Bei der limitierten Progression muss man nur die allgemeine Tendenz zum Ausgleich (d.h. zum möglichst gleichmäßigen Erscheinen beider Chancen) abwarten. Auf jeder Einfachen Chancen, die man bespielen will, sollten keine Serien kommen, die länger als maximal vier Würfe sind. Hat sich ein solcher Trend ergeben, spielt man auf beide Chancen gleichzeitig. Vorteil: Man kommt bei jedem Wurf zum Satz, kann also auch serienweise gewinnen und man erspart sich die Hälfte des Zerotributs! Das hört sich für den unerfahrenen Spieler unmöglich an, lässt sich aber mathematisch beweisen! Man setzt nämlich nur theoretisch auf beide Chancen, tatsächlich spielt man nur auf jene, auf der die höheren Einsätze stehen.
Nehmen wir an, man spielt auf Rot/Schwarz. Jede Chance wird mit einer einfachen Progression bespielt: Man beginnt mit dem Einsatz von 1 Stück, erhöht nach jedem Verlust um 1 Stück und senkt bei jedem Gewinn um 1 Stück. Mit jedem Gewinn ist der Satz beendet.
Beispiel:
Zahl Einsatz Rot Stand Einsatz Schwarz Stand
17 1 1- 1 1+ SE
24 2 3- 1 1+ SE
15 3 6- 1 1+ SE
36 4 2- 1 1-
18 3 1+ SE 2 3-
9 1 1+ SE 3 6-
23 1 1+ SE 4 10-
35 1 1- 5 5-
0 2 ? 4 ?
23 - 1- - 9-
10 2 3- 5 4-
10 3 6- 4 0 SE
Erklärung für Rot:
Man verliert zunächst drei Mal und erhöht immer um 1 Stück. Beim vierten Satz gewinnt man mit der 36 4 Stücke. Jetzt wird der Einsatz um 1 Stück auf 3 Stücke gesenkt. Rot kommt mit 18 noch einmal. Der Satz ist damit mit 1+ beendet. SE = Satzende.
Man setzt erneut 1 Stück auf Rot und verliert mit der 35. Auf 2 Stücke erhöhen. Es kommt die Zero. Man setzt nicht, sondern wartet die nächste Zahl ab. Es ist die 23, Rot. Man erhält die gesetzten 2 Stücke zurück, hat aber immer noch 1-, daher 2 Stücke setzen. Es kommt die 10, Verlust, auf 3 Stücke erhöhen. Es kommt nochmals die 10, der Verlust beträgt nun 6 Stücke.
Erklärung für Schwarz:
Man spielt zunächst drei erfolgreiche Sätze mit jeweils 1 Stück Gewinn. Es folgt eine längere Verlustphase, bei der der Einsatz - wie auf Rot - im Verlust erhöht und im Gewinn um 1 Stück gesenkt wird. Nach Zero wird nicht gesetzt, sondern die nächste Zahl abgewartet. Es ist 23, Rot. Der Einsatz von 4 Stücken ist verloren, daher wieder erhöhen. Mit der Doublette von 10 kann man alle Verluste tilgen, daher Satzende.
Beispiel:
Zahl Einsatz Rot Einsatz Schwarz Einsatz Rot Einsatz Schwarz Stand
17 1 1 - -
24 2 1 1 - 1-
15 3 1 2 - 3-
36 4 1 3 - 0
18 3 2 1 - 1+ SE
24 2 1 1 - 1-
9 1 2! - 1 1-
23 1 3 - 2 3-
35 1 4 - 3 0
0 2 3 1 ?
23 - - - - 1-
10 2 4 - 2 1+ SE
Erster Wurf: Auf Rot und Schwarz je 1 Stück, daher keine Differenz und keine effektiver Satz.
Zweiter Wurf: Man hat auf Rot verloren und erhöht den Einsatz um 1 Stück, daher 2 Stücke auf Rot, auf Schwarz 1 Stück: Differenz 1 Stück auf Rot zu setzen. Es kommt die 24, Schwarz, Verlust.
Dritter Wurf: Auf Rot bereits 3 Stücke, auf Schwarz immer noch 1 Stück: Differenz 2 Stücke auf Rot zu setzen. Es kommt die 15, Schwarz, Verlust.
Vierter Wurf: Auf Rot 4 Stücke, auf Schwarz 1 Stück: Differenz 3 Stücke auf Rot setzen. Es kommt die 36. Man gewinnt 3 Stücke und kann alle effektiven Verluste tilgen.
Fünfter Wurf: Auf Rot wurde gewonnen, daher den Einsatz um 1 Stück senken. Auf Schwarz hat man verloren, daher den Einsatz um 1 Stück erhöhen. Auf Rot daher 3 Stücke, auf Schwarz 2 Stücke zu setzen: Differenz 1 Stück auf Rot setzen. Es kommt die 18, Gewinn, Satzende mit 1+! Auch der zweite Abschnitt endet mit einem Gewinn von 1 Stück.
Aus dem Beispiel geht der Vorteil des Differenzspiels deutlich hervor. Man hat auf Rot und Schwarz maximal drei Stücke Kapital benötigt und zwei Mal ein Stück gewonnen. Ohne Differenzsatz wurden 10 Stücke Kapital benötigt, und das Ergebnis war Null.
Der Autor empfiehlt ein Kapital von 60 Stücken. Wenn nach einer längeren Durststrecke nur noch kleine Verluste vorhanden sind, sollte man nur so viel setzen, wie nötig ist, um auf Null zu kommen, auch wenn die Differenz im theoretischen Satz einen weit höheren Einsatz vorschreibt.
gruss charly













