Hallo Hallo an alle,
wie viele andere bin auch ich auf der Suche nach einer Erklärung für das Phänomen Zufall, beziehungsweise auf der Suche nach einer Art Struktur in diesem nach außen hin so chaotisch anmutenden Gewirr aus Zahlen, die dem Zufall entspringen. Nachdem ich diesen Thread hier komplett von vorne bis hinten durchgelesen habe (etliche Posts speziell von @Nachtfalke auch öfter als einmal), bin ich bei meinen Überlegungen zum Phänomen Zufall wieder ein Stückchen weitergekommen.
Um jedoch auch unabhägige Meinungen zu meinem Ideen und Gedankenkonstrukten einzuholen möchte ich einmal die fundamentalen Dinge meiner Überlegungen hier hereinschreiben und öffentlich zur Disskussion stellen.
Um das Phänomen "Zufall" ergründen zu können, ist meiner Meinung nach das mehrmalige Hinterfragen und Durchdenken der eigentlich logischen und von aller Welt so hingenommenen Fakten nötig. So banal und primitiv das jetzt klingen mag, muss man sich - wie es auch im Thread "These A" angeregt wurde - darüber im Klaren sein, dass der Zufall "in seinen Ausprägungen UNBESCHRÄNKT und UNDENDLICH ist". Auf den ersten Blickt mutet diese Aussage wahrscheinlich trivial an; ist ja auch logisch: Der Zufall ist - bis jetzt - noch nicht ergründbar.
THEORETISCH könnte der Zufall alles, sprich jede Figur, jede Serie egal welcher Länge, jede Intermittenz, einfach alles erzeugen. Er könnte 1000 Mal hintereinander die gleiche Zahl bringen, um anschließend über 10000 Coups immer abwechselnd Rot, Schwarz, Rot, Schwarz...usw zu bringen. Niemand kann den Zufall an dieser Tätigkeit hindern. Absolut niemand. Nicht einmal die Wahrscheinlichkeitstheorie. Eine 1000er Serie einer bestimmten Zahl wird von der Wahrscheinlichkeitstheorie ja nicht verboten, sondern ihr wird nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit zugewiesen. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht null, aber halt doch ziemlich klein.
Des weiteren sollte man sich im Klaren sein, dass nicht erst die Gesetz des Zufalls waren, sondern zuerst war der Zufall an sich selbst. Irgendwann einmal (nach genügend langem Beobachten) haben sich einige Menschen daran gemacht, Gesetzmäßigkeiten, den Zufall betreffend zu formulieren, was wir heute als Wahrscheinlichkeitstheorie in Händen halten, und Tag für Tag anwenden. Wichtig ist, dass erst durch
BEOBACHTEN der Ergebnisse, die der Zufall produziert, diese Gesetzmäßigkeiten formuliert wurden. Für extreme und extremste Fälle wie 1000 Mal hintereinander dieselbe Zahl wurde ebenfalls eine Wahrscheinlichkeit definiert, obwohl ein derartiges Ereignis noch nie gesichtet wurde.
Soweit so gut. Der Zufall kann also theoretisch alles erzeugen.
Wir, die wir hier und heute stehen, verstehen es aber nun, zu urteilen, ob ein Ergebnis zufällig ist, oder ob es nicht zufällig ist, was aus den oben beschriebenen Begebenheiten durchaus paradox scheint. Wenn der Zufall wirklich unendlich viele Ausprägungen hat, warum werden dann solche extreme Phänomene nie beobachtet? Wenn ich heute Abend ins Casino fahren würde (was ich angesichts meines Alters eh nicht darf, aber egal

), warum würde ich hier und heute keine 50er Serie einer bestimmten Zahl sehen?
Ein Beispiel: Es fällt die 25. Im nächsten Wurf ist es genauso wahrscheinlich, dass die 25 fällt, wie dass die 35 fällt, oder die 24, oder die 0. Die Wahrscheinlichkeit beträgt exakt 1/37. Doch warum werde/würde ich das heute Abend nicht erleben. Warum? Schafft es der Zufall also doch nicht, zu jedem beliebigen Zeitpunkt jedes Ergebnis zu produzieren? Was hindert den Zufall daran? Ich durch meine Anwesenheit?
Sehr paradox.
Wo wir aber schon mal bei "Beeinflussung durch Anwesenheit" sind, möchte ich dazu ebenfalls eure Meinung einholen. Hier im Thread wurde dieses Thema ja ebenfalls diskutiert, und man hat sich mehr oder weniger darauf geeinigt, dass die Anwesenheit jedes Einzelnen - egal ob er spielt oder nicht - einen Einfluss auf das kommende Ergebnis hat. Man stelle sich einen ganz interessierten Zuschauer vor, der dem Coupier zu nahe kommt, sodass sich der Coupier beengt fühlt. Der Coupier bittet diesen besagten Gast daher, etwas Abstand zu nehmen. Just in diesem Moment, dieser kurzen Zeitspanne, in der der Coupier anderweitig beschäftigt war, haben sich die Vorraussetzungen für das nächste Ergebnis grundlegend geändert. Die Scheibe hat ihre Geschwindigkeit minimal vermindert. Ab hier läuft wieder alles gleich: Wenn die Kugel beim Coupier vorbeikommt, nimmt er sie, dreht die Scheibe wieder an, wirft die Kugel, und das nächste Ergebnis kommt. Hätte der Coupier NICHT den aufdringlichen Gast zurechtweisen müssen, so wäre das Ergebnis wahrscheinlich ein anderes. Alleine durch die bloße Anwesenheit, hat sich das Ergebnis geändert.
Und auch damit lässt sich meiner Meinung nach begründen und erklären, ob zwischen den Coups ein Zusammenhang besteht: Ich persönlich bin sehr stark der Ansicht, dass jeder Coup aus der Vergangenheit Einfluss auf die Zukunft hat.
Wiederum ein Beispiel: Der Coupier wirft, die Kugel macht, was sie immer macht, und fällt auf die 11. Alle Gewinne werden ausgezahlt, die Bank kassiert, alles ist wie immer. Sobald diese ganzen Geschäfte abgeschlossen sind, nimmt der Coupier die Kugel aus dem Fach mit der Nummer 11, wenn sie beim Coupier vorbeikommt, dreht die Scheibe wieder an, und wirft wieder. Wenn dieses "Herausnehmen, Andrehen und Abwerfen" immer einigermaßen gleichmäßig passiert, so ist doch damit gewährleistet, dass der letzte Coup ausschlaggebend für den folgenden ist. Wäre die Kugel in einem anderen Fach außer der 11 gewesen, wäre der Abwurfort ein anderer gewesen, und somit das nächste Ergebnis auch ein anderes. Das scheint doch durchaus logisch.
Wäre es anders, und würde die Scheibe nach jedem Auszahlen angehalten, auf eine Art "Nullstellung" gebracht (beispielsweise die Zero exakt unter einer bestimmten Raute), und würde der Coupier dann andrehen (egal mit welcher Geschwindigkeit) und die Kugel einwerfen, so wäre kein Zusammenhang zwischen dem letzten Coup und dem folgenden mehr vorhanden.
Soweit meine Ansichten
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Meinung dazu kundtun würdet
Erwartungsvoll,
Aprilscherz