Optimierer sagte am 6 Nov 2008, 13:51:
Bekanntlich müssen Croupiers den Zahlenkranz zumindest soweit kennen, dass sie Annoncen wie x-2-2 problemlos setzen können.
Für Kesselspiele oder KG ist es sicher kein Nachteil, wenn man auch als Spieler die Zahlenanordnung im Kessel genau kennt.
Die Frage ist nur: Wie lernt man das am besten?
Gibt es bewährte Eselsbrücken oder sowas, die einem die Sache erleichtern?
Ja.
Gibt es, Optimierer.
Funktioniert sogar sehr gut
Es nennt sich
Autodidaktisches Training des Verbindens von Elementen des Ganzen.
Ich hab' gerade mal danach gegooglet, aber nix d'rüber gefunden.
Das belegte ich mal in einem Kurs für
"Unterbewusstes Brainstorming", weil ich bei meinem Start als Dozent das Problem hatte, die immer wieder wechselnden Mitglieder der Seminare hinsichtlich ihrer Namen zuordnen zu können.
Und es ähnelte in der Umreissung des Kursinhalts dem, was mir jemand vor langer Zeit mal angeraten hat: Überlapptes Langzeittraining.
Man geht wie folgt vor.
Man prägt sich bewusst einen Teil des Ganzen ein.
Der zweite Teil des Merkprozesses entspricht
nicht einem weiteren Teil des Ganzen, das
aneinandergefügt wird, sondern
einer erweiterten Teilmenge hiervon, die
zueinndergefügt wird.
These: Nur
unter Einbezug eines Teils des bereits Erlernten bekommt das Hinzugelernte eine logische Struktur - im
Denkprozess des nahtlosen Ineinanderübergehens der Inhalte.
Ansonsten wird man in der Speicherung seines elementaren Wissens immer nur die "Blöcke" mit "Eselsbrücken" abrufen können, bei denen dann ein "Denkprozess" erst starten muss, um diese zu verflechten.
Ein unnützer und Fehler bergender Vorgang.
Eine Methode des integrierten Lernens des Gefüges der "Blöcke" zueinander macht den Kopf frei von diesen unnützen Denkprozessen, sodass man schneller die abgerufenen "Datenbanken" im Gehirn aneinanderfügen kann.
Für die
Feldwertrechnung der
Liga zum Beispiel war das unerlässlich, weil der gesamte
Feldwertrechnungsprozess automatisiert im Kopf ablief, ohne nachdenken zu müssen, um sich auf die Tischabläufe und auf die Setzstrukturen zu konzentrieren.
Aus dem Repertoire überlappter Elemente zieht sich das Gedächtnis die zugehörigen Daten quasi im Unterbewusstsein und man notiert eine
Schlüsselzahl, um sich auf das eigentliche Spiel (nämlich die erforderliche Reaktion auf das Geschehen und die entsprechend in Gang zu setzende Aktion am Tisch) konzentrieren zu können - Abläufe, für die nur Sekunden zur Verfügung standen.
Ich habe das alles von einem Mann, der
sehr gut im Roulette, aber nichts-desto-trotz
sehr unzureichend im Vermögen, dies alles zu erklären, war.
Sicherlich war ich für viele Dinge, die ich ihn
heute fragen würde,
damals zu jung, als dass ich sie gefragt hätte.
Deshalb habe ich das zwar praktiziert, aber
den tieferen Hintergrund dessen,
was ich da praktizierte, habe ich
erst jetzt, vor wenigen Jahren, begriffen.
In den
WorkGroups sollen deshalb
als Einstieg(!) die
Elemente der Feldwertrechnung auf diese Weise nachhaltig mittels
Intensivtraining angeeignet werden.
Wer die Feldwertrechnung beherrscht, ist allen anderen Spielern am Tisch einen weiten Schritt voraus - unabhängig von dem, was er überhaupt spielt.
Er schätzt seine
Ausgangsbasis im Spielverlauf von
dem Zeitpunkt des
Begreifens dieser Form des "Rechnens" an völlig anders ein.
Man muss es sich so vorstellen:
Ein Kind lernt das Zählen.
1, 2, 3, 4, 5 - für ein Sechsjähriges unter Umständen ein mühsamer Prozess.
Nun geht man als zweiten Schritt nicht daran, 6 und 7 hinzuzufügen, sondern man lernt:
3, 4, 5, 6, 7
Mit dem Zahlenkranz geht's genauso.
Roulettespielern nützt dies insbesondere
bei der Erlernung der Lage roter und schwarzer Zahlen auf dem Tableau.
Sie denken nicht mehr in
der Weise, dass sie
den Wechsel von
Rot und
Schwarz auf
Geraden und
Ungeraden auf das Zahlenraster des Tableaus übertragen müssen, sondern sie erschliessen sich die überlappenden Blöcke.
Erster Schritt (Block 1):
1 2 3
4 5 6
Zweiter Schritt (Block 2:
4 5 6
7 8 9
Dritter Schritt (Block 3):
7 8 9
10 11 12
- was nunmehr zwei nebeneinanderliegenden Sechserblöcken (Simples) entspricht.
usw.
Das hat mir mein Lehrer,
Duprès, schon vor über 30 Jahren empfohlen.
Vielleicht hilft's Dir, Optimierer.
.