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Süchtige suchen - Suchtfragen des Alltags


278 Antworten in diesem Thema

#226 strolchiii

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Geschrieben 06 March 2010 - 15:47

:kaffeepc:

bei mirr (!!!!!!!!)

#227 Frodo01

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Geschrieben 07 March 2010 - 15:56

Beitrag anzeigenstrolchiii sagte am 6 Mar 2010, 15:46:

und ich Idiot mach nicht SCHLUSS,! oder wenigstenz ne' Pause... :kaffeepc:
ergo(!???) null Selbstbeherrschung, oder doch Sucht
hallo Sachse, bei Spritt + Spiel gehen, die von Dir beschriebenen, Vorgänge ab...

:kaffeepc:

In dem zusammenhang ist mir aufgefallen, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle,
kann ich auch bei mir selber beobachten.
Die Frage ist wenn ein Spiel nicht nach eigene Vorstellungen verläuft,
geht man in eine undisziplinierte Spielweise über.
Man setzt sich kein Limit, verlässt sein System und man versucht mit aller Gewalt die Verluste reinzuholen,
was meist in die Hose geht, aus Frust hockt man sich an die Theke und lässt sich vollaufen.
Die Notwendigkeit dazu ist nicht gegeben, sondern das Resultat einer mangelhaften Disziplin.
Sucht ist dann gegeben, wenn der Karren voll im Dreck steckt und man nicht mehr weiterkommt.
Oft ist Sucht auch nur eine Ausrede um von der eigene Verantwortung abzulenken.

Bearbeitet von Frodo01, 07 March 2010 - 16:14.


#228 sachse

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Geschrieben 07 March 2010 - 17:59

Beitrag anzeigenFrodo01 sagte am 7 Mar 2010, 16:56:

Oft ist Sucht auch nur eine Ausrede um von der eigene Verantwortung abzulenken.
"Tut mit leid Herr Richter, ES war stärker als ich".

sachse

#229 Café

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Geschrieben 08 March 2010 - 00:55

Beitrag anzeigenFrodo01 sagte am 7 Mar 2010, 15:56:

In dem zusammenhang ist mir aufgefallen, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle,
kann ich auch bei mir selber beobachten.
Die Frage ist wenn ein Spiel nicht nach eigene Vorstellungen verläuft,
geht man in eine undisziplinierte Spielweise über.
Man setzt sich kein Limit, verlässt sein System und man versucht mit aller Gewalt die Verluste reinzuholen,
was meist in die Hose geht, aus Frust hockt man sich an die Theke und lässt sich vollaufen.
Die Notwendigkeit dazu ist nicht gegeben, sondern das Resultat einer mangelhaften Disziplin.
Sucht ist dann gegeben, wenn der Karren voll im Dreck steckt und man nicht mehr weiterkommt.
Oft ist Sucht auch nur eine Ausrede um von der eigene Verantwortung abzulenken.

Hallo Frodo01, hallo Sachse,
das heisst doch: der Frust über das Scheitern des Systems verursacht den Durchbruch des ES, weil der durch das System in Aussicht gestellte Erfolg ausbleibt. Das ES übernimmt die Führung ("(...), verlässt sein System (...)"). Die Erfolgsaussicht des Systems überdeckt das ES bis zum Zeitpunkt des Scheiterns. Mit anderen Worten aufgrund des Fehlens einer angemessenen ES-Antwort kann es zur Suchtbildung kommen. Das unterscheidet dann verschiedene Spieler, die jeweils in ihrem ES unterschiedliche Antworten auf das Scheitern finden. Es sind die teilweise enormen Spannungen zwischen Erfolg und Mißerfolg, die innerpsychisch zum Durchbruch zur Verstandlosigkeit führen. Das Erfahren dieser Spannungen entwickelt eine eigene Dynamik mit suchtfördernder Wirkung. Das "System" ist in diesem Zusammenhang ein "Glaube", der unerbittlich durch die Realität widerlegt wird, was aber aufgrund des teilweise religiösen Charakters der Beziehung zum "System" negiert wird. Der Verstand würde nämlich sagen, warum funktioniert das System nicht. Weshalb das System nie hätte funktionieren können, ist dabei zweitrangig. Entscheidend ist die Akzeptanz der Realität durch den Schritt zur Bereitschaft der Infragestellung des Systems. Die Distanzierung zum eigenen Produkt, die Distanzierung zur vorherigen Prüfung des Systems. Ist diese Fähigkeit nicht vorhanden, wird versucht, die Realität an die vermeintlichen Möglichkeiten des Systems durch weiteres Spielen anzupassen.

Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, daß es auch Systeme geben könnte, die funktionieren. Da der Verstand zur Prüfung dieses Theorems wie weggeblasen ist, ist es auch unwichtig, dies auch nur in Erwägung zu ziehen.


Café :kaffeepc:

#230 sachse

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Geschrieben 08 March 2010 - 12:36

Beitrag anzeigenCafé sagte am 8 Mar 2010, 00:55:

Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, daß es auch Systeme geben könnte, die funktionieren.
Da der Verstand zur Prüfung dieses Theorems wie weggeblasen ist, ist es auch unwichtig,
dies auch nur in Erwägung zu ziehen.
Café :kaffeepc:
Hier begibst Du Dich auf riskantes Terrain.
Ein "Spielsüchtiger", der über eine echte Gewinnstrategie wie KG oder KF verfügt,
wird letztendlich auch verlieren, weil er nicht imstande ist, die "guten" und "schlechten"
Schüsse zu trennen. Er setzt auch in für ihn unspielbaren Situationen.
Ein Spielsüchtiger" mit allen anderen Ansätzen wird lediglich die von der Spielregel
vorgegebenen Prozente verlieren.
Allerdings wird das absolut in reinem Geld relativ viel sein, das er durch seine "Sucht"
entsprechend hohe Umsätze tätigt.

sachse

#231 Café

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Geschrieben 08 March 2010 - 12:52

Beitrag anzeigensachse sagte am 8 Mar 2010, 12:36:

Hier begibst Du Dich auf riskantes Terrain.

sachse

Hallo Sachse,

da hast Du völlig Recht und das ist mir klar.

Nur möchte ich mir nicht anmaßen, zu behaupten, dass es so etwas nicht geben könnte, nur weil ich dazu nicht fähig bin, es herauszufinden.

Anscheinend gibt es das Phänomen der "Verstandes"losigkeit auch bei KG und KF. Das kannst Du bestimmt gut aus Deinen Beobachtungen beschreiben.

Bei der letztgenannten Gruppe der Spielsüchtigen handelt es sich um die Gruppe, die versucht die Realität an das System anzupassen, weshalb Du dies ja auch mit dem Einsatz hoher Summen umschreibst.


Café :kaffeepc:

#232 sachse

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Geschrieben 08 March 2010 - 15:23

Beitrag anzeigenCafé sagte am 8 Mar 2010, 12:52:

Nur möchte ich mir nicht anmaßen, zu behaupten, dass es so etwas nicht geben könnte,
nur weil ich dazu nicht fähig bin, es herauszufinden.
Hallo Cafe,

außer Dir waren das mehrere Millionen andere in den letzten 200 Jahren.
Die Mathematik ist mächtiger als alles Wollen, was gegen sie gerichtet ist.

sachse

#233 evastern

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Geschrieben 08 March 2010 - 17:04

Das ist keine Aussage:

Beitrag anzeigenCafé sagte am 8 Mar 2010, 12:52:

das Phänomen der "Verstandes"losigkeit auch bei KG und KF
Dieses Phänomen gibt es überall!
Ob es sich um Kessel, Mathematik, Kochen oder Ringelpietz handelt.
Die Doofen sterben nie aus und ihre Verstandeslosigkeit beschränkt sich dabei auf alles und nichts.

Ich glaub auch nicht, dass Sucht etwas mit Intelligenz oder Dummheit zu tun hat.
Ich weiss nicht, obs eine Statistik darüber gibt, ob mehr Leute mit hohem oder mit niedrigem IQ kokainsüchtig geworden sind. Bei Heroin überwiegt merkwürdigerweise der unintelligentere Teil der Süchtigen. Aber das kann auch daran liegen, dass ich in Vierteln tätig war, in denen das Arbeitermillieu vertreten war. Vielleicht bin ich da voreingenommen.
Aber von Haschischabhängigen weiss ich, dass das quer durch alle gesellschafts- und Bildungsschichten geht. Und bei Ecstasy (das war damals noch nicht so stark vertreten wie heute, fing mit Techno gerade an) wars eine Einstiegsdroge für die Jungen. Das liegt aber wohl daran, dass diese Droge in Verbindung mit Vorlieben für bestimmte Musikrichtungen konsumiert wird.

Generell kann man sagen: Süchte sind nicht intelligenzbezogen.
Dumme werden genauso süchtig wie Schlaue. Mag sein, dass sie durch die Droge dann hinterher etwas weniger schlau werden :rolleyes:
Falls jemand aktuelle Infos darüber hat würden die mich sehr interessieren.

Und beim Spiel ist das genauso. Der Intellekt entscheidet höchstens, welchem Spiel die Sucht gilt.
Mathematiker und Physiker werden eben Kesselgucker. Das scheint dann sehr extrem zu sein.
Wenn sie dauernd verlieren, weil sies nicht beherrschen, und verspielen trotzdem Haus und Hof weiter, dann sind sie genauso süchtig, wie andere Spieler auch.

Vielleicht seh ichs auch falsch :kaffeepc: über süchtige Kesselgucker habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Typischer sind die reinen Emotionsspielerinnen (bei Frauen ausgeprägt) und die Systemzocker.



Eva

#234 Spielkamerad

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Geschrieben 08 March 2010 - 17:48

hallo eva,

im großen und ganzen ist deine denkweise wohl richtig. allerdings spielsucht mit drogensucht zu vergleichen, hinkt meines erachtens etwas.

da man eine psychisch und/oder körperliche abhängigkeit, nicht unbedingt vergleichen kann. natürlich zieht sich(im wahrsten sinne des wortes), eine ganze menge leute(aller schichten), kokain in den körper. wobei kokain anfangs auch nur eine psychische abhängigkeit hervorruft.
letztendlich ist aber aber schon so, dass alles drogen irgendwann krank machen(können). da spielt es keine rolle, ob körperlich oder psychisch.

intelligentbezogen ist dies wohl auch nur im bezug auf, dass intelligentere menschen die gefahr vorher erkennen und die hände davon lassen. ob das erwiesen ist weiß ich nicht.

"Vielleicht seh ichs auch falsch werweiss, über süchtige Kesselgucker habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Typischer sind die reinen Emotionsspielerinnen (bei Frauen ausgeprägt) und die Systemzocker."

das stimmt!


lg, spielkamerad

Bearbeitet von Spielkamerad, 08 March 2010 - 21:57.


#235 Café

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Geschrieben 08 March 2010 - 21:35

Beitrag anzeigenevastern sagte am 8 Mar 2010, 17:04:

Ich glaub auch nicht, dass Sucht etwas mit Intelligenz oder Dummheit zu tun hat.
Ich weiss nicht, obs eine Statistik darüber gibt, ob mehr Leute mit hohem oder mit niedrigem IQ kokainsüchtig geworden sind. Bei Heroin überwiegt merkwürdigerweise der unintelligentere Teil der Süchtigen. Aber das kann auch daran liegen, dass ich in Vierteln tätig war, in denen das Arbeitermillieu vertreten war. Vielleicht bin ich da voreingenommen.
Aber von Haschischabhängigen weiss ich, dass das quer durch alle gesellschafts- und Bildungsschichten geht. Und bei Ecstasy (das war damals noch nicht so stark vertreten wie heute, fing mit Techno gerade an) wars eine Einstiegsdroge für die Jungen. Das liegt aber wohl daran, dass diese Droge in Verbindung mit Vorlieben für bestimmte Musikrichtungen konsumiert wird.

Generell kann man sagen: Süchte sind nicht intelligenzbezogen.

Eva

Um den Suchtverstand ein wenig zu stärken, stelle ich folgendes ein:

Angehängte Datei  Anwendungshinweise_zum_Brainman_CES.jpg   487.34K   14 Mal heruntergeladen

Es gibt sicherlich auch Frequenzen, die speziell für die Anwendung zur Linderung der Spielsucht auszusuchen sind.

Café :kaffeepc:

#236 fiftysix

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Geschrieben 23 March 2010 - 12:26

Beitrag anzeigenFrodo01 sagte am 7 Mar 2010, 15:56:

Oft ist Sucht auch nur eine Ausrede um von der eigene Verantwortung abzulenken.


Hier scheint mir das Hauptproblem zu liegen. Wo fängt fängt die Selbstverantwortung an und wo hört sie auf?
Sicher gibt es eine Skala, auf der die Verantwortlichkeit des einzelnen messbar ist. Messbar an den vielen Einflüssen, unter denen ein Mensch steht. Nur kann die nie allgemein gültig sein. Die Frage stellt sich doch, von welchem Zeitpunkt an oder in welcher ganz speziellen Situation der Mensch das nicht mehr merkt. Nicht merkt, dass er der Verantwortung nicht mehr gerecht wird. Ob das nun Verantwortungslosigkeit im eigentlichen Sinn ist oder eine schleichende "Gewohnheit", kann wohl meist hinterher nicht mehr festgestellt werden. Auch nicht, woher das kam, weil zuviele Dinge Tag für Tag auf uns alle einbrechen. Ich glaube, man nennt das Reizwelt, der man ausgesetzt ist. Schwerpunkte des Lebens verlagern sich unmerklich durch hunderte von Einflüssen. Und der Mensch ist sicher immer wieder verändert von Tag zu Tag. Irgendwann geht das wahrscheinlich an seine Substanz. Charaktereigenschaften, die vorher verborgen waren, die treten in den Vordergrund. Chemische Prozesse laufen verändert ab, wenn bestimmte Situationen auftreten. Das Nervenkostüm wird anfälliger oder das Wunschdenken nach Erfolg steigt überproportional oder der Alltagstrott, dem man ausgesetzt ist, löst Verlangen nach Abwechslung aus oder die Probleme in der Realität sollen für einige Stunden weggeschoben werden oder - das könnte jetzt eine lange Liste werden.
Das lässt sich leicht sagen Frodo: Von der eigenen Verantwortung ablenken.
Wo will man da ansetzen, dass ein eigenes Verschulden allein vorliegt? Das ist immer ein Hin und Hergezerre. das kann man ja täglich selbst kontrollieren. Aber die kleinen Veränderungen, die nach einer Woche, nach einem Monat nach einem Vierteljahr auftreten sind gerade bei denen gefährlich, die sich im Griff haben!

Gerade wenn man der Selbstverantwortung gerecht werden will, ist meist eine schnelle negative Entwicklung ausgeschlossen. Aber das könnte die viel größere Gefahr sein! Jetzt kommen die Veränderungen nämlich ganz langsam. Sie kommen nicht schnell wie ein Kübel Eiswasser, weil man sich ja kontrolliert. Durch das Kontrollieren verändert man sich nur tröpfchenweise. Jetzt ist es eine andere Gefahr: Das kontrollierte Spiel verändert sowohl positiv, als auch negativ den Charakter. Es verändert auch die Kontrolle. Weil der Mensch diesen ständigen Einflüssen ausgesetzt ist, unter denen sich die Werte verändern. Durch die Vielzahl der Einflüsse ist die Übersicht schwierig geworden. Umfeld prägt. Und Casinobesuche prägen die Position, aus der heraus man "kontrolliert". Andere Schwerpunkte werden gesetzt, weil man seine Einstellung zu vielem ändert. Risikoverhalten. Freude an ständiger Spannung. Ablenkung vom Alltag. Gesellschaftliches Beieinandersein mit Menschen gleichen Interesses. Das alles sind im Grunde auch positive Werte. Ins Negative können die Abrutschen, wenn sie ganz langsam einen zu hohen Stellenwert einnehmen. Das ist nämlich die Gefahr des Kontrollierens! Viele schliddern da hinein. Keiner fängt mit so etwas an, mit dem Ziel suchtkrank zu werden. Die Veränderung der Stellenwerte können sie nicht mehr neutral einschätzen (wenn es sowas überhaupt gibt)

Und das betrifft uns ausnahmslos. Denn keiner kann sich davon freimachen, dass er nach zwanzig Jahren noch die gleiche Einstellung zum Glücksspiel hat wie beim ersten Spielbankbesuch. Es ist unausweichlich. Das Spiel verändert uns alle. Tröpfchenweise. Und bei einigen so extrem, dass sie garnicht merken, dass sie sich nach 20 30 Jahren bereits außerhalb der Normen der Gesellschaft befinden und nun "plötzlich" zu den Süchtigen zählen.

Gibt es jemanden unter uns, der schon solange spielt und das nicht schon bemerkt hat, dass Leute, die noch nie in einem Casino waren, vieles, was er darüber erzählt, nicht verstehen? Nicht einordnen können? Die sagen: Das ist nicht meine Welt?

Mir passiert das immer wieder! Und ich spiele nun erst seit Herbst letzten Jahres.
Die Leute sagen jetzt schon ich habe mich verändert. Eigentlich finde ich das gut so. Denn ich stehe dazu.



56

Bearbeitet von fiftysix, 23 March 2010 - 12:32.


#237 fiftysix

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Geschrieben 23 March 2010 - 12:42

Beitrag anzeigenCafé sagte am 8 Mar 2010, 12:52:

das Phänomen der "Verstandes"losigkeit auch bei KG und KF.

Bei der letztgenannten Gruppe der Spielsüchtigen handelt es sich um die Gruppe, die versucht die Realität an das System anzupassen, weshalb Du dies ja auch mit dem Einsatz hoher Summen umschreibst.
Café :klatsch01:

Die Kesselgucker werden nicht umhin kommen, das zu bestätigen. Ein Nostradamus oder ein Sachse oder ein Starwind werden nach den vielen Jahren des Forschens und des Gewinnens und der Erkenntnisse (das bezieht sich auch auf gesellschaftliche Dinge) bestätigen können, dass sie sich verändert haben. Dass ihre Position in der Gesellschaft sich verlagert hat. Dass ihr Leben durch das Spiel einen völlig veränderten Verlauf genommen hat.
Allein die Zeit des Lebens eines Spielers, die er dem Spiel widmet, bedingt dies und die Konzentration auf Dinge, die vorher bedeutungslos waren. Und auch die Menschen, die er im Zusammenhang mit Roulett kennenlernt (das betrifft auch dieses Forum!) bedingen dies.


56

Bearbeitet von fiftysix, 23 March 2010 - 12:52.


#238 nodronn

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Geschrieben 23 March 2010 - 13:42

Hallo 56,

Verantwortung
Diese Frage habe ich mir auch gestellt und erstaunlicherweise musste ich die Frage erweitern. Verantwortung gegenüber mir selbst und Verantwortung gegenüber anderen, waren meine spontanen Gedanken und auch hier musste ich sofort grübeln, warum ich ZUERST an mich gedacht habe. Die Antwort war ebenso irritierend, warum habe ich eigentlich zuerst an mich gedacht, denn die Verantwortung gegenüber mir selbst ist mir egal. Was zugleich erschreckend ist, denn dies bedeutet den ersten Schritt über die Schwelle zur Spielsucht.

Die Frage nach meiner Verantwortung gegenüber anderen beantworte ich völlig gegenteilig. Wenn ich Verantwortung gegenüber anderen habe, dann ist das Spielen überhaupt nicht mehr wichtig. Vielleicht liegt genau darin der Schlüssel, doch noch dem selbst gesponnenen Netz zu entfliehen. Denn wenn auch diese Frage mit einem „Egal“ beantwortet wird, ist es doch wohl zu spät. Der zu beschreitende Weg ist, einfach zu definieren, was einem wichtig genug ist, um nicht mehr zu spielen. Hast du Ziele im Leben, planst du eine Zukunft mit Familie und findest da deine Selbstzufriedenheit wieder, genau dann ist das dein Rettungsring. Der sollte, nein muss ergriffen werden. Denn deine Kraft wird dort gebraucht. Dein Partner oder deine Partnerin muss sich auf dich verlassen können. Ein Kind braucht dich eigentlich 24/7. Und so verschieben sich deine Prioritäten und dein auffälliges Spielverhalten wird zurückgedrängt. Du kannst es unterdrücken, aber es wird nie ganz verschwinden. Ich habe schon oft den Tag verflucht, an dem ich ein zweites Mal in meinem Leben die Spielbank betreten habe. Denn der zweite Besuch war der erste zuviel.

Kontrolle
Glaubst du wirklich, du kannst das Spiel und dein Spielverhalten kontrollieren? Ich meine nein, denn ständig lotest du die Tiefe des befahrenen Gewässers aus. Manchmal gerätst du auf eine Sandbank, entweder kriegst du dein Boot alleine wieder flott oder andere helfen dir, es wieder ins Fahrwasser zu schieben. Logischerweise denkst du nun, ich muss meine Navigation verbessern, damit ich dieser Sandbank zukünftig ausweiche. Doch hinter der nächsten Flussbiegung erwartet dich eine neue unbekannte Sandbank, diesmal voll mit hungrigen Krokodilen. Genau diese Vorahnung hast du und dennoch befährst du den tückischen Fluss der Glücksspiele weiter. Irgendwie irrsinnig dieser Gedanke. Klar kannst du ein- zweimal Schiffbruch erleiden, aber irgendwann muss das Konsequenzen haben und du musst dein Boot im Hafen lassen. Jeder, der bereits mal für eine Weile gesperrt war, kennt den Gedanken. Du gehst an einer Spielbank vorbei und weißt genau, diesen Ort darfst du nicht betreten. Nach einer Weile geht es gar nicht mehr ums Spielen, nein du fühlst dich irgendwie unfrei, weil du nicht mehr in die Spielbank rein darfst. Darum halte ich die Selbstsperre nicht für ein erfolgreiches Mittel, die Spielsucht zu bekämpfen.

#239 fiftysix

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Geschrieben 23 March 2010 - 14:46

Beitrag anzeigennodronn sagte am 23 Mar 2010, 13:42:

Der zu beschreitende Weg ist, einfach zu definieren, was einem wichtig genug ist, um nicht mehr zu spielen.
Das ist sicher eine sehr gut geglückte Formulierung.

Nun kann man die aber auch aus der umgekehrten Perspektive sehen. So war es / ist es nämlich bei mir.
Meine Familie ist total zerrüttet. Das Spiel hat nichts damit zu tun. Zu dieser Zeit hatte ich noch nie ein Casino betreten. Ich habe nicht mal Lotto gespielt. Überhaupt war das Spiel (das Glücksspiel meine ich) für mich bedeutungslos und uninteressant. Und beruflich habe ich mir leider ein Studium ausgesucht, dass mich nach dessen Abschluss kein bisschen mehr interessiert. Das hat auch nichts mit dem Spiel zu tun. Geld habe ich aus einer Erbschaft satt. Hobbys fehlten mir bisher (bis auf Literatur). Mit meinem Umfeld komme ich nicht klar, weil ich recht weitschweifende, abstrakte Gedankengänge habe. Stört mich nicht, dann ziehe ich mich in meine Bücherwelt zurück und bin zufrieden.
Ich habe mich so eigentlich von vielem abgekoppelt, was andere als ein normales gesellschaftliches Dasein bezeichnen werden. Vor dem Spielen! Vielleicht ohnehin irgendwelche Defizite, die sicher da waren und da sind. Mich hat das nicht gestört.

Es ist dieser Suchtspielthread und die vielen interessanten Themen in diesem Forum, die mich auf das Roulett gebracht haben.
Gerade der Gegensatz Sucht und Spaß und der Gegensatz ernsthaftes Spiel und Spaßspiel und der Gegensatz hoher Gewinnmöglichkeiten und hohen Verlustrisikos und der Gegensatz Aufstieg in den Spielerolymp oder Abrutschen ins gesellschaftliche Abseits faszinieren mich. In dieser Form gibt es überhaupt nichts Vergleichbares. Nichts was alle diese Gegensätze so extrem vereint.

Verantwortung gegenüber Dritten habe ich nicht. Und die mir selbst gegenüber empfinde ich als meine ureigene Sache. Momentan lasse ich mich in diese Roulettwelt regelrecht hineinfallen. Finanziell unabhängig ist das für mich so gesehen kein großes Risiko, wenn ich es nicht übertreibe. Und ich finde, was ich mache ist meine ganz eigene Sache.
Sollte ich jetzt an die anderen denken? Verantwortung gegenüber Dritten?
Das Geld besser an Haiti spenden oder sonstwas in dieser Richtung? Mache ich das durch Verluste im Roulette nicht indirekt auch, weil das meiste Geld, das ich verliere, die Allgemeinheit einkassiert?

Ja, ich habe mich in dem halben jahr verändert. Wahrscheinlich sogar erheblich. Aber ich bin zufrieden damit und auf einmal ausgeglichen. Wenn ich über Roulette rede, dann merke ich wie kleinkariert andere sind. Überhaupt: statt mich hinter meinen Bücherseiten zurückzuziehen gehe ich nun auf einmal unter Menschen und rede mit ihnen. Daran hatte ich vorher kein Interesse. Und Spaß macht es mir, über mein neues Betätigungsfeld zu sprechen. Roulette. Erstaunlich, was Unbeteiligte dazu alles zu sagen haben.

Soll ich mal einen Thread darüber aufmachen? Ihr würdet staunen, was manche Menchen mir da an den Kopf geworfen haben! Ich habe das seit neuestem auf einem kleinen Diktiergerät mitgeschnitten. Das sind jetzt schon einige Stunden Material!
Vielleicht mache ich es im Suchtbereich, wenn hier im Forum alles umgebaut wird.

Gibts da auch schon einen Redakteur oder Moderator oder so jemand, der das leitet? Dann könnte man sich da mal orientieren, wie man sowas aufzieht. Das könnte ein interessanter Thread werden.


Was meint ihr dazu?



56

Bearbeitet von fiftysix, 23 March 2010 - 14:50.


#240 sachse

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Geschrieben 23 March 2010 - 15:31

Beitrag anzeigenfiftysix sagte am 23 Mar 2010, 12:42:

Die Kesselgucker werden nicht umhin kommen, das zu bestätigen. Ein Nostradamus oder ein Sachse oder ein Starwind werden nach den vielen Jahren des Forschens und des Gewinnens und der Erkenntnisse (das bezieht sich auch auf gesellschaftliche Dinge) bestätigen können, dass sie sich verändert haben. Dass ihre Position in der Gesellschaft sich verlagert hat. Dass ihr Leben durch das Spiel einen völlig veränderten Verlauf genommen hat.
Allein die Zeit des Lebens eines Spielers, die er dem Spiel widmet, bedingt dies und die Konzentration auf Dinge, die vorher bedeutungslos waren. Und auch die Menschen, die er im Zusammenhang mit Roulett kennenlernt (das betrifft auch dieses Forum!) bedingen dies.
Bei mir hat sich eigentlich seit Jahren nicht so viel verändert.
Ich hatte bedingt durch den Wechsel von Ost nach West 1981 ohnehin weder Bekannte noch Freunde im neuen Umfeld.
Familie hatte ich auch nicht mehr und insgesamt gab es nur 2x für kurze Zeit einen Partner aber eben auch nur beim Spiel.
Ich war immer ein Einzelgänger und das ist trotz einer weiteren Kurzehe so geblieben.
Aus früheren Zeiten habe ich seit fast 50 Jahren einen Freund, den ich aber manchmal auch nur 1x im Jahr sehe,
wenn wir mit Auto und Zelten paar Tage zur Tour de France in die Alpen fahren.
Während meiner Spielerkarriere in der DDR ab 1972 gab es allerdings heftige Veränderungen.
Neben dem Spiel musste ich als Chef einer Broilerbar(Grillhähnchenimbiss) 6 Tage die Woche arbeiten,
sodass schon mal rund 50 Stunden weg waren. Nachts wurde gezockt und ein Rennpferd hatte ich mit einem
Bekannten zusammen auch noch. Da kamen Frau und Kinder schon bisschen kurz.
Ganz zu Anfang - als mich noch niemand schlau gemacht hatte - habe ich sogar mal einen ganzen Ostseeurlaub
in der Sandburg gesessen und mit Würfeln ein System ergründen wollen.
Jaja, Zocken ist schon die schärfste Ersatzhandlung, die es gibt.

sachse





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