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-Beitrag-
Hi Leut'!
Nachtfalke sagte am 19 Feb 2009, 08:53:
Ich halte das Spiel für einen Bestandteil der Naturgesetze
und für einen Spiegel unserer Gesellschaft.
Dieses Niveau hat mir schon immer den Respekt abgefordert. Hut ab, Nachtfalke!
Es ist etwas, was uns'rem Sachen abgeht.
Er scheffelt seine Mäuse (sehr gut) und stellt die "Reine Lehre" an den Pranger (nicht allzu sehr gut).
Wenn ich ihn mag, dann wird es wohl an der Tatsache liegen, dass er
sehr ehrlich 'rüberkommt. Und dieses Unverstellte macht seine Position nicht
nur legitim. An dieser Position stärkt er. Und starke Leute, wenn sie nicht gerade
kriminell angehaucht sind, sind immer eine Bereicherung.
Sachse liegt in seiner Ablehnung der "mataphysischen, reinen, ganzheitlichen,
Psi-Hokus-Pokus Roulett-Theorie" falsch. Doch stark im Unrecht kann manchmal
besser sein, als schwach im Recht.
Das Roulett-Spiel beruht nicht nur auf einem Bestandteil der Naturgesetze.
Das Spiel spiegelt geradezu den Mechanismus wieder, der unsere Wirklichkeit
antreibt und in Bewegung hält.
Das Roulett zeigt unverhüllt den Motor.
Und genauso wie sich Autofreaks fasziniert über einer geöffneten Motorhaube
eines starken PS-Mosters beugen, so stehe ich fasziniert vor dem Kessel.
Ab und zu vergesse ich dabei das Spielen.
Der in unserem Leben omnipräsente Zufall, dessen Existenz Viele verneinen und
stattdessen lieber einen personifizierten Schöpfer am Werke sehen, da sie sich in
seiner Obhut geborgener wissen, ist nicht weniger bewunderungs- und
huldigungswürdig als dieser vermeindliche Schöpfer.
Und unter den Fittichen des Zufalls fühle ich mich unvergleichlich sicherer als unter
der Obhut eines allmächtigen Super-Wesens bei dem ich nicht in der Lage bin, ihm seine
Güte abzukaufen. Die Gerechtigkeit des Zufalls steht für mich dagegen ausser Frage.
Ihm kann ich voll und ganz vertrauen. Ich empfinde den Zufall nicht nur als gut.
Ich empfinde ihn als sehr gut. So gut, dass die Werte-Hierarchie hierbei aufgehoben wird,
da keine Steigerungsform mehr da ist.
Und bevor Jason es dazuschreibt, schreib' ich lieber selbst: Amen.
Da wir hier in einem Glaubens-Thread sind, so darf ich auch mein Credo bekunden.
Über Glauben kann man schlecht diskutieren.
Und ich diskutiere ungerne darüber.
Glaubensdiskusionen werden meistens von Ungläubigen geführt, die sich ihres Unglaubens
nicht bewusst werden.
Jemand, der Andere bekehren will, glaubt selbst nicht an die Wahrheit des von ihm
verkündeten Glaubens.
Es ist etwas wie mit den Systemverkäufern - Und hier schliesset sich der Bogen wieder -
Ein Systemverkäufer verkauft, weil er an sein System nicht glauben kann.
Systemverkäufer und religiöse Bekehrer betrügen. Und es hilft wenig, dass sie es
meistens unbewusst tun.
gruss
waldek