Ist es vorteilhaft, mehrere Einfache Chancen gleichzeitig zu bespielen? (2)
Jetzt gehen wir einen Schritt weiter und nehmen an, dass unsere Methode 5% Gewinnüberschuß (masse-égale) einbringt, d. h. wir erwarten langfristig einen Gewinn von 5 Stücken auf je 100 Sätze. Nun kombinieren wir die Gewinnerwartung mit der mittleren Ergebnisschwankung je Partie.
Bei 100 Sätzen auf
einer Einfachen Chance erhalten wir: + 5 + 10 = + 15, und + 5 – 10 = – 5. Das Mittel aller Gewinnpartien wird also + 15 Stücke sein, das Mittel aller Verlustpartien
– 5 Stücke.
Wollen wir in einer Partie mehr als durchschnittlich fünf Stücke gewinnen, so können wir natürlich einfach die Satzeinheit auf z. B. drei Stücke festsetzen. Damit gewinnen wir bei 100 Sätzen 15 Stücke, aber die Schwankung ist natürlich auch dreimal größer, also + 45 und – 15 Stücke.
Setzen wir aber während 100 Coups alle
drei Einfachen Chancen mit der Einheit von 1 Stück, so gewinnen wir im Schnitt auch 15 Stücke in einer Partie, denn jede Chance bringt + 5 Stücke!
Da jetzt aber die mittlere Abweichung für 300 Sätze gilt (ca. plus-minus 17 Stücke) können wir im Mittel + 32 Stücke, bzw. – 2 Stücke erwarten: + 15 + 15 = 32 und 15 – 17 = – 2 Stücke.
Bei gleichem mittleren Gewinn von 15 Stücken und demselben Kapitalumsatz pro Partie, wird das Sitzungsergebnis beim Spiel auf drei Chancen einen viel kleineren Écart aufweisen, als wenn nur eine Chance mit dreifacher Satzhöhe gespielt wird! Berücksichtigt man jetzt die Zéroverluste, so sind von allen Werten noch ca. vier Stücke abzuziehen.
Natürlich kann man das gleiche Ergebnis auch erzielen, wenn man 300 mal 1 Stück auf nur eine Einfache Chance legt, aber dann muss man eben 300 Coups lang am Spieltisch sitzen!
Zusammenfassung:
Innerhalb einer festgelegten Coupanzahl ist es écartmäßig bedeutend günstiger, den Kapitalumsatz auf mehrere Einfache Chancen zu verteilen, als mit entsprechend höheren Sätzen nur eine Chance zu spielen. Der Gewinnüberschuß eines Systems – sofern vorhanden – ändert sich dadurch nicht. Auch die Zéroverluste sind in beiden Fällen gleich hoch.
Anmerkung der Casino Journal Redaktion:
Für Neulinge, soweit sie obigen Artikel verstehen, der eigentlich nur für roulettewissenschaftlich Vorgebildete geschrieben wurde, muss hier betont werden, dass die erwogenen Vorteile nur für Parallel-Chancen gelten. Darunter versteht man Chancen die gleichzeitig gewinnen können. Es ist also kein Vorteil zu erzielen, wenn man zu gleicher Zeit auf zwei Dutzende o. ä. spielt, da immer nur ein Dutzend gewinnen kann!
(CJ. 27/1974, Seite 45-47.)
Für
Kurt von Haller gilt Schubert zu der Kategorie eines „Roulett-Theoretikers, der seit den 1960er Jahren durch beachtenswerte Fachaufsätze bekannt geworden ist“. So bespricht er Schuberts Artikel in seinem Buch DIE BERECHNUNG DES ZUFALLS (1979), S.426-428 und im ROULETT LEXIKON S. 105-107, bei dem er am Ende schrieb: „Wir verdanken Helmut Schubert die Erkenntnis und den Nachweis, dass es ecartmäßig bedeutend günstiger ist, den Kapitalumsatz jeweils auf Parallelchancen zu verteilen, statt auf einer Chance höher zu setzen.“
Psi
Bearbeitet von PsiPlayer, 23 August 2009 - 14:57.