brian sagte am 25 Apr 2010, 14:28:
Wer nicht zum Glauben erzogen wurde, der glaubt wohl auch nicht an etwas Vorhersehbares im Zufall. Er KANN nämlich garnicht glauben. Ihm fehlt die Grundeinstellung, die man dem anderen in die Wiege gelegt hat. Wer überhaupt keinen Glauben hat ist ein armer Mensch. Der hat keinen Gefallen an Gott, keinen Gefallen am Spiel und keinen Gefallen am Zufall. Er hat eigentlich garnichts. Weil er nur als Zahnrad im Getriebe des Rationalen sein Dasein fristet bis er irgendwann stirbt. Das wars dann.
Brian
Hallo Brian,
meine Großmutter hat während meiner frühen Kindheit in der Nachkriegszeit einen Großteil meiner Erziehung
geleistet, weil ich keinen Vater hatte und meine Mutter berufstätig war.
Damals habe ich früh und abends gebetet und mit vielleicht 10 Jahren bitterlich geweint, dass meine Mutter
und mein neuer(Adoptiv)vater nicht ebenso wie Oma, Opa und ich in den Himmel kommen können, weil sie
nicht an Gott glaubten.
Im Laufe der Zeit bin ich aber aus irgendwelchen mir nicht bekannten Gründen umgeschwenkt und habe
meinen Glauben aufgegeben. Aufgegeben - nicht verloren, weil es willentlich geschah.
Meine Eltern haben mich meiner Erinnerung nach jedenfalls nicht direkt beeinflusst. Allenfalls indirekt durch ihr Vorbild.
Es ist also offensichtlich zwar "Schicksal", in welchen Glauben man hineingeboren wird aber jeder von uns hat
doch so etwas wie einen freien Willen und ist bei elementarer Bildung zu selbständigem denken fähig.
Ich betrachte mich ohne Glauben durchaus nicht als armen Menschen, weil ich zwar nicht den süßen Traum
vom ewigen Leben an Gottes rechter Seite träume aber doch eine Menge Freude in meinem Leben hatte und
hoffentlich noch lange habe. Ich finde zwar keinen Trost im Glauben aber ich unterliege eben auch nicht den
Zwängen und Ängsten eines Gläubigen. Wer hat als gläubiges Kind denn KEINE Angst vor dem Teufel, der Hölle
und allem möglichen Horror gehabt? Wer glaubt ist aus meiner Sicht nicht frei - so weit das überhaupt möglich ist.
An Gott kann ich keinen Gefallen finden, weil ich ihn für nicht existent halte.
Wenn Du mich aber fragst, ob ich ihn gut fände, gäbe es ihn, sage ich Dir: Ich würde ihn sofort in sein Amt einsetzen,
wenn ich dazu fähig wäre, denn nur mit Gott ist das ewige Leben möglich und wer hätte das nicht gern?
Leider bekomme ich ihn nicht in meinem Weltbild unter und gegen meinen Verstand mir etwas einreden, werde ich nicht.
Zitat:
"Weil er nur als Zahnrad im Getriebe des Rationalen sein Dasein fristet bis er irgendwann stirbt. Das wars dann."
Ja, leider aber kaum zu ändern!
sachse