sachse sagte am 22 Jan 2009, 11:26:
Anständige Frage:
Um irgendwelche "Differenzen" feststellen zu können, müssten alle Umsätze auf allen Chancen registriert werden.
Nur wenn der Gesamtumsatz bekannt ist, kann man den rechnerischen Gewinn ermitteln.
Das ist im Großen Spiel schlicht unmöglich.
Nur an Rouletteautomaten und in Live-OCs ist das praktizierbar.
Hast Du derartige Kontrollabrechnungen? Vermutlich nicht.
Woher kommen also die von Dir genannten
Differenzen der Jahresabrechnungen der Spielbanken hinsichtlich des "Großen Spiels"?
Die Frage hat Nachtfalke leider nicht mehr beantwortet.
Diese Abrechnungen gibt es. Ob allerdings durchgehend von einzelnen Tischen für ein ganzes Jahr auswertbar, das ist mir nicht bekannt.
An amerikanischen Tischen mit Maschinensortierung wird nicht nur die Sortierung durchgeführt, sondern auch eine Registrierung des Jetonumsatzes jeder Farbe, die ein Gast kauft. So ist es in amerikanischen Casinos auf den Cent genau registrierbar, wieviel ein einzelner Gast an Jetons auf einem Tisch umschlägt und wieviel er prozentual zu diesem Umsatz verliert oder gewinnt.
Die Jetons sind aus diesem Grund schwerer und größer als die von Franztischen und haben einen stärkeren Durchmesser. Auf den Rand sind Symbole eingelassen. Die Jetons werden bunt durcheinandergewürfelt in ein Behältnis geschoben (Loch in der Tischplatte am Kessel) und von der Maschine einzeln eigezogen. Dann werden sie in der Maschine gedreht, sodass ein Laser die Symbole abtastet und sie einem Sortierfach zugeführt, aus dem ein abgezählter Jetonturm durch die Tischplatte nach oben geschoben wird.
Die Anzahl der sortierten Jetons werden registriert, sodass der Tischumsatz und das Verhältnis zur Veränderung der Masse des Tischs hergestellt werden kann. Nicht nur das. Es ist feststellbar, welche Jetonfarbe im Gewinnverhältnis oder im Verlustverhältnis des Spielers steht, der sie gekauft hat. In Deutschland, solange er an diesem Tisch spielt.
Und manchmal werden die neutralen Jetons von anderen Tischen notiert von einem Mitarbeiter oder vom Chefcroupier oben auf dem Stuhl. Die notierten Daten werden mit dem Anfangs- und dem Endbestand der neutralen Jetons am Tisch abgeglichen.
Das hat mir mal ein Croupier erklärt. Die sogenannten Tischdaten werden dann hochgerechnet und für die Öffnungszeiten der Tische genutzt. Das hat was mit der Rentabilität zu tun und wirkt sich auf die Öffnungszeiten einzelner Tische aus.
Oder das Finanzamt verlangt das.
Bearbeitet von schnellinger, 29 June 2010 - 12:32.