sachse sagte am 1 Mar 2010, 23:28:
Ohne jetzt die DDR hochleben lassen zu wollen ein gutes Beispiel von damals:
Im Gegensatz zur Bundesrepublik gab es für Trunkenheit am Steuer keine
Milderungsgründe sondern eher eine Verschärfung der Strafe.
Begründung: Der Betroffene hat sich vorsätzlich in den Zustand der Trunkenheit versetzt.
Man weiss aber, dass das eine grundsätzliche Betrachtungsweise war. Es bedurfte keiner Überprüfung, sondern es war allgemeine Rechtsansicht. Der Vorsatz war bekanntlich im Strafmaß enthalten, wenn es um Alkohol ging.
Das kann ja wohl nicht wahr sein, dass du das als "gutes Beispiel" ansiehst.
sachse sagte am 1 Mar 2010, 23:28:
Während es bei Alkohol, Nikotin und sonstigen Drogen körperliche Entzugserscheinungen gibt,
findet das bei Spielsüchtigen nicht statt. Er leidet nur an psychischen Entzugserscheinungen.
Damit kommt der persönlichen Disziplin und Beherrschung eine wesentliche Bedeutung zu.
Das ist Unsinn.
Bei deinen Beispielen handelt es sich um stoffliche Drogen.
Dein oben gebrachter Vergleich ist in diesem Sinn völlig wertlos, weil eine stoffliche Droge völlig anders einzuordnen ist.
Die von dir hier geschriebene Darstellungsweise mit "Strafverschärfung" bedeutet nichts anderes, als dass du Sucht unter Strafe stellst!!!! Das sind mittelalterliche Ansichten. Dann müsstest du jeden Spielsüchtigen verurteilen! Das ist das Gegenteil der Ergebnisse der Suchtforschung. In der DDR mag man solche Ansichten vertreten haben. Da wurden wahrscheinlich Spieler und Trinker als volksschädlich oder ähnlich bezeichnet. Ein unfreies und unterdrückendes System, das alle die, die nicht ins sozialistische Bild passten, aus dem Alltag als Störfaktor beseitigte. Wo war da die Freiheit des Einzelnen?
sachse sagte am 1 Mar 2010, 23:28:
er hat gefälligst selbst damit klar zu kommen.
Und das willst du mit Strafen - womöglich Haftstrafen erreichen?
sachse sagte am 1 Mar 2010, 23:28:
Nun möchte ich zwar nicht, dass er darin umkommt aber er hat gefälligst selbst damit klar zu kommen.
Du setzt den Spieler und den Trinker auf eine Stufe. Wie willst du das rechtfertigen, Sachse?
Wenn du einen Trinker ansprichst und ihn mit einem Spieler vergleichst, dann lacht der dich glattweg aus! Seine Sucht und sein Entzug haben mit denen eines Spielers absolut nichts zu tun. Du weisst überhaupt nicht, wovon du sprichst.
sachse sagte am 1 Mar 2010, 23:28:
Ein Spielsüchtiger ruiniert sich, seine Familie und zerstört durch Schulden alle seine Freundschaften.
Vielleicht nimmt sich auch dieser und jener das Leben, was einige aus anderen Gründen teilweise ohnehin getan hätten.
Dafür ist aber die Spielsucht kein Grund. Grund ist eine Gesellschaft, die ihn dazu treibt.
Schuldgefühle, Scham, Druck von anderen Seiten, eben
alle unfreien Eigenschaften, die die Gesellschaft fälschlicherweise als "Konsequenz" bereithält.
Aber Schuld und Scham gehören in die Kirche, nicht in eine moderne Gesellschaft.
Und
Druck hat dort auszubleiben, wo er kein Ergebnis zeigen kann.
Der inhaftierte Süchtige wird nicht von seiner Sucht befreit. Er wird gequält. Man straft ihn für eine Neigung. Man bestraft seine Schwäche.
Ich kenne die DDR nicht, war auch nie Gegner der DDR. Aber je mehr ich nach der deutschen Vereinigung von Menschen, die unter diesem System gelebt haben, höre, desto mehr beginne ich dieses System zu verurteilen und als pervers anzusehen. Das Schlimmste: es gab keine wirkliche Freiheit.
Die Menschen durften sich noch nicht mal bewegen, wohin sie wollten.
Und genau das propagierst du hier als positiv!!!
sachse sagte am 1 Mar 2010, 23:28:
Ein Spielsüchtiger ruiniert sich, seine Familie und zerstört durch Schulden alle seine Freundschaften.
Vielleicht nimmt sich auch dieser und jener das Leben, was einige aus anderen Gründen teilweise ohnehin getan hätten.
Das alles ist ein Mückenschiss gegen 150.000 staatlich geduldete Nikotin- und Alkoholtote pro Jahr in Deutschland.
DAS sind süchtige Opfer, die unter anderen Gesetzen großteils nicht hätten sterben müssen.
So lange jedoch die "Freiheit - auch sich selbst hinzurichten" über allem steht, gibt es auch die Toten.
Das ist am Ende die Konsequenz. Aber das soll jeder für sich selbst entscheiden. Auf der einen Seite sagst du, jeder solle für sich selbst damit klar kommen.
Guter Ansatz! Aber dazu muss er auch die Freiheit dazu haben.
sachse sagte am 1 Mar 2010, 23:28:
Wer das alles gut heißt, duldet und sogar noch durch Steuern Nutznießer ist, soll die Heuchelei über Spielsucht,
beenden, die nur der Begründung für staatliche Monopole dient.
Du schmeisst hier alles durcheinander. Das staatliche Monopol stützt sich auf die Suchtbekämpfung, als Argument um weiter abkassieren zu können.
Eine Rechnung die nicht aufgeht.
Aber die Freiheit, von der wir hier reden, ist die freie Selbstbestimmung des einzelnen Bürgers. Da ist es nicht die Frage, wer davon profitiert. Am Süchtigen profitiert immer jemand,
nur nicht er selbst. Aber wie sich das durch die Bestrafung der Süchtigen ändern soll, das kannst du mir mal erklären, Sachse. So einen Unsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Selbst konservative Politiker lachen dich da aus.