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Süchtige suchen - Suchtfragen des Alltags


278 Antworten in diesem Thema

#61 nimmsgern

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Geschrieben 13 March 2009 - 01:30

Beitrag anzeigenjason sagte am 12 Mar 2009, 20:24:

Hallo Café,
Schreib doch mal was über SEXSUCHT, dann würde Fritzl richtig aufblühen. :rolleyes: :bye1: :blink:

SÜCHTE sind untereinander austauschbar!
Eingefügtes Bild

Gruss
nimmsgern

#62 mauvecard

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Geschrieben 13 March 2009 - 12:54

Beitrag anzeigenFritzl sagte am 12 Mar 2009, 19:11:

Hast Du nichts anderes zum Thema Roulette bei zutragen und sei es nur eine kleine Episode aus eigenem Erleben ???
Ich will Dir nicht auf den Schlips treten, aber auf die Dauer wirken diese,- Deine Einstellungen hier -, wie eine mentale erektile Dysfunktion auf das Forum. :rolleyes:

Gruß Fritzl


... du meinst, er hätte - vulgo - einen hänger??? :blink:

der arme kerl.... :bye1:

gruß mauvecard

#63 Café

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Geschrieben 13 March 2009 - 18:18

Beitrag anzeigenFritzl sagte am 12 Mar 2009, 19:11:

Hallo Cafe,
Nun, bei Deinen Artikel den Du hier einstellst, habe ich das Wort Alkohol weitgehend ersetzt. Denn Inhaltlich gesehen, ist dieser Artikel schon Steinalt.
In ähnlicher Form wurde vor Jahren das Kunsumverhalten auf die Zuschauer bei Zigarettenwerbung im Fernsehen untersucht und veröffentlicht. Das Ergebnis war inhaltlich identisch.
Also wie gesagt ein alter Hut auf neuem Kopf...... nichts neues.

Aber was mir bei Deinen unzähligen Artikeln die Du erGOOGELST und hier einstellst,
auffällt ist, daß das nur Gesetze und Verordnungen über die Pharagraphenreiterei der Glücksspielgesetze sind.
Zumindest fast ausschließlich.

Da stellt sich mir hier die Frage : bist Du der Glücksspielsuchtbeauftragte des Forums ?
Hast Du nichts anderes zum Thema Roulette bei zutragen und sei es nur eine kleine Episode aus eigenem Erleben ???
Ich will Dir nicht auf den Schlips treten, aber auf die Dauer wirken diese,- Deine Einstellungen hier -, wie eine mentale erektile Dysfunktion auf das Forum. :rolleyes:

Gruß Fritzl
Hallo Fritzl,

ob ich ein Glücksspielsuchtbeauftragter des Forums bin, sei dahingestellt. Ich habe zum einen den Eindruck, dass sich sonst niemand darum kümmert, zum anderen aber der "offiziellen" Öffentlichkeitsarbeit das Feld überlassen wird. Und ich hatte zu Beginn meiner Bemühungen den Eindruck, dass rechtlich große Unsicherheit herrscht, die ich mit Informationen beglücken wollte. Das kann jeder interpretieren, wie er will. Und ich habe mich an Artikel gehalten, damit niemand mir den Vorwurf machen kann, dass ich nur eine einseitige Meinung zulasse. Vor einiger Zeit fuhr ich in Berlin mal wieder U-Bahn und was sah ich in den elektronischen Nachrichten? Daß in vielen Spielhallen illegal gespielt werden würde. Solange dies aber europarechtlich nicht abgeklärt ist, kann man wohl schlecht von Illegalität sprechen. Europäische Richtlinien haben ein "Durchgriffsrecht". Und auf das kann man sich berufen. (Usw.)

Wenn es in der großen (2/3) Mehrheit hier nicht gewünscht wird, dass ich mich dazu äußere, bitte, dann lass' ich es bleiben. Ich meine, dass es ein Fehler ist, das Feld anderen zu überlassen. Zur Zeit wird ja der Norwegen-Filter politisch durchgesetzt.

Ich hatte gerade einen Artikel verfasst, aber bitte - ich kann es auch sein lassen.

Du kannst es vielleicht nicht glauben: es macht einfach SPAß.

Es liegt mir fern, irgendjemand hinsichtlich einer etwaig vorhandenen Glücksspielsucht zu belehren. Ich wollte nur aufführen, wie widersprüchlich in der Öffentlichkeit in Bezug auf irgendwelche Süchte argumentiert wird. Und auch darauf aufmerksam machen, welch' ein großes Arbeitsgebiet dieser Bereich geworden ist. D.h. je mehr in diesem Bereich arbeiten, umso stärker wird auch ihre gesellschaftliche Bedeutung. Das kann man daran erkennen, dass mit steinalten Tatbeständen - je nach Gusto - Stimmung gemacht wird. Und merkwürdigerweise hat man sich gerade auf die nicht allzu bedeutende Glücksspielsucht eingeschossen.

Ich möchte nicht, dass das Forum leidet. Deshalb bitte ich um noch mehr Zuschriften von Meinungen, die mit meinen Präsentationen nicht einverstanden sind.

Viele Grüße

Café :blink:

#64 Fritzl

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Geschrieben 13 March 2009 - 18:42

Hallo Cafe,

Das hatte ich geschrieben:

Zitat

Da stellt sich mir hier die Frage : bist Du der Glücksspielsuchtbeauftragte des Forums ?

Dies dazu Du:

Zitat

Zitat

ob ich ein Glücksspielsuchtbeauftragter des Forums bin, sei dahingestellt. Ich habe zum einen den Eindruck, dass sich sonst niemand darum kümmert, zum anderen aber der "offiziellen" Öffentlichkeitsarbeit das Feld überlassen wird.

Zitat

Du kannst es vielleicht nicht glauben: es macht einfach SPAß.
Hmmm, wenn`s Dir soviel Spaß macht........ dann bist Du eben unser Forumseigener Glückspielminister ..... :rolleyes:

Das hatte ich geschrieben :

Zitat

Hast Du nichts anderes zum Thema Roulette bei zutragen und sei es nur eine kleine Episode aus eigenem Erleben ???

Bei dieser Meinung bleibe ich schon, .....
aber nur als Vorschlag: würze Deine zukünftigen Artikel mit ein paar " nebensächlichkeiten " ab, das lockert die Materie auf.

Wie wärs zur Abwechlung mal einen Schwank aus Deiner Jugendzeit ???
( Denn es müssen nicht immer nur ausschließlich Pharagahpen sein )

Gruß Fritzl

#65 strolchiii

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Geschrieben 13 March 2009 - 20:09

:kaffeepc: Caf'e moin
Must Du denn immer so viel trinken?( Mutter=weg.2. Glass Mariacron, 1G.Wein)
Mutter: jetzt bist Du restlos dem Teuf. verfallen,der+Der hat Dich in Westerland da + da gesehen...(ca.500km weit wech), ...war'n :werweiss: " Freund" aus früherer Zeit..ICH hatte ne' MIO geschaft, ER nich...
Quintessenz: wer im Gl.-Haus sitzt werfe den 1. STEIN...
................................
Viele ,,Entscheider" sind korrupt , sie wissen's nur nicht, + dies' sehen ,trauen sich nicht, weil sie selber....

l.Caf'E ICH binweiter Interessiert
:warn: :warn:

STROLCH

#66 Café

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Geschrieben 13 March 2009 - 20:10

Hallo Fritzl,

aus eigenem Erleben kann ich von einem Besuch der Spielbank Berlin im Jahre 1988 berichten, wo ich in fünf Tagen mit der Martingale DM 1.000,00 verlor.

Das war's.

Dann war ich noch einmal 2007 in der Spielbank Berlin in der Hasenheide.

Ich habe im Jahre 1980 mir das Buch "Die Berechnung des Zufalls" gekauft. Und merkwürdigerweise begleitet es mich auf eine "merkwürdige Weise".

So ist das manchmal.

Immerhin hat es dazu geführt, dass ich mich - immer wenn ich Zeit hatte - eingehend mit dem Roulettethema beschäftigte, immer in der Hoffnung doch noch eine Lücke zu finden. Warum die Martingale nicht funktioniert, habe ich dann schnell kapiert - aber erst nach der geduldigen Beschäftigung mit dem Thema.


Café :kaffeepc:

#67 nimmsgern

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Geschrieben 14 March 2009 - 00:10

Hallo cafe,

eine kleine Randbemerkung von mir war, Süchte sind untereinander austauschbar. Auch wenn es vielleicht witzig begleitet war.

Wer sich mit Süchten beschäftigt, kennt diesen Umstand. Von daher ist es ein enorm weites Feld und eigentlich weiß man nicht, wo man beginnen und wo man aufhören soll. Sei es Arbeitssucht, Fressucht, Alkoholsucht, Putzssucht, Internetsucht, Spielsucht, Tablettensucht, Nikotinsucht und.. und.. und, also Abhängigkeiten insgesamt. Das Perfide ist, alle Abhängigkeiten sind untereinander austauschbar.

Nicht selten flüchten sich Abhängige bei der Bekämpfung ihrer Sucht in eine neue Abhängigkeit, ohne dies zu bemerken. Umso schwerer ist es für den, der sich der Süchtigen annimmt. Daraus spricht auch eine gewisse Resignation, da sich das praktisch nicht verhindern lässt. Ich persönlich finde das aber o.k., sobald die Sucht nicht mehr das soziale Umfeld schädigt.

Eines ist aber klar, Süchte suchen sich ihren Weg, egal ob man dafür andere verantwortlich macht. Und von Schuld sollten wir erst garnicht reden. Wenn es Dir Spass macht, sich da mit zu beschäftigen, ist es o.k. Ob Du Süchtigen eine Hilfe bist, möchte ich nicht beurteilen.

Gruss
nimmsgern

#68 efes

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Geschrieben 14 March 2009 - 11:03

Hallooo Kaffeeee... :warn:

Beitrag anzeigenCafé sagte am 13 Mar 2009, 18:18:

Wenn es in der großen (2/3) Mehrheit hier nicht gewünscht wird, dass ich mich dazu äußere, bitte, dann lass' ich es bleiben...
Sollen wir für dich noch nen Wahltag veranstalten?

Beitrag anzeigenCafé sagte am 13 Mar 2009, 18:18:

Ich hatte gerade einen Artikel verfasst, aber bitte - ich kann es auch sein lassen.
Deshalb bitte ich um noch mehr Zuschriften von Meinungen, die mit meinen Präsentationen nicht einverstanden sind.
Jawoll. Schlagt mich, beisst mich, gebt mir Biernamen. Stell dich doch man nich so an. Hier is ab & zu halt ein rauerer Ton. Macht doch nix, wenn man hinterher wieder gemeinsam einen :kaffeepc: heben kann.

Beitrag anzeigenCafé sagte am 13 Mar 2009, 18:18:

Ich wollte nur aufführen, wie widersprüchlich in der Öffentlichkeit in Bezug auf irgendwelche Süchte argumentiert wird.
Damit hast du ja völlig recht. Die Sucht selbst ist schliesslich widersprüchlich, und die Süchtigen sind widersprüchlich - da machen die Therapeuten und Forscher fröhlich mit und sind auch widersprüchlich. Selbst die Politiker, die dann als Folge unbedingt Gesetze machen, sind höchst widersprüchlich.

Beitrag anzeigenCafé sagte am 13 Mar 2009, 18:18:

Und auch darauf aufmerksam machen, welch' ein großes Arbeitsgebiet dieser Bereich geworden ist.
Ist ja auch gut so. Mach weiter so. Ein großes Arbeitsgebiet in allen Schattierungen. Das macht die Sache umso spannender. Ich weiss inzwischen nicht mehr, auf welcher Seite härter um den schnöden Mammon gekämpft wird, an der Sucht"forscher-", an der Zocker- oder an der Casinobetreiberfront.

Ich finde, das haben unsere Herren und Damen Politiker in ihrer ganzen Ignoranz mal wieder sauber hingekriegt.

efes

Bearbeitet von efes, 14 March 2009 - 11:13.


#69 mauvecard

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Geschrieben 14 March 2009 - 21:41

@café:

ich mach keine langen worte: mach weiter!

gruß mauvecard

#70 Café

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Geschrieben 17 March 2009 - 19:11

Beitrag anzeigennimmsgern sagte am 14 Mar 2009, 00:10:

Hallo cafe,

Ob Du Süchtigen eine Hilfe bist, möchte ich nicht beurteilen.

Gruss
nimmsgern


Hallo nimmsgern,

das weiss ich allerdings auch nicht. Aber ich habe auch den Eindruck, dass um dieses Thema herumgedruckst wird und dieses Herumdrucksen dann einen Raum für Interessierte gibt, sich des Themas zu bemächtigen und eine Deutungshoheit darüber zu gewinnen. Indem man das Thema bespricht, wird jedenfalls ein allgemeines Bewusstsein darüber geschaffen, was es ist und was eben nicht ist. Und die Gier steckt in uns allen. Sucht ist eine pathologische Form dieser Gier. Und wenn 90% der Deutschen süchtig sind, ist das Thema wenigstens beschäftigenswert.

Insbesondere wenn man die politische Relevanz in diesem Thema erkennt.


Café :kaffeepc:

Bearbeitet von Café, 17 March 2009 - 19:23.


#71 Café

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Geschrieben 17 March 2009 - 19:14

Beitrag anzeigenefes sagte am 14 Mar 2009, 11:03:

Hallooo Kaffeeee... :spocht_2:
Sollen wir für dich noch nen Wahltag veranstalten?

Jawoll. Schlagt mich, beisst mich, gebt mir Biernamen. Stell dich doch man nich so an. Hier is ab & zu halt ein rauerer Ton. Macht doch nix, wenn man hinterher wieder gemeinsam einen :warn: heben kann.

efes

Hallo efes,

danke für das Streicheln!

Feedback ist ja sinnvoll.


Café :kaffeepc:

Bearbeitet von Café, 17 March 2009 - 19:34.


#72 Café

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Geschrieben 17 March 2009 - 19:15

Beitrag anzeigenmauvecard sagte am 14 Mar 2009, 21:41:

@café:

ich mach keine langen worte: mach weiter!

gruß mauvecard

@mauvecard

danke!


Café :kaffeepc:

#73 mauvecard

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Geschrieben 17 March 2009 - 19:30

gern!

gruß mauvecard

#74 efes

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Geschrieben 19 March 2009 - 21:37

Beitrag anzeigenCafé sagte am 17 Mar 2009, 19:11:

Aber ich habe auch den Eindruck, dass um dieses Thema herumgedruckst wird
Woran machst du das fest? Ich glaube eher, die eine Hälfte hat einfach zu wenig Ahnung von Spielsucht, und dem Rest ist sie nach dem Floriansprinzip egal.

Beitrag anzeigenCafé sagte am 17 Mar 2009, 19:11:

und dieses Herumdrucksen dann einen Raum für Interessierte gibt, sich des Themas zu bemächtigen und eine Deutungshoheit darüber zu gewinnen.
Und wer ist deiner Meinung nach der Kreis der Erlauchten, die sich dieses Themas ausschliesslich annehmen dürfen?

Beitrag anzeigenCafé sagte am 17 Mar 2009, 19:11:

Indem man das Thema bespricht, wird jedenfalls ein allgemeines Bewusstsein darüber geschaffen, was es ist und was eben nicht ist.
Ich harre gespannt und neugierig der Diskussionen mit dir und würde auch als einfacher bescheidener (und unstudierter) Interessierter vor allem letzteres gerne erfahren und mitschreiben dürfen...

Beitrag anzeigenCafé sagte am 17 Mar 2009, 19:11:

Insbesondere wenn man die politische Relevanz in diesem Thema erkennt.
...genau aus diesem Grund.

efes

#75 Café

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Geschrieben 23 March 2009 - 12:30

Beitrag anzeigenefes sagte am 19 Mar 2009, 21:37:

Woran machst du das fest? Ich glaube eher, die eine Hälfte hat einfach zu wenig Ahnung von Spielsucht, und dem Rest ist sie nach dem Floriansprinzip egal.
Und wer ist deiner Meinung nach der Kreis der Erlauchten, die sich dieses Themas ausschliesslich annehmen dürfen?

efes

@efes

Es ist einfach ein Eindruck. Man konzentriert sich auf ein Thema. Und das ist dann interessenbezogen. Darum geht es mir. Zu hinterfragen welche Interessen sich plötzlich auf einen Suchtbereich stürzen, um in der Öffentlichkeit Politik so zu inszenieren, dass es angeblich keine Alternative zu der angestrebten Politik gäbe. Also entsprechend der Strategie - erst einmal die Zielvereinbarung - und dann überlegen wir, wie wir dieses Ziel hinbekommen. Das ist der eigentliche Grund, warum mich das Thema interessiert.

Es könnte ja auch der umgekehrte Weg gegangen werden: Wir stellen fest, dass es Probleme gibt. Also erst einmal Analyse. Dann beschäftigen wir uns damit, wie es dazu gekommen ist. Und dann können wir uns überlegen, ob es nicht ausreicht, einen Baustein im Problembauwerk herauszunehmen oder einen mit einer anderen Qualität einzubauen, um den gleichen Effekt des Problemabbaus zu erreichen.

Das ist die sowjetische Art, Raketen zu bauen. Das Space-Shuttle geht in den Ruhestand, die Sojus-Kapseln funktionieren immer noch. Wohlgemerkt die sowjetische Art funktionierte nachweislich beim Raketenbau. Im Alltag offensichtlich weniger.

Im Krankenhauswesen scheint sich diese Art des Denkens neuerdings auch versuchsweise zu etablieren. Es gibt die Erkenntnis: "Wir machen alle Fehler! Lass' uns doch von den Fehlern lernen." Nur gibt es das Problem der Verantwortlichkeit. Das wird durch anonymisierte Formen der Fehlerbekanntmachung behoben. So entsteht ein Bewusstsein darüber, dass andere erst einmal auch Fehler machen und es gibt durch die Fehlerbekanntmachung das Bewusstsein darüber, dass evt. die eigene Handlungsweise die Fehlerverursachung bei anderen auslöst.

Wogegen ich mich wende ist die Poppersche Art des Denkens: "Wir haben ein Problem? Lass es uns lösen. Gibt es neue Probleme aus der Lösung? Nun, dann lass uns diese neuen Probleme lösen. Ergeben sich schon wieder Probleme aus den Lösungen der Probleme der ursprünglichen Problemlösung? Lass uns neue Lösungen der Probleme aus den Problemlösungen der Lösungen für die ursprüngliche Problemlösung entwickeln. Etc."

Mir scheint aber die Diskussion um die Spielsucht darauf hinauszulaufen, dass man die Verursachungsentwicklung völlig unterschlägt, um damit in der Öffent-lichkeit Imageverluste zu vermeiden. So reduziert sich die öffentliche Diskussion auf das Thema der Spielsüchtigen, vermeidet aber die Diskussion um die suchtauslösenden Momente. Oder gab es schon immer 90 % Süchtige? Ich habe da meine Zweifel. Das ist eine ähnliche Diskussion - nur in einem ganz anderen Bereich - wie die Debatte um die Arbeitslosigkeit. Man reduziert das Problem auf die mit dem Problem Behafteten. Man meidet die wechselseitige Verantwortlichkeit. Dies hat auch seine Logik: Es ist einfacher einen Menschen - schwach, da einzeln - verantwortlich zu machen, als das komplizierte Wechselspiel zwischen Menschen und zwischen Menschen und Organisationen zu überlegen und zu analysieren und deren Verantwortlichkeit jeweils festzumachen. Deshalb hatte ja auch Ronald Reagan so einen großen Erfolg.

Der Kreis der Erlauchten kann sich - aus meiner Sicht - aus denjenigen bilden, die zum einen die Erfahrung haben, sich selbst kritisch zu hinterfragen oder aber sich ohne Erfahrung hinterfragen, wobei die eigenen Schwächen immer mit im Beobachtungsfeld sein sollten. Letztere sind deshalb so interessant, weil es innerpsychische Strukturen gibt, aus denen man nicht herauskann oder aber aus denen man auch nicht heraus WILL. Jedenfalls kann man an ihnen festmachen, warum man so reagiert, wie man reagiert. Und das kann durchaus individuell unterschiedlich sein. In diesem Zusammenhang interessiert mich lediglich die Spielsucht und nicht andere Arten von Süchten, die etwa durch Zufuhr physischer Reize (Alkohol, Drogen o.ä.) zu körperlicher Abhängigkeit führen können. Die Tabakindustrie ist z.B. bekannt dafür, wie sie systematisch physiologische Zusammenhänge im Körper ausforschte, um sich zu überlegen, wo sie eingreifen kann, damit man beim Rauchen bleibt.

Mich interessiert außerhalb der eigenen Schwächen, wie man psychisch manipulierbar ist, so dass man "psychisch" durch Auslösen äußerer Reize aber auch durch Übertragung von Stimmung ein bestimmtes Verhalten annimmt, aus dem man sich selbstbestimmt nicht lösen kann. Hier setzt die Verantwortung der Spielindustrie, aber auch der Gesellschaft (s. Erfolgsmensch-Idol) oder aber auch evt. von Mitmenschen ein. Und das Ganze dann mit Verboten zu lösen, scheint mir nicht dem Ideal dieser Gesellschaft zu entsprechen, in dem jeder "frei" sein sollte.

Aber wie gesagt, eine offene Diskussion scheint deshalb nicht stattzufinden, weil man damit Leuten auf den Schlips tritt.

Ich meine, dass dies durchaus eine Bereicherung wäre, als sich nur ständig mit dem "Internet" (v.d.L.) profilierungsSÜCHTIG zu gerieren.

Richtig ist tatsächlich, dass wohl viele keine Ahnung haben. Und die, die Ahnung haben, leben davon oder ihnen ist es egal, wie Du bereits schriebst.


Café :werweiss:





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