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-Beitrag-
Edelgard II sagte am 22 Feb 2009, 00:08:
Nachtfalke sagte am 19 Feb 2009, 08:53:
"...Ich halte das Spiel für einen Bestandteil der Naturgesetze
und für einen Spiegel unserer Gesellschaft.
Ein Grund ist das unerhörte Anfängerglück, als ich anfing..."
"..Bankierswitwe und sachse haben Zweifel, dass es mehr Rouletteneulinge mit Anfängerglück als mit Anfängerpech gibt. Wie siehst Du das?
Du berichtest, dass Du
unerhörtes Anfängerglück hattest. Wie kannst Du hieraus ableiten, dass das Spiel ein Bestandteil der Naturgesetze und ein Spiegel unserer Gesellschaft ist..?"
Ich leite dies auf derselben Grundlage ab, innerhalb derer sich alles um uns herum abspielt.
Aber diese Frage zu beantworten bedarf sehr komplexen Überdenkens.
Glaube ist ja kein Begriff, der aus dem evolutionären Prozess ausschert.
Vielmehr ist der Glaube -wie wir ja festgestellt haben- alles
das, was sich bei uns mit Wissen nicht "bestätigen" lässt. Damit erwächst der Glaube als ein "Ersatz" für
faktisch vorhandene, aber geistig nicht erfassbare und so mittels unseres Denkens für ihre Entstehung nicht greifbare Resultate.
Fazit:
Wir sehen ein Resultat, ohne den Weg, der zu ihm führte, nachvollziehen zu können.
Wenn gläubigen Christen es nun zuwider ist, Jesus Christus mit einem
"Taschenspieler" zu vergleichen oder es Muslimen erzürnt, wenn die bei der Rückeroberung Mekkas eintretenden Naturgewalten, die den weit schwächeren Truppen Mohammeds die Vereinnahmung Mekkas ermöglichten, als
"bloße Zufälle" abgetan werden, mögen sie sich vor Augen halten, dass es keine Religion gibt, innerhalb derer diese "Zufälle" oder "Unerklärlichkeiten" nicht eine tragende Rolle für den Glaubensaufbau spielen - die (meist mündlichen) "Überlieferungen", in denen in der Euphorie der "Jünger" teils etwas hinzugedichtet, in nachfolgenden Generationen teils etwas weggelassen wurde, mag die inhaltliche Abrundung all dessen verdeutlichen, was in letztendlicher Fassung unseren heutigen Generationen vorliegt.
Ersetzen wir die in den Lehren enthaltenen Zufälle oder Unerklärbares mit dem Begriff "Gott" (was faktisch den mystischen Inhalt der meisten Religionsschriften darstellt), dann erhalten die mit ihnen in Verbindung gebrachten Personen eine entsprechende Aura, in der oder mittels derer sie fortan "dramaturgisch" agieren. Durch die Jahrhunderte mit entsprechenden Glaubensritualen versehen, die von Generation zu Generation und dem entsprechenden Umfeld entsprechend weitergereicht werden, erhält "Glaube" eine traditionelle Position bei den Menschen, die sich in Esthetik, Ethik und alltäglichen Stellenwerten widerspiegelt.
Sie anzuzweifeln ist legitim.
Wer dies nicht will, kann sich davon verabschieden.
Sie wissenschaftlich zu untersuchen ist sinnlos.
Diesen wissenschaftlichen Anspruch haben ihre Urheber nie erhoben.
Sie haben mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mittels lediglich
Wertstellungen und Orientierungsmöglichkeiten aufgezeigt - ihrer Situation oder ihren Idealen entsprechend.
Der Weg, wie sie dies erreichten ist sekundär.
Übrig bleibt das Fundamentale, bei dem sich ein jeder aussuchen kann, ob es für ihn noch fundamental ist oder nicht - und wenn ja... ...in welchem Umfang.
Wenn wir heute von einem "Wunder" reden, dass
Jesus von Nazareth auf dem Wasser gelaufen ist, mag man seinerzeit dafür keine Erklärung gefunden haben, weshalb sich das so verhielt. Im Taumel der Begeisterung für die Erscheinung eines "Sohn" Gottes mag man in seiner Aura vielleicht übersehen haben, dass da eine Sandbank war.
Die Frage ist doch nicht die, ob es sich so verhielt - oder nicht.
Dies wäre die wissenschaftliche Frage.
Glaube ist aber nicht mit Wissenschaft in Verbindung zu bringen.
Es kann auch keinen Sinn machen, zu hinterfragen, wie eine "weltweite" Sintflut möglich gewesen sein soll, wenn man sich die geologische Beschaffenheit und die physikalischen Elemente der Erde anschaut.
Auf die Menschen hat dies damals so gewirkt - beispielsweise die Überschwemmung von Gebieten, die im begrenzten Wissen einfacher Menschen ihrer Zeit "die ganze Welt" darstellten.
Der begrenzte geistige Horizont der Menschen vor Jahrtausenden ist nicht entscheidend, sondern
was sich für die Sichtweite der seinerzeit Betroffenen entwickelte, welche Schlussfolgerungen "Lehren" sie daraus zogen und wie sie fortan damit umgingen.
Auf ihrem begrenzten Wissen baut sich unser heutiges auf.
Das vergessen viele.
Alle
Heiligen Schriften der Religionen dieser Welt müssen zumindest in ihrer Zeit eine unerhörte Bedeutung gehabt haben... ...denn letztlich sind
sie es, die zusammenhängend (!) überdauerten - nicht unzähliges Anderes, was sicherlich ebenfalls niedergeschrieben, jedoch nicht überliefert wurde und nicht mehr existiert.
Die mentale Kaft ihrer Verfasser ist bis heute Spiegel der Gesellschaft!!!
Und, Edelgard, sie übt immerfort Einfluss auf unsere Entwicklung aus, sei es die Kraft der
Muslimen, die Kraft der
Hindus, die Kraft der
Buddhisten, die Kraft der
Christen und der
unzähligen anderen Glaubensrichtungen, die bis heute überdauern und die Geschicke der Menschheit mitbestimmen.
Wenn man sich verdeutlicht, dass dies alles auf Zufällen beruht, sind die Ursprünge des Religiösen im Menschen, Inbegriff der Evolution. Sie sind fester Bestandteil menschheitlicher Entwicklung, unverleugbar - ob man nun bewusst "gläubig" ist oder nicht.
Ich habe hier im Verlagsarchiv mehrere Editionen wissenschaftlicher Biografien der 600 gestaltenden Kräfte der Menschheitsgeschichte aus fünf Jahrtausenden. Jede umfasst zwischen 12.000 und 14.000 Seiten. Durch eine Reihe Lebenswege bedeutender Persönlichkeiten habe ich mich hindurchgearbeitet und festgestellt,
dass die Errungenschaften der Menschheit und ihre Entwicklung ausschliesslich auf Zufällen beruhen. Und ich konnte erkennen, dass die Lebenskraft, die Nachdrücklichkeit, das Weitreichende und Vorausschauende und die sich daraus für uns ergebende
Wertstellung eines Muhammad ibn 'Abd Allah oder eines Jehoshua Nazoraios nicht annähernd vergleichbar sind mit dem, was Persönlichkeiten nach ihnen in die Wege geleitet und bewirkt haben.
Am Kult um ihre Person ist messbar, was sie erreichten. Und
die Ursache hierfür war der Zufall.
Auch hier bestätigt sich ein Naturgesetz auf eine für die Menschen bedeutsame Art.
Geht nun ein am Spiel Interessierter an den Roulettetisch, steht er dieser Zufälligkeit bewusst und aktiv gegenüber. Es ist eben
nicht so, dass er sich diesem Zufall ergeben auszuliefern hat, sondern er ist
aktiver Bestandteil dessen. Jeder Spieler sollte also nicht -wie Mathematiker und Statistiker- sich dem Zufall ausliefern, sondern seine aktive Teilnahme daran bewerkstelligen,
da der Zufall nur die Auswirkung des Moments kennt, nicht die der Vergangenheit oder die der Zukunft.
Jeder Spieler beeinflusst den Zufall - allein durch seine Anwesenheit bei dessen Ablauf. Befände er sich nicht im Spielsaal, wäre es ein anderer Zufallsprozess. Wahrscheinlich ist sogar, dass sich aus den Millionen Vorgängen im Umfeld von Zufallsprozessen geschlossene Kreisläufe ergeben. Gesetze, die wir (noch) nicht kennen? Gesetze, deren Bestandteile wir sind. Wir selbst.
Wir - die Spieler!
Denn da die Verteilung der Häufigkeit von Ereignissen beim Fall der Zahlenreihen sich immer wieder angleicht, müssen solche
Gesetzmäßigkeiten bestehen. Es ist das
Geheimnis des Roulette, das sich Erkenntnissen hierüber auch nach Jahrhunderten widersetzt.
Eine Tatsache ist unumstößlich:
Zufallsbedingte Änderungen im Ablauf sind umso gravierender, je früher sie während des Prozesses eintreten. Ihr Ereignis ist logischerweise der Unterbau für die zukünftigen Ereignisse.
Ein Anfänger ist am Anfang dessen "Lebenspermanenz" (lt.
Sachse).
Verliert er am ersten Tag, ohne Spaß an dem Vorgang zu haben, zieht er vielleicht die Schlussfolgerung, dass es keinen Sinn ergebe, an diesem Prozess aktiv teilzunehmen (statistisch-mathematische Schlussfolgerung oder auch "
Zero Boys"-Mentalität).
Seine Lebensader ist bereits versiegt: einmal
Zero Boy - immer
Zero Boy.
Ein solcher Spieler verabschiedet sich vom Roulettegeschehen.
Er hat sich schon bei seinem ersten Einsatz verabschiedet - egal ob er gewinnt, oder nicht.
Denn Sinn eines Spiels mit dem Zufall ist, sich mit dem Ergebnis -so oder so- zufrieden geben zu müssen; es ist der Inhalt dieses Spiels (ansonsten wäre es keins).
Ist es nicht ein Versuch, sich den Naturgesetzen zu entziehen, wenn man sich diesem Spiel verweigert?
Ist die Flucht in die
Mathematik nicht die Scheu, sich dem Allumfassenden der Naturgesetzlichkeit zu entziehen?
Ist es nicht die Angst, sich nur in
das trügerische "Wissen" hinein zu verbarrikadieren; unser "Wissen", das lediglich sehr begrenzt ist, ohne in Erwägung zu ziehen, welche Weiten den nächsten hundert Generationen bevorstehen - deren
erweitertes Wissen?
Ist diese Eigenschaft, sich aus allem Risikobehafteten herauszuhalten, nicht eine Eigenschaft der "zivilisierten Menschheit", die es gewohnt ist, sich lieber in gesellschaftlicher Sicherheit zu wiegen,
eingebettet in das Wissen, über das wir jetzt verfügen, ohne sich dem zu stellen, was danach noch kommen wird?
Ist es wirklich das schnöde Geld, das wir gewinnen können - oder ist es
der spielerische Umgang mit dem Zufall; die zunehmende
Erfahrung, wie wir uns sicher in den Milionen Zufallsprozessen bewegen können (der
"Sechste Sinn"), zu denen uns Roulette eine Vorlage liefert?
Hätte
Mohammed als seinerzeit reicher Bürger Mekkas sich den Auflagen der Quraisch gebeugt und
das sichere Eingebettetsein in die bestehenden Gesellschaftsverhältnisse vorgezogen, wäre die spätere Übernahme der Stadt nicht weltgeschichtliches Ereignis; hätte er nicht den Mut zum Risiko hehabt, den
Zufall der Naturgewalten für sich einzunehmen, hätte er nicht gegen überlegenere Truppen siegen können.
Dies machte ihn zum Held, zum Propheten und zum Vorbild.
Sind es nicht die Naturgesetze per excellance, die alle Ergebnisse maßgeblich beeinflussen?
Edelgard II sagte am 22 Feb 2009, 00:08:
Nachtfalke sagte am 19 Feb 2009, 08:53:
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Ich halte das Spiel für einen Bestandteil der Naturgesetze
und für einen Spiegel unserer Gesellschaft.
Ein Grund ist das unerhörte Anfängerglück, als ich anfing.
"...wie hätte sich Dein Verhältnis zum Roulettespiel entwickelt, wenn Du nicht
unerhörtes Anfängerglück sondern
unerhörtes Anfängerpech gehabt hättest..?"
Mein Anfängerglück war auslösender Faktor.
Es ist wie mit der Permanenz bei Betreten des Spielsaals seitens eines Spielers.
Er sieht nur die Permanenz des Augenblicks seiner Anwesenheit.
Die Permanenz, die laufen würde, ohne seiner Anwesenheit, kann der Spieler nicht sehen.
Sie ist nicht existent.
Ein NACHTFALKEüberBERLIN ohne dessen Vergangenheit ist gleichzusetzen mit dem Umstand,
dass er nicht existieren würde.
Ein Produkt der Naturgesetze.
Ich bin nicht gläubig - aber ich kann und will mich Gott nicht entziehen.
So ist er Bestandteil all dessen, was ich tue - einschliesslich meines Spiels an den Tischen.
In seinem Spiegel sehe ich mich gern.
Beim Klang der Kugel im Kessel.
In Gottes neuen Tempeln.
Nachtfalke.
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