich in einem Land, das mit ungnädigen Urteilen über seine Repräsentanten nicht nur im Sport schnell bei der Hand ist. Es ist leicht, sich vorzustellen, wie junge Profis nach einer WM-Niederlage über Nacht zu gierigen und selbstsüchtigen Profis erklärt werden. Wie deutschen Nationalspielern, weil das Ergebnis nicht stimmt, wieder das Klischee des abgehobenen Fußball-Millionärs angeheftet wird. Ein Klischee, das oft passte.
Bei dieser Mannschaft ist vieles anders als bei früheren Nationalmannschaften. Spielerische Klasse und charakterliche Stärke haben eine Aufbruchstimmung geschaffen, der ein einziger Rückschlag noch nichts anhaben kann. Einer Mannschaft mit elf Spielern, deren Wurzeln in andere Länder und Kontinente reichen, ist es in diesen Tagen auch gelungen, ein anderes Bild zu entwerfen als jenes, das sich Deutschland und seine Migranten sonst oft voneinander machen.
Die Nationalspieler mit türkischen, tunesischen, polnischen, bosnischen, ghanaischen, nigerianischen oder brasilianischen Elternteilen oder Geburtsorten verkörpern in der Nationalelf neben der sportlichen auch eine kulturelle Bereicherung, die im deutschen Alltag oft unter den trüben Arbeitslosigkeits-Statistiken verschwindet. Den Özils, Khediras, Cacaus, Podolskis und Boatengs gelingt es nicht nur mit spielerischer Leichtigkeit auf dem Platz, an die deutsche Gesellschaft anzudocken. Sie nehmen die Integrationschance, die sich ihnen bietet, vielmehr ganz bewusst und offensiv an.
Ein multikulturelles Hoch auf deutsche Tugenden
Die Nationalspieler knüpfen dabei an Werte an, die im Fußball als deutsche Tugenden gelten, aber im politischen und wirtschaftlichen Leben derzeit gerade keine Hochkonjunktur erleben. Verlässlichkeit, Zielstrebigkeit und Verantwortungsbewusstsein werden in Deutschland in diesen Tagen mit jungen Fußballern wie Mesut, Sami und Basti in Verbindung gebracht – und nicht mit Repräsentanten von Spitzenämtern.
Das spricht für eine kluge Ausbildung in Vereinen und im Verband. Es wird eine Förderung von Talenten erkennbar, die verantwortungsvolles Verhalten nicht einfach voraussetzt, sondern schaffen will. Wenn man den jungen Leuten Verantwortung gibt, dann zahlen sie das Vertrauen zurück. Dieser einfache und wahre Satz stammt von Nachwuchstrainer Horst Hrubesch (siehe: Trainer Hrubesch: „Unser Messi ist Özil“ und Horst Hrubesch: „Junge Leute wollen geführt werden“). Er hat einen großen Teil der Spieler entwickelt, indem er ihnen Verantwortung abverlangt. Eine Ausbildung, die man sich nicht nur im Fußball wünschte.
Cacau als Vorbild
Die Brise von Veränderung, die die Nationalmannschaft umweht, hat ursächlich mit Werten zu tun, die von den Spielern selbstverständlich und glaubwürdig vertreten werden. Sie lassen eine Haltung erkennen, von der sowohl das Land als auch Migranten profitieren können. Der in Brasilien geborene Stürmer Cacau hat eindrucksvoll beschrieben, was alles gelingen kann, wenn der eigene Wille auf entsprechende Möglichkeiten trifft. „Ich denke, dass in unserer Gesellschaft oft gute Vorbilder fehlen. Leute, denen es mit viel Arbeit und Leidenschaft gelungen ist, nach oben zu kommen. Es ist nicht einfach, für niemanden, aber es ist möglich. Ich mag keine Jammerei. Dieses Vorbild möchte ich sein, auch mit Blick auf Integration.“ (siehe: Cacau im Interview: „Deutschland als Chance für Ausländer“)
Man müsse wissen, wer man sei. Man müsse kämpfen, um etwas zu erreichen. Es sind auch Selbstverständlichkeiten, die Cacau ausspricht, aber die nicht mehr als selbstverständlich gelten können. Dazu gehört auch, dass sich Cacaus Kraft stark aus dem Glauben speist, genau wie bei Özil. Es sind der christliche und muslimische Glaube, die in einer Kabine Platz finden.
Das Verbindende an dieser Mannschaft: Das Identifikationsangebot funktioniert gleich doppelt. In Müller, Badstuber, Lahm und Schweinsteiger kann sich der kleine Ahmet auf dem Bolzplatz genauso wiederfinden wie der kleine Anton in Özil und Khedira. Das ist die neue integrative Seite, die der deutsche Fußball bei der WM 2010 aufschlägt. Vor vier Jahren hat das Team dem Land schon spielerische Leichtigkeit im Umgang mit seinen Symbolen geschenkt. Damals hat Deutschland der Welt gezeigt, dass man mit diesem Land seinen Spaß haben kann. Diese Mannschaft zeigt dem Land, dass man es auch miteinander ganz gut aushalten kann.
Wo zum Teufel liest du da auch nur ein negatives Wort raus, Fritzl?
Auch nur einziges bitte.
Du verdrehst ja alles, wies dir passt.
Bemerkenswert ist, dass der FAZ-Artikel vor Erreichen des Achtelfinales geschrieben wurde. Also
nach der Niederlage der Deutschen gegen Serbien!
Heute steht da:
Öööööözil ist das schön! (Bild)
Ein Donnerschuss von Deutschlands Mesut Özil (Sowetan)
Neuer WM-Held kickt für Deutschland (sportivo)
Özils Traumhammer für Deutschland (sports)
Die neue deutsche Hoffnung (taz)
Alemana bummbumm Özil (Frankfurter)
Deutschlands makellose Bilanz heißt Özil (The Guardian)
Löw setzt auf den neuen deutschen Torjäger (Stuttgarter Zeitung)
Philipp Lahm und Mesut Özil, jetzt erst recht - die Garanten fürs Weiterkommen (europolitan)
Das deutsche Fußballbollwerk Özil (De Telegraaf)
Mesut Özil - Presslufthammer Deutschlands (Gazzetta dello Sport)
Der deutsche Özil wird Englands Todesschütze (L'Equipe)
Deutscher Mann des Spiels: Özil (Citizen)
England fürchtet nun den neuen deutschen Superstürmer Mesut Özil (Times)
Europas neuer Sturmheld ist ein Deutscher (Westdeutsche Zeitung)
Fritzl sagte am 24 Jun 2010, 16:47:
Ja seit wann ist ein Türke ein Deutscher ?
Schau dir oben die internationalen Schlagzeilen an. Jetzt weisst dus.
Und das ist nicht nur eine deutsche, sondern eine weltweite Resonanz.
Jeder sieht ihn als Deutschen.
Mal eine Frage von mir an dich Fritzl:
Seit wann ist jemand mit einem deutschen Pass ein Türke?
Seit wann ist jemand mit einem französischen Pass ein Algerier?
Seit wann ist jemand mit einem spanischen Pass ein Eskimo?
Oder mit einem dänischen ein Australier?
Ich bin übrigens SPD-Wähler
R.